30. April 2026, 18:12 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wer auf dem Weg in den Urlaub clever den Stau umgehen will, könnte in Tirol schnell ausgebremst werden. Pünktlich zum Start der Sommersaison greifen dort wieder strenge Fahrverbote – und die haben es in sich.
Fahrverbote auf beliebten Ausweichstrecken
Ab dem 1. Mai gelten in Tirol erneut Einschränkungen für Autofahrer, die stark frequentierte Fernstraßen umgehen wollen. Betroffen sind insbesondere Nebenstrecken entlang zentraler Reiserouten. Die Regelung greift an allen Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen. Zusätzlich sind auch der 29. Mai und der 2. Oktober eingeschlossen. Die Maßnahmen bleiben bis zum 1. November in Kraft.
Ziel ist es, die Verkehrsbelastung auf Ausweichstrecken deutlich zu reduzieren. Laut ADAC betrifft dies unter anderem Straßen im Bereich der Fernpass-Route und der Inntalautobahn. Eine detaillierte Übersicht der betroffenen Strecken stellt der Verkehrsclub online bereit. Auch das Land Tirol veröffentlicht entsprechende Karten und Informationen im Internet.
Ausnahmen für Urlauber vor Ort
Wer seinen Urlaub direkt in der Region verbringt, darf die gesperrten Strecken weiterhin nutzen. Voraussetzung ist jedoch, dass das Reiseziel innerhalb des betroffenen Gebiets liegt. In diesem Fall sollten Reisende bei Kontrollen entsprechende Nachweise wie Buchungsbestätigungen und konkrete Angaben zum Zielort vorzeigen können.
Navigationsgeräte sollen umdenken
Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf Navigationssystemen. Die Behörden arbeiten daran, dass Navis keine verbotenen Ausweichrouten mehr vorschlagen. Dazu werden die Fahrverbote in das Verkehrsinformationssystem des Innenministeriums eingespeist, sodass Anbieter diese Daten berücksichtigen können. Ziel ist es, dass Routen automatisch so berechnet werden, dass unerlaubter Ausweichverkehr vermieden wird.
Dennoch gilt: Verlassen sich Autofahrer blind auf ihr Navi, kann das teuer werden. Wer trotz Verbots eine Ausweichstrecke nutzt, muss mit Konsequenzen rechnen. Eine konkrete Höhe möglicher Bußgelder nennt das Land Tirol zwar nicht, macht aber unmissverständlich klar: „Mit Strafen ist zu rechnen.“
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Hunderttausende Verstöße im vergangenen Jahr
Wie konsequent die Regelung umgesetzt wird, zeigen Zahlen aus der vergangenen Saison. Laut Angaben des Landes Tirol wurden im Sommer rund 516.000 Fahrzeuge zurück auf die Hauptverkehrsrouten geleitet. In der Wintersaison – vom 20. Dezember bis Ostermontag – waren es 411.000 Fahrzeuge.
Besonders stark betroffen war die Fernpass-Route: Dort wurden allein 173.000 Autofahrer registriert, die unerlaubt versucht hatten, einen Stau zu umfahren.
Auch andere Regionen betroffen
Nicht nur Tirol setzt auf Einschränkungen: Auch in Vorarlberg und Salzburg müssen Reisende während der Sommermonate auf stark frequentierten Strecken mit zeitweisen Abfahr- und Durchfahrverboten rechnen, wie der Verkehrsclub ÖAMTC mitteilt. Darüber hinaus gelten auch auf den deutschen Autobahnen A7, A8 und A93 im Süden teilweise Beschränkungen für den Transitverkehr.
Mit Material der dpa