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Abseits der Touristenpfade

8 Rom-Tipps für Fortgeschrittene

Rom
Foto: Getty Images

Wer zum ersten Mal nach Rom reist, kommt um das Kolosseum nicht herum, genauso wenig wie um den Petersplatz und die Spanische Treppe. All das sind wunderschöne und beeindruckende Orte, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Aber es lohnt sich auch, die Touristenpfade zu verlassen und einen Blick auf die weniger bekannten Orte der Stadt zu werfen. TRAVELBOOK hat 8 Rom-Tipps für Fortgeschrittene.

1. Beste Aussichten

Der Aussichtspunkt Gianicolo mit seinem weißen Leuchtturm ist inzwischen kein Geheimtipp mehr und recht gut besucht. Und wer die Kuppel des Petersdoms erklimmen will, muss mit mehr als zweistündigen Wartezeiten rechnen. Aber es gibt ja noch andere schöne Orte, an denen einem Rom zu Füßen liegt. Der Giardino degli Aranci zum Beispiel, der Orangengarten, der auf dem Aventin neben der Kirche Santa Sabina liegt – und in dem tatsächlich viele Orangenbäume wachsen. Schauen Sie an der Piazza dei Cavalieri di Malta durch das Schlüsselloch an dem großen verschlossenen Tor. Wetten, dass Ihnen beim Anblick dessen, was Sie jetzt sehen, ein verzücktes „Oooh“ entfährt? Ein schöner Ausblick über das historische Zentrum bietet sich auch vom Palazzo Vittoriano – dem mächtigen marmorweißen Bauwerk an der Piazza Venezia, das die Römer übrigens wegen seiner Form „Schreibmaschine“ getauft haben.

2. Treiben lassen

Zum Beispiel durch die Via Giulia mit ihren bewachsenen alten Gemäuern und romantischen Torbögen. In Rom gibt es so viele tolle Palazzi mit geheimnisvollen Hinterhöfen und von Efeu bewachsene schmale Gassen, die sich plötzlich wieder zu wunderschönen Plätzen öffnen. Früher oder später kommt man ohnehin wieder an einem Ort vorbei, der in jedem Reiseführer steht. Dann war man da, weil man ihn selbst entdeckt hat, als Teil einer Stadt, die aus so viel mehr besteht als Spanische Treppe, Trevi-Brunnen und antiken römischen Stätten. Und das Gute: Roms historisches Zentrum ist zwar groß, lässt sich aber mit bequemen Schuhen sehr gut zu Fuß erlaufen.

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3. Auch mal was Modernes

Rom, das ist die Stadt mit der 3000-jährigen Geschichte – die Stadt der antiken Ruinen, der frühschristlichen Basiliken, der prächtigen Renaissance- und Barockbauten und Skulpturen. Aber auch Fans moderner Kunst werden in der „ewigen Stadt“ fündig. Im Mai 2010 hat mit dem Museo nazionale delle arti del XXI secolo (kurz: MAXXI) ein bedeutendes Museum für zeitgenössische Kunst eröffnet. Das MAXXI beherbergt auch Italiens erstes Architekturmuseum. Im selben Jahr wurde zudem das Museo di arte contemporanea (Macro) nach langen Renovierungsarbeiten wieder für das Publikum eröffnet. Immer mehr Künstler zieht es nach Rom. In den Gassen um die Piazza Navona und den Campo de‘ fiori haben viele Galerien eröffnet.

4. Rein in die Wohnviertel

Das alte Arbeiterviertel Trastevere auf der linken Tiberseite mit seinen vielen urigen Lokalen ist charmant, keine Frage. Aber weil das längst kein Geheimnis mehr ist, zieht es sehr viele Touristen hierher. Beschaulicher und ruhiger geht es im ehemaligen Armen-Viertel Monti hinter dem Forum Romanum zu. Auf der Piazza della Madonna dei Monti kann man beim Capuccino chillen oder einen Wein schlürfen, während man den Römern beim Plausch lauscht. Das Wohnviertel mit den schönsten Palazzi ist Parioli im Nordwesten des Stadtzentrums. Wenn der Portiere, der Hausmeister, Sie durchlässt, schauen Sie unbedingt in den einen oder anderen Innenhof. Zauberhaft und in kaum einem Stadtführer erwähnt, ist die Piazza Mincio im Quartiere Coppedè mit ihren wundersamen Jugendstil-Gebäuden und einem verschnörkelten Froschbrunnen in der Mitte.

