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Bunte Wälder für den Herbst-Spaziergang

Die 12 schönsten Orte, um den Indian Summer in Deutschland zu erleben

Indian Summer
Steht dem Indian Summer in Kanada und den USA in nichts nach: prächtiges Farbenspiel im Harz Foto: picture alliance / ZB | Peter Gercke
Co-Redaktionsleiterin

30. September 2026, 13:19 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Das Wetter spielt keine allzu große Rolle, wenn man in Stiefeln und Anorak durchs herbstliche Laub schlurfen möchte. Sollten doch mal ein paar Tropfen vom Himmel fallen, ist man schließlich durch die Bäume im Wald relativ gut geschützt. Kommt das Farbenspiel der herbstlich gefärbten Blätter, der Indian Summer, hinzu, kann ein Ausflug in den Wald kaum schöner sein. Am besten nimmt man sich gleich ein Wochenende Zeit und übernachtet in gemütlichen Hotels ganz nahe am spektakulären Naturereignis.

Woher kommt der Begriff „Indian Summer“?

Wer jetzt sagt, „das kenne ich doch, Herbstverfärbung eben“, der war noch nie in Kanada oder im Nordosten der USA. Was in Mitteleuropa rot ist, wird hier noch röter, Orange und Gelb leuchten intensiver. Das Spektakel ist so eindrucksvoll, dass es Jahr für Jahr Tausende von Touristen anlockt.

Die Erklärung für das Schauspiel ist einfach und wie so oft eher nüchtern. Immer im späten Herbst ist es in den Neuengland-Staaten Connecticut, New Hampshire, Maine, Massachusetts, Rhode Island und Vermont besonders warm, nachts aber gibt es schon Frost. Die Verbindung aus Nachtfrost und Tageswärme färbt die Blätter besonders intensiv. Woher allerdings der Begriff „Indian Summer“ letztlich stammt, ist nicht abschließend geklärt. Für die bunten Blätter verwenden die Menschen in Neuengland den Begriff „fall foliage“ („Herbstblatt“).

Auch wenn die Farben der Blätter hierzulande vielleicht nicht ganz so kräftig leuchten wie in Nordamerika – schön anzusehen sind sie allemal! TRAVELBOOK hat zwölf Vorschläge, wo Sie den Indian Summer in Deutschland besonders gut genießen können.

Spessart, Bayern/Hessen

Die bunten Blätter der Bäume im Spessart leuchten im Sonnenlicht besonders intensiv
Die bunten Blätter der Bäume im Spessart leuchten im Sonnenlicht besonders intensiv Foto: Getty Images

Wer mächtige, viele hundert Jahre alte Eichen sehen will, ist im größten zusammenhängenden Mischlaubwaldgebiet Deutschlands goldrichtig. Wer sie sehen möchte, fährt in die Schutzgebiete Rohrberg, Eichhall oder Metzgergraben und Krone. Ansonsten eignet sich der gesamte Spessart, um die goldbunte Herbstpracht zu bewundern.

Schwäbische Alb, Baden-Württemberg

Burg Hohenzollern
Am Rande der Schwäbischen Alb thront die Burg Hohenzollern auf einem Gipfelberg Foto: picture alliance / imageBROKER | Arnulf Hettrich

Donautal, Klöster, Burgen, Berggipfel (mehr als 1000 Meter Höhe!): Die Gegend ist ein Muss für Herbstwanderer. Herzstück ist der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen. Bis 2005 wurde hier geschossen, und Panzer durchpflügten die Landschaft. Heute ist es ein Paradies für Wanderer, mit einem 50 Kilometer umfassenden Wander- und Radwegenetz.

Nationalpark Jasmund, Rügen, Mecklenburg-Vorpommern

Nationalpark Jasmund Rügen
Rügen ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Besonders schön spazieren kann man im Nationalpark Jasmund und natürlich an einem der vielen Strände Foto: picture alliance / imageBROKER | Kevin Prönnecke

Die Kreidefelsformation Königsstuhl ist DER Anziehungspunkt auf der Insel Rügen. Doch die umliegenden Buchenwälder im Nationalpark Jasmund, die z. T. zum UNESCO-Welterbe gehören, sind genauso sehenswert. Parken Sie Ihr Auto auf dem Parkplatz von Hagen und durchstreifen Sie die verwunschenen Wälder bis zum Königsstuhl – wie im Märchen.

Moselregion, Rheinland-Pfalz

Moselschleife bei Bremm
Vom Calmont, dem steilsten Weinberg Europas, hat man während des Indian Summer einen wunderbaren Ausblick über die Moselschleife bei Bremm Foto: Getty Images

Kaum ein Fluss in Deutschland schlängelt sich so sehr durch die Landschaft wie die Mosel. Das gibt der Region zwischen Koblenz und Trier und weiter südlich ihr besonderes Gesicht. An den steilen Hängen klammern sich Weinreben fest, zu Füßen des Flusses liegen wunderschöne mittelalterliche Städte. Es gibt also viele Gründe für eine Reise in das Gebiet – und im Herbst gleich zwei: die bunt gefärbten Wälder und Weinberge, und natürlich die vielen Weinfeste, die dort jetzt gefeiert werden.

