Syros

Die traumhafte griechische Insel, die keiner kennt

Ermoupoli, Syros
Ermoupoli, die Hauptstadt der Insel Syros und die Hauptstadt der Kykladen

Läuft man mit der Fähre im Hafen von Syros ein, kann man kaum glauben, dass man sich auf den Kykladen befinden: Statt weiß-blauen Häusern ragen hier pastellfarbene, klassizistische Villen in die Höhe. Trotz einsamen Stränden und wunderschöner Altstadt verirren sich kaum Touristen hierher.

Auf zwei benachbarten Hügeln thronen die bunten Zwillingsstädte Ano Syros und Ermoupoli. Die erstere wurde im 13. Jahrhundert von den Venezianern erbaut und versetzt einen schon beim ersten Anblick in das italienische Mittelalter; das elegante, wesentlich jüngere Ermoupoli ist die pulsierende Hauptstadt und Verwaltungssitz der Kykladen.

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Wie kann eine Insel, auf der nur 21.000 Menschen leben und die nur 16 Kilometer lang ist, so mondän und prächtig sein? Und warum ist sie trotz ihrer Schönheit so unbekannt? Wir haben fünf Gründe, warum kein Tourist die Insel Syros auf dem Schirm hat – und man ihr gerade deshalb unbedingt einen Besuch abstatten sollte.

Ermoupoli

Eine typische Straße in Ermoupoli
Foto: Getty Images

1. Auf der Insel spielt Tourismus keine große Rolle

Im Gegensatz zu den überlaufenen Kykladen-Inseln Santorini und Mykonos gibt es auf Syros keinen internationalen Flughafen. Und auch vom athenischen Hafen Piräus ist die Insel weiter entfernt als zum Beispiel die beliebten Tagesausflug-Ziele Kea und Ägina. Vier Stunden braucht man für die Überfahrt von Athen. Daher verschlägt es auch Touristen in der griechischen Hauptstadt selten nach Syros. Nur im Hochsommer fallen hier viele Athener ein, die dort Sommerhäuser haben. Internationale Reisende sieht man dagegen kaum. Hinzu kommt, dass Syros es im Gegensatz zu vielen anderen griechischen Trauminseln nicht nötig hat, sich auf den Tourismus zu konzentrieren.

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Ermoupoli Hafen

Statt Touristen-Fallen findet man an der Hafenpromenade von Syros ein stilvolles Café neben dem anderen.
Foto: Getty Images

Die Insel lebt immer noch vor allem vom Schiffsbau, der Landwirtschaft und außerdem der Produktion von köstlichen Süßigkeiten, für die sie im ganzen Mittelmeerraum bekannt ist. Aus diesem Grund ist Syros wesentlich unberührter als andere Inseln in der Ägäis und bisher vom Massentourismus verschont geblieben. Das spiegelt sich sowohl in der Abwesenheit von Besuchermassen, als auch in niedrigen Unterkunftspreisen wieder.

Ermoupolis, Syros

Syros wirkt auf den ersten Blick eher italienisch, als griechisch
Foto: Getty Images

2. Ermoupoli ist eine Stadt der Designstudenten

Die Universität der Ägäis erstreckt sich über dutzende verschiedene Inseln. Ermoupoli hat das Glück, die Design-Fakultät zu beherbergen. Unter anderem aus diesem Grund gibt es in der Stadt eine große Anzahl von Designerläden, experimentierfreudige Architektur und unzählige Boutiquen für Möbel und Textilien. Jedes Café, Restaurant und jede Bar in der Hafenpromenade Akti Ethnikis Antistaseos übertrumpft sich gegenseitig in stilvoller Inneneinrichtung, im Angebot von gutem, preiswerten Essen und kreativen Cocktailkreationen. Direkt neben der Werft findet man Streetart und im Gegensatz zu den Hafenstraßen auf Rhodos oder Naxos sitzt man hier mit Einheimischen zusammen vor Tintenfisch mit getrockneten Tomaten, statt inmitten von Pauschaltouristen vor der Durchschnitts-Moussaka für zehn Euro.