5. Einkaufen im Freien

Mode ist ein wichtiges Thema in Rom. Was man allein schon an den stets gut gekleideten Römern und Zugezogenen merkt. Und so reihen sich am Fuße der Spanischen Treppe und in der Via Condotti edle Marken wie Gucci Versace, Prada, Dolce & Gabbana und Co aneinander. Auch echte Hutmacher und exquisite Damen- und Herrenschneider findet man in Roms Gassen noch. Wer aber lieber günstig und individuell shoppt, der sollte draußen bleiben: auf den Märkten der Stadt. Fast jedes Viertel in Rom hat seinen eigenen Lebensmittelmarkt, meist überdacht und von außen kaum als solcher erkennbar. Drinnen öffnet sich eine bunte, duftende Welt voller Delikatessen, von Käse über Fisch und Fleisch bis bin zu leckeren Antipasti und selbstgemachter Pasta. Hier findet sich auch das ein oder andere Mitbringsel für Zuhause. Unbedingt sollte man vormittags einen Abstecher zum Blumen- und Lebensmittelmarkt auf dem Campo de’ Fiori machen, mit anschließendem Bummel durch die Via dei Giubbonari. Einen Besuch wert sind auch die Flohmärkte der Stadt, zum Beispiel in der Via Sannio nahe San Giovanni in Laterano, oder Roms größter Flohmarkt Porta Portese. Passen Sie immer gut auf Ihre Wertsachen auf!

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6. Nicht immer nur Steine

Wer zu Fuß in Rom unterwegs ist, braucht Verschnaufpausen. Am besten lassen die sich im Grünen verbringen, und davon gibt es mehr als genug. In Italien sind Parks oft nach Villen benannt, die einst dort standen oder noch stehen. Die Villa Borghese zum Beispiel, die sich oberhalb der Piazza del Popolo erstreckt und einst der Sommerpalast des borghesischen Fürstengeschlechts war. Wegen seiner zentralen Lage ist der Park immer gut besucht. Wer wirklich Ruhe sucht und richtig durchatmen will, sollte die Villa Ada im Stadtteil Parioli besuchen. Hier kann man auf riesigen Wiesen im Schatten von Pinienbäumen chillen, über Waldwege laufen oder mit dem Ruderboot über einen kleinen See schippern. Geschichtsfans finden unter der Villa Ada die Priscilla-Katakomben mit frühchristlichen Malereien, unter anderem der ältesten bekannten Darstellung der Madonna.

7. Aperitivo und Wein auf die Hand

Wenn es Abend wird in Rom, knattern die Vespas mit Männern im Anzug und Frauen im Business-Look durch die Straßen. Viele Römer treffen sich nach der Arbeit auf einen Aperitivo in der Bar – die schönste Art, in Italien einen Abend zu beginnen. Zum Martini oder Weißwein gibt es kleine Snacks wie Oliven, Käse und Mini-Pizzen. Bezahlt wird am Ende nur das Getränk, jedoch ersetzt der aperitivo auf keinen Fall das Abendessen. Langen Sie bei den Snacks also nicht zu kräftig zu, um keine brutta figura vor den Römern zu machen. Zu Abend essen die Italiener meist viel später, nach 21 Uhr. Eine ganz besondere Stimmung herrscht auf dem Campo de‘ Fiori, wo sich Dutzende junger Leute treffen und auf den Stufen des Denkmals von Giordano Bruno bei einem Glas vino zusammensitzen. Den Wein gibt es in einem der Lokale am Platz auf die Hand, stilvoll im Plastikbecher. Wer in Rom richtig feiern will, muss die späten Abendstunden abwarten. In keinem Club der Stadt ist vor 23 Uhr was los. Die Reichen und Schönen treffen sich im Gilda nahe der Piazza di  Spagna, aber hier kommt nicht jeder an den Türstehern vorbei. Zünftiger geht es rund um den Monte Testaccio zu, wo sich Lokale und Clubs aneinanderreihen, oder im Studenten-Viertel San Lorenzo mit seinen vielen netten Kneipen.

8. Raus aus der Stadt

In den Sommermonaten lohnt sich ein Abstecher ans Meer. Fährt man von Rom aus geradewegs zur Küste, landet man in Lido die Ostia. Viel schöner und leerer werden die Strände, wenn man mit dem öffentlichen Bus die Küstenstraße in Richtung Anzio weiterfährt. Der Bus hält immer an bestimmten, durchnummerierten Strandabschnitten, die jeweils eine eigene Bar und Liegen zum Mieten haben. Je höher die Nummer, desto weniger die Besucher, mit denen man den Strand teilen muss. Wer Weißwein mag, sollte das etwa 20 Kilometer südöstlich von Rom gelegene Städtchen Frascati besuchen. In den vielen Lokalen im Ort bekommt man den trockenen Frascati-Wein, serviert mit deftiger Porchetta, Käse, Oliven und Bauernbrot.

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