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Urlaub mit Charakter

7 Gründe, warum St. Peter-Ording eine Liebeserklärung verdient hat

St. Peter-Ording
Es gibt viele Gründe für einen Urlaub in St. Peter-Ording – der Sonnenuntergang ist einer von ihnen. TV-Moderator Chris Wackert kennt den Küstenort richtig gut – und hat die besten Tipps.Foto: Getty Images

St. Peter-Ording gehört nicht zu den Nummer-1-Urlaubszielen in Deutschland. Zu Unrecht, wenn es nach TV-Moderator Christian Wackert (u. a. „Sat.1-Frühstücksfernsehen“) geht. Seine Eltern fahren seit mehr als 30 Jahren dorthin in den Urlaub, früher war die Familie mindestens einmal im Jahr da. Chris lernte im Sand laufen, später kam er mit Freunden zu den Kitesurf-Events. Und heute? Liebt er den Küstenort immer noch. Warum das so ist, hat er TRAVELBOOK verraten.

von Christian Wackert

Bevor es losgeht, müssen wir zunächst ein paar Grundregeln festlegen. Denn wer in St. Peter-Ording dazugehören will, muss immer „bidde“ sagen – „tt“ gibt es nördlich der Elbe nicht. In SPO, also St. Peter-Ording, darf es außerdem regnen und stürmen so viel es will und man muss es akzeptieren. Ja, auch im Hochsommer. Auch 18 Grad im Juli sind kein Grund für Frust. Und die letzte Regel: Vergleichen Sie SPO niemals mit Sylt. Alles verinnerlicht und immer noch Lust auf einen der Charakter-stärksten Urlaubsorte Deutschlands, ach was, der Welt? Dann viel Spaß beim Hören meiner Tipps oder beim Lesen meiner 7 Gründe für einen Urlaub in St. Peter-Ording!

Hier finden Sie einen Überblick über alle Folgen von „In 5 Minuten um die Welt“.

1. Schon die Anfahrt lohnt sich

Wer denkt, Deutschland ist nördlich von Hamburg zu Ende, wird auf dem Weg nach St. Peter-Ording eines Besseren belehrt. Schon beim Befahren der zweispurigen A23 im Dreieck Hamburg-Nordwest wird klar: Diese Autobahn führt an einen besonderen Ort. Vergessen sind die kilometerlangen Staus aus deinem Großstadt-Umfeld. Bei gemütlichen 130 km/h geht es an klangvollen Ausfahrten wie Halstenbek-Krupunder, am berühmten Pinneberg (da, wo die Menschen kein Auto fahren können) und am friedlichen Schafstedt vorbei. Auf der Nordostseekanal-Brücke lohnt sich ein kurzer Lookout-Stop mit Blick auf die unendlichen Weiten des nordwestlichen Schleswig-Holsteins.

In Heide angekommen ist es dann nach knapp 90 Kilometern auch schon wieder vorbei mit meiner Lieblingsautobahn. Die A23 weiß eben, wann sie sich zurückzuziehen hat und übergibt den Routenstab nun an idyllische Landstraßen entlang weiter Wiesen. Ab jetzt heißt es: Ruhe. Ob man dann die B5 über Tönning und Garding oder den Weg über Wesselburen und das Eider-Sperrwerk nimmt, ist jedem selbst überlassen. In meinen 25 SPO-Jahren ging es vorzugsweise entlang der L305 und des Deichs über das Sperrwerk.

2. Weil Badestellen nicht immer Badestellen sind

St. Peter-Ording heißt auch: Statt bei windstillen 32 Grad auf der Liege vor einem Luxusbunker zu relaxen, geht es raus aus der Komfortzone. Und zwar auf die Halbinsel Eiderstedt nach Böhl, Süd/Dorf, Bad oder Ording. Für FKK-Freunde bietet sich noch Ording-Nord an. Die genannten Ortschaften sind die vier bzw. fünf „Badestellen“, die St. Peter-Ording seinen Gästen bietet. Wobei „Badestelle“ hier echt angestaubt deutsch klingt. Jeder Ortsteil verdient sich nämlich zweifelsohne und mühelos seine eigenen fünf Sterne. Mit Ecken, mit Kanten, mit Charakter. Laut der eigenen Webseite besuchen jährlich übrigens ca. 200.000 Touristen die Gemeinde. Klingt viel. Wenn man aber einen Strand hat, der nicht nur 12 Kilometer lang ist, sondern auch 2 Kilometer breit, dann kann man froh sein, wenn man außerhalb von den Hotspots in der Off-Season überhaupt jemanden trifft. Herrlich.

