6. November 2025, 13:04 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Europa steckt voller Städte und Regionen, die sich immer wieder zu besuchen lohnen. Daneben gibt es Orte, die gerade jetzt besonders „im Kommen“ sind. So erklärt das renommierte Reisemagazin „Condé Nast Traveller“ seine Auswahl der aus seiner Sicht besten Reiseziele in Europa für das Jahr 2026. TRAVELBOOK stellt die Liste vor – darunter eine womöglich polarisierende Nennung aus Deutschland.
Rom, die sogenannte Ewige Stadt, ist ewig schön. Und auch viele andere Destinationen in Europa ziehen das ganze Jahr über Besucher aus aller Welt an. Doch wo tut sich gerade etwas? Welche Orte rücken aktuell in den internationalen Fokus, vielleicht durch große Sportereignisse, außergewöhnliche Kulturprojekte oder neue gastronomische Konzepte? Und welche Städte und Regionen setzen besonders auf nachhaltigen Tourismus? Nach diesen Kriterien hat „Condé Nast Traveller“ spannende Reiseziele Europas für das Jahr 2026 ausgewählt. Grundlage der Liste waren Länder, Regionen, Städte und Stadtteile, die Experten aus dem großen Netzwerk des Reisemagazins nominiert hatten. Die Redaktion filterte schließlich die 10 wichtigsten Highlight-Orte heraus – darunter eine deutsche Metropole, die demnach „in der Designwelt aktuell ganz vorn mit dabei ist“.
Mehr oder weniger überraschende Orte dabei
Nun sollte man sich von der Liste keine Geheimtipps erwarten – diesen Anspruch hat sie gar nicht. Es sind gar Orte dabei, die bekanntermaßen von Problemen durch Overtourism betroffen sind, etwa die griechische Insel Kreta. Sie wurde kürzlich offiziell zur Europäischen Gastronomieregion für das Jahr 2026 ernannt, was – neben der Eröffnung neuer, spannender Hotelrestaurants und eines neuen Flughafens – einer der Gründe für die Nennung in der Liste ist. Ebenso die italienische Millionenstadt Mailand muss man Reisewilligen wohl kaum noch schmackhaft machen; wobei Kenner wohl das weniger überlaufende Turin nicht minder schätzen. In Mailand jedenfalls werden 2026 die Olympischen Winterspiele stattfinden und daneben sind laut „Condé Nast Traveller“ verschiedene Designmessen und das typische „Dolce Vita“ Argumente für einen Besuch der Stadt im kommenden Jahr.
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Zu den deutlich weniger bekannten Orten aus der Liste der besten Reiseziele in Europa für 2026 zählt Oberkrain (Gorenjska). Dabei handelt es sich nicht um eine Stadt, sondern um eine der historischen Landschaften Sloweniens. Die Region besticht durch eine märchenhafte Natur und charmante Dörfer, die Besucher in eine andere Welt versetzen, heißt es bei „Condé Nast Traveller“. Gleichzeitig setzt Oberkrain auf kulturelle Höhepunkte und Nachhaltigkeit: Ein neues Museum für zeitgenössische Kunst zeigt Werke aus ganz Europa, während Thermal-Spa-Resorts Wellness und Erholung in einer beeindruckenden Naturkulisse bieten.
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Frankfurt am Main einzige deutsche Stadt der Liste
Die deutsche Stadt auf der Liste ist Frankfurt am Main (s. großes Foto oben). Eigentlich als Bankenmetropole bekannt, will sie sich im kommenden Jahr vor allem als Weltdesignhauptstadt hervortun. „Mehr als 200 Veranstaltungen werden die Stadt weiter aufblühen lassen, vom Mainufer bis zu Stadtteilen, die sich in den letzten Jahren neu entwickelt haben“, heißt es zur Begründung. Der Osthafen zum Beispiel – „einst dröges Industriegebiet, heute ein lebendiges Viertel“.
Frankfurt am Main wird außerdem wegen der im Jahr 2018 eröffneten Neuen Altstadt hervorgehoben. Dort verbinden sich liebevoll rekonstruierte Fachwerkhäuser und moderne Gebäude zu einem harmonischen Ensemble rund um den Römer und den historischen Gerechtigkeitsbrunnen. Im Westend ergänzt die Jüdische Akademie als neues Zentrum für Bildung, Kultur und Austausch das Stadtbild – ein bedeutendes Projekt für die in Frankfurt tief verwurzelte jüdische Gemeinde. Besucher könnten in einem der von „Condé Nast Traveller“ erwähnten neu eröffneten Hotels übernachten, darunter das einstige traditionsreiche Grandhotel Hessischer Hof, das bis Ende 2025 als Taj-Hotel wiedereröffnet werden soll.
„Ich finde die Wahl Frankfurts nachvollziehbar“
„In der TRAVELBOOK-Redaktion stieß die deutsche Stadt auf der Liste zunächst auf Unverständnis. Kein Wunder, verbinden viele Menschen von außerhalb mit Frankfurt am Main oft die unschönen Seiten der Stadt – etwa das für Drogen und Kriminalität berühmt-berüchtigte Bahnhofsviertel, das schon häufig Gegenstand kritischer Reportagen war. Das ist schade, denn Frankfurt hat viel mehr zu bieten. Ich weiß das, weil ich dort aufgewachsen bin. Heute ist die Stadt für mich auch ein Reiseziel – und zwar ein geschätztes. Den Eindruck der „Condé Nast Traveller“-Autorin kann ich nur bestätigen: Zahlreiche Stadtteile und Ecken haben sich in den vergangenen Jahren völlig neu erfunden, es bewegt sich viel. In diesem Beitrag sind 11 gute Gründe dafür aufgeführt, die Stadt am Main zu lieben oder zumindest zu besuchen – ob 2026, in diesem oder einem anderen Jahr.“
Die 10 besten Reiseziele in Europa für 2026
Die folgende Auflistung zeigt die 10 besten Reiseziele in Europa für das Jahr 2026 inklusive einer Kurzbeschreibung der Begründung von „Condé Nast Traveller“:
- Sevilla, Spanien: neue Luxushotels, kreative Gastronomie und aufstrebende Cocktailbars
- Kreta, Griechenland: Europäische Gastronomieregion 2026, neues Flughafenprojekt, luxuriöse Resorts
- Peloponnes, Griechenland: Drehort für Christopher Nolans „Odyssee”, neue Wanderwege und antike Kulturschätze.
- Mailand, Italien: Gastgeber der Olympischen Winterspiele 2026, neue Designhotels, Möbelmesse Salone del Mobile.
- Saint-Gervais-les-Bains, Frankreich: nachhaltiger Alpentourismus, neue energieeffiziente Züge, Eröffnung des Glacioriums
- Oberkrain (Gorenjska), Slowenien: Julische Alpen, Bleder See, neue Kunst- und Wellnesszentren
- Brüssel, Belgien: kulturelles Revival, neues Centre-Pompidou-Museum, Eröffnung des Hotels The Standard.
- Frankfurt am Main, Deutschland: Weltdesignhauptstadt 2026, neue Hotels, Jüdische Akademie, lebendige Food- und Kulturszene.
- Islay, Schottland: Whisky-Insel mit neuen Brennereien und dem Boutique-Hotel „Ardbeg House“.
- Oulu, Finnland: Kulturhauptstadt Europas 2026 mit Kunst- und Nachhaltigkeitsprojekten sowie Saunafestivals.