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(Noch) ein echter Geheimtipp

Griechenlands unbekannte Westküste

Messolonghi Griechenland
Diese kleine Insel mit Kirche darauf ist eines der Highlights in der Lagunenstadt Messolonghi. Ohnehin ist Griechenlands Westen einen Besuch wert.Foto: Giannis Rousopoulos

Wer in Griechenland Urlaub macht, reist meist auf eine der zahlreichen Inseln wie Santorin, Kreta, Rhodos oder Korfu, vielleicht auch nach Chalkidiki oder natürlich in die Hauptstadt Athen. Kaum ein Tourist hat jedoch die griechische Küste im Westen des Landes auf dem Schirm. Die Gegend zwischen Nafpaktos und Messolonghi ist noch ein echter Geheimtipp und unbedingt eine Reise wert.

Wer an Griechenlands Westküste reist und Orte wie Nafpaktos oder Messolonghi besucht, kann sich auf eines zu annähernd 100 Prozent verlassen: Andere Touristen aus Deutschland sind hier kaum unterwegs. Ab und an trifft man ein paar Franzosen, vielleicht auch den ein oder anderen Italiener – viele sind jedoch nur auf der Durchreise zu antiken Stätten wie Delfi und Olympia oder nach Athen.

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Die mit Abstand meisten Urlauber kommen aus anderen Teilen Griechenlands, und gerade das macht diese Gegend so authentisch: Man ist hier quasi allein unter Griechen. Und die sind, jeglicher Krise zum Trotz, so unglaublich freundlich, dass man am liebsten gar nicht mehr weg will. Natürlich gibt es noch weit mehr Gründe, den Westen Griechenlands zu besuchen. TRAVELBOOK hat sich dort mal ein bisschen umgesehen und zeigt, welche Orte besonders lohnenswert sind.

Tipps für Griechenlands schönen Westküste

Nafpaktos

Im kleinen Hafenstädtchen Nafpaktos scheint die Zeit ein wenig stehen geblieben: Der hübsche venezianische Hafen ist umgeben von Lokalen, in denen die Einheimischen tagsüber im Schatten von riesigen Platanen ihren Kaffee oder ein Bier schlürfen. Abends wird der beleuchtete Hafen zur kleinen Flaniermeile, Tavernen servieren leckere Spezialitäten und die Bars sind voll mit jungen Leuten. Auch einige schöne Strände gibt es in der lang gezogenen Bucht von Nafpaktos und den Nachbarbuchten.

Über der Stadt thront eine Burg, von der aus man einen traumhaften Ausblick über den Golf von Korinth hat sowie auf eine der wohl gewagtesten Konstruktionen in ganz Griechenland: Die Rio-Andirrio-Brücke. Sie wurde mitten in einem Erdbebengebiet über die 2,5 Kilometer breite Meerenge gebaut; ihre Pfeiler sind so konstruiert, dass diese tektonische Verschiebungen von bis zu zwei Metern in jede Richtung ausgleichen können.

Nafpaktos Griechenland
Blick über Nafpaktos bis zur Rio-Andirrio-BrückeFoto: Getty Images

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Ein echter Geheimtipp für typisch griechische Küche in Nafpaktos ist das Restaurant Ev-oinos (altgriechisch für „guter Wein“), in dem man unter vielen Einheimischen auf einer gemütlichen Terrasse in der Altstadt unweit des Hafens (Adresse: 3, Sismani, Nafpaktos 303 00) sitzt. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist das Restaurant Kouzina Maria Loi direkt im Hafen. Am besten einen Platz auf der Terrasse reservieren – von dort blickt man auf die Hafeneinfahrt und die gesamte Stadt. Unbedingt das Moussaka probieren!

Messolonghi

Die historisch bedeutende Lagunenstadt Messolonghi hat ein großes Problem: Es gibt kaum Hotels. Zwei an der Zahl sind es nur, dazu ein paar private Unterkünfte. Dabei hat die 13.000-Einwohner-Gemeinde so vieles zu bieten, was sie für Urlauber interessant macht. Kanufahrten durch die Lagune im Sonnenuntergang zum Beispiel, während derer man Flamingos und andere Vögel beobachten kann, oder Radtouren über die lange befestigte Straße, die mitten durch die Inselwelt vor der Stadt und vorbei an den traditionellen Fischerhütten bis ans offene Meer führt.

Messolonghi Griechenland
Ein Radfahrer fährt im Abendlicht durch die LaguneFoto: Giannis Rousopoulos

Die Marina von Messolonghi hat in den letzten Jahren begonnen, sich ordentlich herauszuputzen, mit vielen Bars und Restaurants, die fangfrischen Fisch aus der Lagune wie gebratenen Aal oder marinierte Sardellen servieren. Eine besondere Spezialität können Fischfans in Messolonghi ebenfalls probieren: Avgotaraho, auch bekannt unter dem italienischen Namen Bottargha. Dabei handelt es sich um Rogen von der Meeräsche, der in einem aufwändigen Verfahren gepresst, gesalzen und getrocknet wird. Avgotaraho aus Messolongi gilt weltweit als Top-Spezialität und wird sogar bis nach Japan verschickt. Vor Ort probieren kann man den Fischrogen in unterschiedlichen Formen zum Beispiel im Restaurant Kontogiorgos am Ende der Lagune.