Bayerischer Wald, Bayern

Fluss Ilz im Bayerischen Wald
Bunte Bäume spiegeln sich im Fluss Ilz im Bayerischen Wald Foto: Getty Images

Er war der erste deutsche Nationalpark. Seit 1970 ist die Natur auf sich allein gestellt. Seitdem blieben umgefallene Bäume liegen, überall stehen von Schädlingen zerstörte „Baumleichen“ herum. Mehr Grün und Bunt als der Bayerische Wald und sein Nachbar, der Böhmerwald, bietet kein Waldgebiet in Mitteleuropa – und ist somit ein prima Partner für weitläufige Spaziergänge: Allein 1100 Kilometer Fernwanderwege gibt es, rauschende Bäche in tiefen Schluchten, rund 70 Gipfel (von denen der Arber mit 1456 Metern der höchste ist).

Pfälzerwald, Rheinland-Pfalz

Pfälzerwald Herbst
Trotz der hohen Dichte an Nadelbäumen kann man im Pfälzerwald einen Indian Summer erleben Foto: picture alliance / Christian Naumann | Christian Naumann

Der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Zwar sind mehr als zwei Drittel Nadelbäume, doch befinden sich im Inneren wertvolle Eichenbestände und im Osten die schönen Edelkastanien. Wenn die Esskastanien von den Bäumen purzeln und überall der neue Wein angeboten wird, dann zeigt sich das Pfälzer Weinland von seiner schönsten Seite.

Spreewald, Brandenburg

Herbst im Spreewald
Spreewald-Fließ im Indian Summer: Wo sich im Sommer unzählige Touristen und Urlauber tummeln, kehrt im Herbst langsam wieder Ruhe ein Foto: picture alliance/dpa | Patrick Pleul

Eine Stunde Fahrt trennt das hektische Berlin von einem der erholsamsten Naturrefugien – dem Spreewald. Wer jetzt im Herbst über die „Fließe“, wie die Spreearme genannt werden, mit dem Boot fährt, muss sich nicht wie im Sommer mit den fiesen Mücken rumplagen. Orange-gelb gefärbte Weiden und Pappeln ragen weit ins Wasser, in der Dämmerung kann man Rehe und Wildschweine am Ufer entdecken.

Nationalpark Hainich, Thüringen

Baumkronenpfad Nationalpark Hainich
Ein Highlight im Nationalpark Hainich: der Baumkronenpfad Foto: picture alliance / imageBROKER | Frank Sommariva

Hier wachsen Buchen-Gesellschaften, die Namen tragen wie „Waldmeister-Buchenwald“ oder „Orchideen-Buchenwald“. Vor allem aber ist es der Reichtum an Baumarten, der den Hainich zu etwas Besonderem macht: bis zu 25 verschiedene Arten auf einer Fläche von einem Hektar. Auf dem Baumkronenpfad bei Craula können Besucher durch die Baumwipfel wandern und vom 44 Meter hohen Aussichtsturm weit ins Thüringer Land blicken.

Auch interessant: Die 5 beliebtesten Wanderrouten in Deutschland

Nationalpark Eifel, Rheinland-Pfalz

Nationalpark Eifel Herbst
Im Nationalpark Eifel kann man im Herbst wunderbar spazieren gehen und die leuchtenden Farben bewundern Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Fischer | –

Große Buchen- und Eichenwälder prägen diesen „Waldnationalpark“. Vornehmlich in den Forstbezirken Dedenborn und Kermeter stehen die Buchen, unter Eichen wandern lässt es sich in Hetzingen oder im Urfttal. In den Eichenwäldern des Kermeter halten sich größere Mufflonherden auf, Wildkatzen gehen im Park auf Beutefang und auch der Luchs soll wieder durchs Unterholz schleichen.

Elbsandsteingebirge, Sachsen

Bastei
Die Basteibrücke inmitten der Herbstpracht Foto: Getty Images

Das Elbsandsteingebirge mit seinen bizarren Felsformationen zählt zweifelsohne zu den schönsten Naturwundern in Deutschland. Im Herbst, wenn sich über den Tälern Nebel bildet und die Blätter in Goldtönen gefärbt sind, ist der Anblick der Landschaft geradezu magisch. Die besten Tipps für das Elbsandsteingebirge finden Sie hier.

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Edertal, Hessen

Edersee
Blick über den Edersee im Indian Summer Foto: Getty Images

In scheinbarer Unendlichkeit liegt einer der größten zusammenhängenden Buchenwälder Mitteleuropas. An den steilen, ins Edertal abfallenden Hängen stehen uralte Eichen und Buchen – knorrig, krüppelig, skurril. Wie ein verwunschener Urwald sieht das aus! Darüber schweben Milan und Bussard am Himmel, und am Ufer des Edersees spiegeln sich die bunten Blätter.

Harz, Sachsen-Anhalt

Schloss Wernigerode Herbst
Das Schloss in Wernigerode im Herbstlicht Foto: picture alliance / dpa | Matthias Bein

Auch im Harz ist die Herbstverfärbung spektakulär. Für Wanderer sind September und Oktober ohnehin die Lieblingsmonate, auch wenn in Höhenlagen im Oktober durchaus schon der erste Schnee fallen kann. Meist aber ist es noch mild und die Bäume liefern sich einen Wettstreit um die schönsten Blattfarben.

Ganz besonders großartige Ausblicke genießt man im wilden Bodetal, mit den auf Felsen sitzenden Bäumen, die im Herbst goldgelb leuchten. Auch das Ilsetal mit seinen vielen Buchen und das Okertal schmücken sich im Indian Summer mit so viel Rot, Orange und Gelb, dass man sich gar nicht sattsehen kann.

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