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Danger Islands

Diese Inseln in der Antarktis werden von Deutschland geschützt

Danger-Inseln
Die Danger-Inseln in der Antarktis auf einer Satellitenaufnahme. Seit 2024 steht das sieben Eilande umfassende Archipel unter deutschem Schutz. Foto: DigitalGlobe/Getty Images
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Robin Hartmann Autorenkopf
Freier Autor

26. August 2026, 12:03 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Seit Juni 2024 engagiert sich Deutschland für den Umweltschutz auch am anderen Ende der Welt. Unter dem kryptischen Namen ASPA Nr.180 gilt seitdem der sieben Eilande umfassende Archipel der Danger-Inseln als Schutzgebiet der Bundesrepublik. Unter anderem geht es darum, die Heimat der weltgrößten Kolonie an Adeliepinguinen zu bewahren. Tatsächlich gab es im November 2025 daher auch schon eine erste Expedition auf die extrem abgelegenen Inseln, weitere sollen folgen.

ASPA Nr.180. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein Projekt, in dem sich Deutschland seit dem Juni 2024 für den Umweltschutz engagiert. Aber nicht etwa in der Bundesrepublik selbst, sondern am anderen Ende der Welt, in der Antarktis. Genauer gesagt auf dem nur 4,5 Quadratkilometer umfassenden Archipel der Danger-Inseln und seinen insgesamt sieben Eilanden. Nur von wenigen Menschen bislang überhaupt betreten, sind sie Heimat der weltgrößten Kolonie von Adeliepinguinen und mittlerweile im Rahmen des Antarktis-Vertrags als deutsches Schutzgebiet ausgezeichnet. Und die Bundesrepublik, bzw. ein ausgewähltes Team an Forschern, war im November 2025 tatsächlich auch schon einmal vor Ort.

ASPA, das bedeutet im Klartext laut dem im Projekt engagierten Umweltbundesamt Antarctic Specially Protected Area. Also übersetzt etwa „besonders geschütztes antarktisches Gebiet“. Die Danger-Inseln liegen an der nordöstlichen Spitze der antarktischen Halbinsel. In der Endauswahl für das erste deutsche Schutzgebiet war demnach auch noch das Otto-von-Gruber-Gebirge im Königin-Maud-Land in der Ostantarktis. In Zusammenarbeit mit den USA wurde dann auf der jährlich stattfindenden Antarktis-Vertragsstaatenkonferenz der endgültige Vorschlag eingebracht und angenommen.

Deutschland ist seit 1979 dabei

Danger-Inseln
Auf den Danger-Inseln lebt die weltweit größte Kolonie an Adeliepinguinen Foto: LightRocket via Getty Images

Der ursprüngliche Antarktis-Vertrag wurde bereits 1959 von den damals ersten zwölf Staaten unterzeichnet und trat 1961 endgültig in Kraft. Er sieht unter anderem den totalen Verzicht der Mitgliedsstaaten auf Gebietsansprüche in der Antarktis vor. Zudem verbietet er militärische Aktivitäten und fördert die wissenschaftliche Zusammenarbeit der Mitglieder. Deutschland ist seit 1979 in dem Verbund aktiv und hat seit 1981 als konsultatives Mitglied Mitbestimmungsrecht bei Entscheidungen. Seit 1988 schützt auch das sogenannte „Madrid-Protokoll“ die Antarktis und damit die Danger-Inseln. Politisch sind sie aber dem „ZDF“ zufolge seit jeher umstritten.

Fritz Hertel, Ökologe und Mitarbeiter des Polarteams beim Umweltbundesamt, erklärt auf TRAVELBOOK-Anfrage die deutschen Ambitionen: „Unser Status bringt ja nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten mit sich. Unsere Gemeinschaft möchte ein ganzes Netzwerk an Schutzzonen aufbauen. Im Moment stehen wir bei 76 dieser Gebiete in der gesamten Antarktis.“ Was die Investitionen auf dem Kontinent angehe, sei Deutschland unter den heute 58 Vertragsstaaten etwa an fünfter Stelle. An dem Plan für die Danger-Inseln habe man seit 2016 gearbeitet, und dabei „zahlreiche formelle Hürden“ überwunden.

