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Illegales Abwasser und Mikroalgen

Mehrere Strände auf beliebter Kanareninsel wegen mangelhafter Wasserqualität gesperrt

Strände geschlossen auf Teneriffa
Auf Teneriffa sind zahlreiche Strände geschlossen, dazu zählte bis vor wenigen Tagen auch die Playa de La TejitaFoto: Getty Images

Viele Reisende schätzen den September auf Teneriffa, denn mit 20 bis 27 Grad sind die Temperaturen angenehm und baden kann man auch noch. Aktuell jedoch ist genau das an verschiedenen Stränden der Kanareninsel nicht möglich. Denn das Meer ist mit Mikroalgen befallen, der Kontakt mit ihnen würde ein Risiko für die Gesundheit der Badegäste bedeuten. TRAVELBOOK kennt die Ursachen für das wiederkehrende Problem.

Wer diesen Sommer einen Badeurlaub auf Teneriffa verbringen wollte, hatte gebietsweise das Nachsehen. Denn verschiedene Strände der Kanareninsel waren in den vergangenen Wochen gesperrt. Angefangen hat es Anfang August in Candelaria und Granadilla, jeweils im Süden und Osten der Insel. Und nun haben die Stadtverwaltungen auch für Strände von Punta Larga und Los Guanches ein Badeverbot verhängt. Grund dafür ist die mangelhafte Wasserqualität.

Strände auf Teneriffa wegen Mikroalgen gesperrt

Teneriffas Strände sind von Mikroalgen befallen. Jene Organismen produzieren giftige Stoffe, die bei Kontakt mit dem Menschen starkes Unwohlsein (Übelkeit, Gliederschmerzen) bis hin zu Erkrankungen (z. B. der Augen und Atemwege) auslösen können. Entstanden sein sollen die Mikroalgen aufgrund von Abwassern im Meer.

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Abwassereinleitungen auf den Kanaren längst ein Problem

Neu ist das Problem offenbar nicht. Denn wie aktuell unter anderem „Teneriffa News“ berichtet, verursachen Abwasserpunkte auf den Kanarischen Inseln immer wieder starke Verunreinigungen, die bereits in der Vergangenheit wiederholt zu Strandschließungen geführt haben. Besonders schlimm sei es demnach im Jahr 2018 gewesen, als jeweils für mehrere Wochen immer weitere Strände Teneriffas gesperrt waren.

Die Ursache ist bekannt: 72 der genutzten Einleitungsstellen für Abwasser in ihrer derzeitigen Form haben keine Genehmigung. Denn Herkunft, Menge und Art der Abwasser entsprechen nicht den zulässigen Verordnungen. Die EU muss dafür regelmäßig Geldstrafen in Millionenhöhe zahlen.

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Seit Jahren unternimmt Teneriffas Regierung Versuche, direkt auf den Mikroalgenbefall zu reagieren. 2018 etwa setzt sie ein Schiff ein, von dem aus die Lebewesen aus dem Wasser gefischt werden sollten. Doch derartige „Lösungen“ sind temporär. Denn das Kernproblem ist der mangelhafte Umgang mit Abwassereinleitungen. Solange dieses nicht behoben wird, ist davon auszugehen, dass immer wieder Strände auf Teneriffa aufgrund von Mikroalgen gesperrt werden müssen.

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