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So schön ist der „Malerweg“ im Elbsandsteingebirge

Die Basteiaussicht ist nur eines der Highlights auf dem Malerweg
Die Basteiaussicht ist nur eines der Highlights auf dem Malerweg Foto: Frank Lehmann
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Frank Lehmann

22. Juli 2025, 17:06 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Sechs Tage Wandern im Elbsandsteingebirge, das heißt für unseren Autor: 116 Kilometer auf dem Malerweg auf Spuren von Caspar David Friedrich mit Burgen, romantischen Tälern und bizarren Felsen. Und nach dem Wandern gibt es Wellness, Klettern und Paddeln auf der Elbe. Langeweile kommt nicht auf im südöstlichsten Zipfel Deutschlands. Ein Erfahrungsbericht.

„Was willst du da, da fahren doch nur Rentner hin!“ – so reagiert ein Freund, als ich berichte, dass ich in die Sächsische Schweiz fahre. Tatsächlich sehe ich ein ganzes Seniorenheim, das mit dem Bus zum Basteifelsen gekarrt wird. Dort trinkt man ein Bier, isst noch eine Thüringer Wurst oder eine Soljanka, macht schnell ein Erinnerungsfoto – und ab geht’s wieder heimwärts. Doch solche Reisende machen nur einen kleinen Teil der Urlauber hier aus. Wer es sportlich mag, ist im wilden Osten allerbestens aufgehoben. Ich habe mir den Malerweg vorgenommen: Hier warten viele Kilometer sehr gut ausgeschilderter Wanderwege und bieten anspruchsvolles sportliches Trekking. Trittsicherheit und gute Kondition sind gefordert. Los geht’s, der Rucksack ist gepackt, die Bergschuhe geschnürt!

Panoramablicke und Sehenswürdigkeiten

Klar, vorher gilt es, die Route zu planen. Wie viele Tagesetappen werden es, wo findet man Unterkünfte? Die Website des sächsischen Tourismusverbandes ist erstaunlich gut gemacht und sehr hilfreich. Hier werden die Routen detailliert vorgestellt. Vorschlag ist, den Weg in acht Tagen zu absolvieren. Quatsch, ich bin doch fit, das schaffe ich auch in fünf oder sechs Tagen – denke ich mir. Doch schon am ersten Tag merke ich, dass dieser stressige Ansatz falsch ist. Denn zum einen gibt es reichlich Höhenmeter, die man zu bewältigen hat – und zum anderen bremsen mich die wunderbaren Panoramablicke, die sich andauernd anbieten. Anhalten, schauen, fotografieren, durchatmen und nicht die Kilometer runterhetzen! Außerdem gibt es manche Passagen mit Leitern, Treppen und Engstellen. Das macht Spaß, bremst aber das Tempo. Und dann die Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Hier ein Wasserfall, dort eine Burg, lasst es ruhig angehen, Wanderfreunde.

Die erste Entscheidung war für mich, ob ich von Unterkunft zu Unterkunft wandern will oder von einem Standort aus. Ich habe mich für ein Appartement in Bad Schandau entschieden. Mit der sogenannten Gästekarte-Mobil oder dem Deutschlandticket sind die Busse des Verkehrsverbunds Oberelbe umsonst und sie fahren pünktlich und regelmäßig. Also nur einmal Meldeschein ausfüllen, einen leichten Tagesrucksack schultern und nur einmal Kofferpacken. Pirna, Rathen oder Königstein liegen zentral und sind ebenfalls geeignet. So habe ich nur einen Standort und es entgehen mir einige idyllisch-einsame Waldpensionen. Schade.

Auch interessant: Was man im Elbsandsteingebirge gesehen haben muss

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Der Malerweg in (fast) allen Etappen

Schamvoll muss ich gestehen, dass ich Rosinen gepickt habe – und nicht den ganzen Weg gegangen bin, sondern nur die Etappen 2 bis 7. Doch die waren einfach bezaubernd und ich habe geschworen, den Rest unbedingt nachzuholen. Hier meine kleinen (Geheim-)Tipps für die einzelnen Routen.

Etappe 2: Wehlen bis Hohnstein

Hier startet man gleich mit dem Highlight, der Basteiaussicht. Der Blick von dort ins Elbtal ist einfach traumhaft. Klar, das machen alle. Ich empfehle den Abstecher zur Pavillon-Aussicht, dort ist es einsamer und man bekommt auch ein Hammer-Panorama. In Rathen sollte man dann die Bäckerei Hübner ansteuern und die Eierschecke am Ufer genießen mit Blick auf die Sächsische Dampfschifffahrt. In der Forellenräucherei Leuschke ist der Fisch ist superlecker. Fettbemme in der Rathewalder Mühle sollte man ebenfalls nicht auslassen! Dann Zeit einplanen am Hockstein, denn der Aussichtspunkt auf Burg Hohnstein ist herrlich. Die Burg muss man auch besuchen und die teils tragischen Geschichten dort erfahren.