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3. Weil Action und Ruhe hier Hand in Hand gehen

Die Pfahlbauten und Strandkörbe sind Markenzeichen von St. Peter-Ording
Die Pfahlbauten und Strandkörbe sind Markenzeichen von St. Peter-OrdingFoto: Getty Images

Beginnend im Süden ist Böhl wohl die Zurückhaltende unter ihren Geschwistern, beschreibt sich selbst als „der Ruhepol“. Mit Verlaub. Spätestens nach Betreten des Deichs und einem Blick gen Horizont, fällt das Meer an bunten Kites am Horizont auf. Spielen die Bedingungen mit, finden sich in Böhl nicht selten mehrere Hundert Kitesurfer im Wasser und zeigen, dass es auch im Süden St. Peter-Ordings neben atemberaubender und ruhiger Natur richtig zur Sache gehen kann. Sollte der Mund vom Staunen nun etwas ausgetrocknet sein, kann man sein wohlverdientes Bierchen entspannt in der „Seekiste“ abholen, die sich auf einer der Pfahlbauten am Strand befindet. Prost! Wer am Abend ungläubig auf den Schrittzähler schaut, der locker mehr als 10.000 Schritte anzeigt, ist in SPO angekommen.

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4. Weil man problemlos vom Markt zur Wattwanderung kann

Nicht schlapp machen! Wir ziehen weiter und flanieren ein bisschen durch den Ortsteil Dorf. Hier ist der Name Programm. Rote Klinker, Reetdächer, kleine Geschäfte, liebevolle Restaurants und keine Spur von Massentourismus. Sympathisch. Tipp: Am Mittwoch zum wöchentlich stattfindenden Markt gehen.

Außerdem noch ein ernstgemeinter Hinweis: Nicht zu kompliziert anziehen. Der obligatorische SPO-Look sollte sich immer zwischen kurzer Hose, T-Shirt und Sweater sowie einem Windbreaker bzw. einer dünnen Regenjacke einpendeln. Plus minus Kopfbedeckung, aber niemals mit Regenschirm! Hat man den Look einmal verinnerlicht, kann man vom Dorf aus bei Ebbe auch eine spontane Wattwanderung starten. Balsam für die Seele und die wichtigsten SPO-Körperteile, die Füße.

5. Weil man hier auch bei 16 Grad in der Nordsee badet

Dass SPO auch Touri kann, zeigt sich im Ortsteil Bad. Hier findet man neben Wellness-, Kulinarik-, Shopping- und Erlebnis-Angeboten auch das eigentliche Bad-Herz, eine 1089 Meter lange Seebrücke. Wer auf ihr gemächlichen Schrittes in Richtung des sandverwehten Horizonts geht, wird verstehen, warum der Weg immer das Ziel sein muss. Wer die Schuhe nicht längst schon ausgezogen hat, holt das beim nahtlosen Brücken-Strand-Übergang bidde schnellstens nach. Und dann: stehen bleiben, umschauen, tief Luft holen und einfach die nächsten Sandschritte treiben lassen.

Im Anschluss an den Strandausflug kann man seine Füße am besten direkt in die Nordsee tauchen. Ach was, direkt ganz rein! 16 Grad Wassertemperatur müssen reichen. Wärmer wird es nicht. Kälter aber auch nicht… Einmal getrocknet, hat man sich einen der Strandkörbe verdient. Richten Sie ihn gen Sonne, denn auch die Wolken wissen diesen Moment oft zu respektieren und verziehen sich (mit etwas Glück) für die nächsten 10 Minuten.

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6. Weil man hier AUF dem Strand parken kann

In St. Peter-Ording ein ganz normaler Anblick: ein auf dem Strand geparktes Auto
In St. Peter-Ording ein ganz normaler Anblick: ein auf dem Strand geparktes AutoFoto: Getty Images

Schon immer davon geträumt, die Familienkutsche am Strand zu parken? Dieser Traum kann in St. Peter-Ording in Erfüllung gehen. Strandparken ist hier in Ording gegen eine kleine und völlig angebrachte Pauschale ausdrücklich erlaubt. Der Weg dorthin führt über den Deich, vorbei an gutgelaunten Kassierern und Kassiererinnen. Schnell spürt man den nicht immer hartgefahrenen Sand unter den Rädern. Selbstbewusst fahren und schon hat man die Qual der Parkplatzwahl. Fenster hoch, Auto aus. Wer jetzt noch einen Drachen im Auto hat, hat gewonnen. Hinweis: Die Gefahr in einem der berühmten Pfahlbauten zu „versacken“ ist hier relativ groß. Aussicht, Flair und Menschen tun hier ihr Übriges.

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7. Weil man nichts von alledem machen muss!

St. Peter-Ording ist gnädig. Man muss nicht dazugehören. Man muss keine 10.000 Schritte gehen. Und man muss auch nicht wattwandern, kiten oder strandsegeln. Und auch das Auto muss nicht am Strand parken. St. Peter-Ording lässt einen in Ruhe, wenn man will. Aber hat man diesen wunderschönen Ort mit all seinen Weiten, seinen Menschen, seinen Macken, seinen Wolken, Böen und Temperatur-Schwankungen ins Herz geschlossen, hat man auf jeden Fall eins: Charakter!

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