In der Bar Barola berät der Barkellner begeistert bei der Getränkeauswahl und serviert am Ende des Abends noch einen kostenfreien Mastix-Likör, auf den er selbst mit anstößt. Das Nachtleben, die Shopping-Möglichkeiten und das Restaurantangebot in Syros gleicht dem einer Metropole, obwohl es eigentlich eine pittoreske Kleinstadt ist, in der man völlig ohne Mühe immer wieder mit Einheimischen ins Gespräch kommt.

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3. Einst war Syros der wichtigste Hafen Griechenlands

Die Eleganz und die Schönheit der Architektur der Insel erklärt sich vor allem durch seine Geschichte. Vor Piräus war nämlich lange Ermoupoli der wichtigste Hafen in ganz Griechenland. Durch riesige Werften konnte die Stadt ihre prachtvollen Straßen und Gebäude finanzieren. Außerdem ist Ermoupoli wie gesagt die Hauptstadt der Kykladen.

Rathaus Ermoupoli

Das Rathaus von Ermoupoli
Foto: Getty Images

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Deshalb ist Syros die einzige Insel der Gruppe, die mit der Fähre von allen anderen bewohnten Kykladeninseln angesteuert wird und verfügt über eines der schönsten Rathäuser in Griechenland. Das Rathaus ist frei für Besucher zugänglich. Tipp: In dem Café, in dem auch der Bürgermeister seine Mittagspausen verbringt, einen Kaffee trinken. Nicht nur die Räumlichkeiten sind sehr romantisch, der Cappuccino ist köstlich und das Personal immer zum Plaudern bereit. Neben dem Rathaus befindet sich das älteste und sehr sehenswerte Archäologiemuseum Griechenlands.

 

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4. Das wilde Hinterland und die Strände

Die Insel Syros ist sehr klein. Mit dem Auto kann man sie in 15 Minuten überqueren und landet direkt an einsamen Stränden, in Fischerdörfern und grünen Buchten. Wandert man vom Kinistrand durch das Hinterland in die Delphinibucht, so sieht man Schafherden auf mit Wildblumen übersäten Wiesen grasen. Bienenstöcke hängen an uralten Häusern, überall hört man Hähne krähen. Kommt man im Frühling auf die Insel, hat man die Delphinibucht ganz für sich allein. Neben Kini und Delphini ist besonders auch der Strand von Galissas beliebt. Wer völlig abseits von Restaurants und Menschen wandeln will, sollte den Aetos-Strand im Nordwesten aufsuchen.

Strand Syros

Auf Syros findet man noch viele unberührte Strände
Foto: Getty Images

Und wer in Ermoupoli wohnt und keine Lust auf einen Ausflug mit Auto oder Bus hat, der kann immer an den Agios Nikolaos Strand mitten in der Stadt gehen. Dort gibt es zwar keinen feinen Sand, dafür aber eine einmalige Art zu baden: Von einer steinernen Plattform aus springt man ins Meer, mit Blick auf die wunderschönen Häuserfassaden und Kirchen der Altstadt.

 

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5. Die Nachbarinseln

Wer eine absolute Insider-Erfahrung auf Syros machen will, der sollte die kleinen Schwesterinseln vor der Küste aufsuchen, auf denen man völlig alleine und ungestört die Natur genießen kann: Strongylo und Gaidaros, Vavarousa, Aspro, Nata and Schinonisi. Vor allem Gaidaros ist für Taucher ein Paradies, hier liegt nämlich das Wrack des Schiffes Litos, das man alleine oder mit professionellen Tauchern erkunden kann. Zu allen der kleinen Inseln kann man bei mehreren Agenturen auf der Insel Tagesausflüge buchen. Einfach an der Promenade von Ermoupoli flanieren und einen Passanten nach den entsprechenden Büros fragen: Auf Syros wird einem jederzeit ein freundlicher Mensch weiterhelfen und dabei gleich jede Menge persönliche Geheimtipps preisgeben.

 

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