Die Burg Hohnstein muss man auch besuchen und die teils tragischen Geschichten dort erfahren
Die Burg Hohnstein muss man auch besuchen und die teils tragischen Geschichten dort erfahren Foto: Frank Lehmann

Etappe 3: Hohnstein bis Altendorf

Es folgt ein Abstecher in die kleine Gautschgrotte. Sich Zeit lassen für die Aussicht vom Brandmassiv lohnt sich, dort hat man den schönsten Blick auf den magischen Tafelberg Lilienstein. Der Bio-Ziegenkäse in der Brand-Baude ist ebenfalls ein Highlight. Die 800 Treppenstufen hinab in den Tiefen Grund langsam zu gehen, lohnt sich. Es wartet eine entspannte Pause im Biergarten der Waitzdorfer Schänke.

Etappe 4: Altendorf bis Neumannmühle

Früh starten ist angesagt, denn heute werden es mehr als 18 Kilometer Wegstrecke auf dem Malerweg. Im Kirnitzschtal heißt es innehalten und mit dem Fernglas Eisvögel beobachten. Dort sollte man von der Route abweichen und den einsamen Flößersteig erkunden. Und unbedingt die Schrammstein-Aussicht erklimmen, die bietet den schönsten Blick im ganzen Elbsandsteingebirge! Den Wildschützensteig zu nehmen, lohnt sich, aber Achtung: Stahltreppen und steile Passagen erschweren die Wanderung hier. Man muss schwindelfrei sein.

Die vierte Etappe des Malerwegs führt zum Lichtenhainer Wasserfall
Die vierte Etappe des Malerwegs führt zum Lichtenhainer Wasserfall Foto: Frank Lehmann

Dann geht’s zum Lichtenhainer Wasserfall: Er ist auf den ersten Blick enttäuschend, aber alle halbe Stunde wird mit donnernder Musik „Also sprach Zarathustra“ ein großer Wasserschwall ausgelöst. Beeindruckend ist dann auch die Felsenhöhle Kuhstall am Neuen Wildenstein.

Etappe 5: Neumannmühle bis Schmilka

Es gilt, die Einsamkeit aufzusaugen, denn hier sind wir nahe an der tschechischen Grenze und wenige Wanderer sind unterwegs. Es gibt kaum Gastronomie, daher sollte man unbedingt ans Trinkwasser denken, um den Gipfel des Großen Winterbergs mit 556 Metern zu erklimmen. Den Zielort Schmilka darf man nicht auslassen – besonders der Biergarten Alte Schule lohnt sich. In Schmilka kann man zudem das Wanderschiff auf der Elbe nehmen und das Panorama der Schrammsteine vom Fluss aus genießen.

Etappe 6: Schmilka bis Gohrisch

Die Barockkirche Reinhardtsdorf muss man sich auf dieser Etappe unbedingt anschauen. Der Papststein besticht durch seine atemberaubende Rundumsicht. In der dortigen Bergaststätte muss man unbedingt den Linseneintopf probieren!

Etappe 7: Gohrisch bis Weißig

Der Tafelberg Pfaffenstein hat steile und enge Eisentreppen, also erneut vorsichtig sein. Genug Zeit für die Bergfestung Königstein sollte unbedingt eingeplant werden – zwei Stunden mindestens. Eventuell kann man in Königstein auch mal die Wanderschuhe ausziehen und sich ein Kanu ausleihen und dann auf der Elbe bis nach Pirna paddeln. Dort kann man bequem wieder in die S-Bahn steigen.

Eine der schönsten Landschaften Europas

Ja, ich war faul und habe die Schlussetappe ausgelassen. So ist es nun nicht der ganze Malerweg geworden. Schuld ist die wunderbare Region dort im östlichen Sachsen, die einfach zu viel bietet, sodass ich manches Mal von diesem berühmten, vielfach prämierten Weg abgelenkt wurde. Hier gibt es einfach zu viel zu entdecken. Bad Schandau mit einem niedlichen Park, einem historischen Aufzug von 1904 und einer tollen Therme. Die Felsenbühne Rathen mit einem vielfältigen Programm. Die alten Raddampfer auf der Elbe. Und, und, und.

Hier kann man wunderbar wandern und sich herrlich entspannen. Ich komme wieder und bringe meinen Freund mit, der seine Vorurteile schnell loswerden wird. Die sächsischen Tourismusmanager werben mit „Die Mehrtages-Wandertour durch eine der schönsten Landschaften Europas“. Und sie haben recht!

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