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Regelmäßige Expeditionen

Als Argument für das deutsche Engagement in der Antarktis sei vor allem die hohe Diversität an auf den Danger-Inseln brütenden Vogelarten zu nennen. Insgesamt zehn Arten haben dort eine vorübergehende Heimat. Unter ihnen nennenswert ist vor allem die weltweit größte Kolonie an Adeliepinguinen, die laut einer aktuellen Zählung mehr als eine Million Tiere umfasst. Diese möchte man langfristig überwachen, mittels Drohnen Brutplätze und Vegetation kartieren. Die Seevögel sollen außerdem auf Krankheiten untersucht werden. Das deutsche Schutzgebiet umfasst bislang allerdings nur die Inseln selbst, nicht so aber das Meer dazwischen. „Alle fünf Jahre müssen wir unsere Management-Pläne überarbeiten und gegebenenfalls anpassen“, erklärt Hertel.

Deutschland hat mit der Aufgabe nicht nur den Schutz, sondern auch die Verantwortung für das Management des Gebietes übernommen. Regelmäßig sollen daher Überprüfungen (vor Ort) stattfinden, ob man der Aufgabe gerecht werden kann. Auf der Seite des Umweltbundesamtes heißt es dazu: „Um Veränderungen vor Ort feststellen zu können, ist es notwendig, das Gebiet regelmäßig aufzusuchen.“ Und tatsächlich gab es im November 2025 auch bereits eine erste Expedition zu den Danger-Inseln, an der Vogelexperten, Geologen und Ökologen teilnahmen. Mit dem Segelschiff „Malizia Explorer“ brach man unter dem bekannten Skipper Boris Herrmann damals auf.

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Krönung eines Lebenswerkes

An die Fahrt erinnert sich Hertel, der schon vielfach in der Antarktis war, besonders gerne. „Vom argentinischen Ushuaia in Feuerland waren wir insgesamt drei Wochen unterwegs. Unerwartet starke Eisbildung von bis zu 100 Prozent machte uns immer wieder zu schaffen, mitunter mussten wir auch Stürme abwarten, die in dieser Region regelmäßig vorkommen. Dann auf den Inseln zu stehen, die ich die ganzen Jahre nur aus der Theorie kannte, war überwältigend.“ Lachend fügt er hinzu: „Wegen der unzähligen Pinguine gilt das aber auch für den vom Vogel-Guano verursachten Geruch.“ Letztlich sei der Besuch eine Bestätigung gewesen, alles richtig gemacht zu haben, die Krönung eines „Lebenswerkes“. Hertel arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der Polarforschung.

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Langfristiges Ziel von Schutzpatron Deutschland ist es, auch die Gewässer rund um die Danger-Inseln unter Protektion zu stellen. Diese müsse man laut Hertel etwa vor der Fischerei schützen. Bis das geschehen könne, sei aber noch weitere Forschung nötig. Tatsächlich kann sich die Bundesrepublik vorstellen, noch ein zweites Schutzgebiet zu übernehmen. Und zwar das eingangs bereits erwähnte Otto-von-Gruber-Gebirge mit seinen bis zu 2800 Meter hohen Gipfeln. Hier kommt eine ganz besondere, bis zu 3,5 Milliarden Jahre alte und nahezu ausgestorbene bakterielle Lebensform vor. Außerdem lebt dort eine der größten bekannten Kolonien des Schneesturmvogels. Auf der Konferenz der Antarktis-Vertragsstaaten 2027 soll der Antrag endgültig eingebracht werden. Die nächste Expedition zu den Danger-Inseln ist ebenfalls für 2027 geplant.

Woher kommt der Name?

Doch woher haben die Danger-Inseln, also übersetzt die Inseln der Gefahr, eigentlich ihren Namen? Nun, den gab ihnen im Jahr 1842 eine britische Expedition um den legendären Kapitän James Clark Ross, die mit ihrem Schiff beinahe auf eines der Eilande aufgelaufen wäre. Heute gilt es laut dem Alfred-Wegener-Institut, die Inseln „umfassend vor negativen Einflüssen durch menschliche Aktivitäten“ zu schützen. Gemeint ist damit auch der immer mehr zunehmende Tourismus in der Region. Zudem macht der Klimawandel sich auf der antarktischen Halbinsel stärker bemerkbar als auf dem Rest des Kontinents. Daher dürfen die Danger-Inseln nur mit einer speziellen Genehmigung zum Zwecke der Forschung und des Managements überhaupt noch betreten werden.

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