Marinierte Sardellen
Marinierte Sardellen bekommt man hier als VorspeiseFoto: Giannis Rousopoulos

Aufgrund seiner bewegten Geschichte gilt Messolonghi heute als Symbol des griechischen Widerstands gegen das Osmanische Reich, was besonders im „Garten der Helden“ im Stadtzentrum sichtbar wird. In dem kleinen Park sind berühmte philhellenische Freiheitskämpfer in Denkmälern verewigt, allen voran der britische Adlige Lord Byron, dem 1823 im Kampf gegen die Türken der Oberbefehl über die griechischen Streitkräfte übertragen wurde. Lord Byron starb kurz darauf, vermutlich an Malaria, in Messolonghi, und unter seiner Statue im Garten der Helden wurde sein Herz bestattet.

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Antikes Olympia

Wer den Westen Griechenlands besucht, sollte sich einen Abstecher auf die Peloponnes-Halbsinsel zum alten Olympia nicht entgehen lassen. Ein leichtes Gefühl von Ehrfurcht stellt sich ein, wenn man im Stadion des antiken Olympia steht, dort, wo vor fast 2800 Jahren die Olympischen Spiele erstmals ausgetragen wurden. Eingerichtet wurde das antike Olympia zunächst aber als Heiligtum für Zeus mit einem gewaltigen Tempel, dessen Ausmaße heute noch erkennbar sind.

Säule des Zeus-Tempels Griechenland
Eine Säule des Zeus-Tempels wurde rekonstruiertFoto: Angelika Pickardt

Zwei Museen auf dem Gelände veranschaulichen die Geschichte dieses bedeutsamen Ortes, der im 6. Jh. n. Chr. durch Erdbeben und Überschwemmungen zerstört und jahrhundertelang unter Sedimenten versunken war. Erst 1766 wurde Olympia wiederentdeckt und nochmal mehr als 100 Jahre später begannen die ersten Ausgrabungsarbeiten. Besonders beeindruckend sind die teils sehr gut erhaltenen meterhohen Marmorskulpturen, darunter die Nike des Paionios, die im Archäologischen Museum vor Ort ausgestellt ist.

Wer sich intensiver mit der Historie des antiken Olympia befassen möchte, für den empfiehlt sich eine geführte Tour über das Gelände. Die Griechin Maria Loukaridou bietet mehrstündige Touren in deutscher und englischer Sprache an, sehr informativ und kurzweilig. (Kontakt: loukaridou@yahoo.com, Tel:+306944353248).

Griechenlands Westküste – beste Reisezeit und Anreise

Die beste Reisezeit ist zwischen Mai und Oktober, wobei es im Juli und August während der griechischen Schulferien recht voll werden kann. Die Anreise erfolgt über Athen, wo zum Beispiel Aegean Airlines mehrmals täglich von verschiedenen deutschen Flughäfen aus hinfliegt. In Athen nimmt man sich am besten einen Mietwagen, denn es lohnt sich, weitere Orte über die erwähnten hinaus an der griechischen Westküste zu erkunden. Ein guter Startpunkt hierfür ist Nafpaktos, das man von Athen aus in 2,5 Stunden mit dem Auto erreicht. Bis nach Olympia sind es vor Nafpaktos aus knapp zwei Stunden.

Hinweis: Griechenland gilt derzeit aufgrund der Corona-Lage als Risikiogebiet. Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Griechenland derzeit ab (Stand: 23.7.).

Die Orte an Griechenlands Westküste auf der Karte

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Hoteltipps in Nafpaktos:

  • Arxontiko Pepos: kleines, liebevoll ausgestattet und geführtes Boutique-Hotel in der Altstadt nahe des Hafens, zwischen 60 und 80 Euro pro Doppelzimmer/Nacht
  • Ilion Hotel: Schönes uriges Hotel am Hang in ruhiger Seitenstraße unweit des Zentrums, von der Frühstücksterrasse hat man Meerblick, Doppelzimmer ab 70 Euro/Nacht
  • Flisvos Hotel: Moderneres Hotel direkt am Meer, in 8 bis 10 Minuten ist man zu Fuß entlang der schönen Strandpromenade im Hafen

Diese Reise wurde unterstützt von Marketing Greece, einer gemeinnützigen Gesellschaft, die das Tourismusministerium und die Nationale Tourismusorganisation Griechenlands unterstützt.

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