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Nachgefragt beim Reisesicherheits-Experten

Wie gefährlich ist aktuell ein Urlaub in die Türkei?

Türkei, Sigacik
Wie sicher sind Reisen in die Türkei? Hier im Bild ist der Hafen von Sigacik am Mittelmeer zu sehenFoto: Getty Images

Die schöne türkische Riviera samt der Stadt Antalya, die pulsierende Metropole Istanbul, die Ägäis – um nur ein paar wenige der unzähligen Touristen-Attraktionen der Türkei zu erwähnen. Aber wie steht es um die politische Situation des Landes? Müssen Urlauber ganz besonders vorsichtig sein?

Viele Deutsche planen auch dieses Jahr wieder einen Urlaub in der Türkei. Aber wie sicher ist eine Reise dorthin – besonders nach den aktuellen Äußerungen des türkischen Innenminister Süleyman Soylu? „Es gibt ja Leute, die in Europa oder in Deutschland an Kundgebungen so einer Terrororganisation teilnehmen und dann nach Antalya, Bodrum oder Mugla kommen, um Urlaub zu machen“, sagte er bei seiner Rede nach Angaben des „Berliner Tagesspiegel“. „Für die haben wir Maßnahmen getroffen. Die sollen ruhig kommen, dann werden sie bei der Einreise am Flughafen festgenommen.“

Sven Leidel, Autor des Handbuchs Reisesicherheit: „Bereits zuvor wurde dies so von der Erdogan-Regierung praktiziert. Es wurde nur erneut auf einer Kundgebung lautstark kommuniziert. Die Situation in der Türkei ist für deutsche Urlauber unverändert, es hat sich nach meiner Einschätzung nichts in Sachen ‚Sicherheit für Deutsche Staatsbürger‘ geändert.“

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Türkei-Reise überdenken

Leidel weiter: „Nach wie vor ist für mich persönlich die Türkei nicht die erste Wahl als mögliches Urlaubsland. Grundsätzlich muss man aber auch sagen, diejenigen Deutschen, die nichts mit Social Media und/oder politisch motivierten Aktivitäten/Äußerungen am Hut haben oder hatten, dürften eigentlich in der Türkei zum momentanen Zeitpunkt auch weiterhin nichts zu befürchten haben. Ich würde allerdings denjenigen ein Überdenken etwaiger Reisevorhaben in die Türkei empfehlen, die sich unter Umständen in der Vergangenheit mal Erdogan-kritisch oder Pro-PKK auf Onlinemedien geäußert und dies wieder gelöscht haben. Nur, weil man etwas im Internet löscht, heißt es noch lange nicht, dass es auch nicht mehr vorhanden ist. Das bitte ich zu bedenken.“

„Es wird weiterhin zu größter Vorsicht geraten“

Das Auswärtige Amt hat auf die Äußerungen reagiert und seine aktuellen Hinweise der Lage angepasst. Da heißt es: „Jüngste Entwicklungen: In den vergangenen Wochen wurde mehreren europäischen, darunter auch deutschen Journalisten die Akkreditierung durch das hierfür zuständige Präsidium für Kommunikation ohne Angabe von Gründen verweigert. Aus hiesiger Sicht stehen diese Maßnahmen nicht im Einklang mit den einschlägigen verbindlichen Vorgaben der OSZE. Es kann insofern nicht ausgeschlossen werden, dass die türkische Regierung weitere Maßnahmen gegen Vertreter deutscher Medien sowie zivilgesellschaftlicher Einrichtungen ergreift. Äußerungen, die nach deutschem Rechtsverständnis von der Meinungsfreiheit gedeckt sind, können in der Türkei zu berufsbeschränkenden Maßnahmen und Strafverfahren führen.“

Weiterhin rät das Auswärtige Amt, sehr vorsichtig zu sein. Unter dem Punkt „Landesspezifische Sicherheitshinweise“ steht: „Auch bei Reisen über Land wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Von Reisen in das Grenzgebiet der Türkei zu Syrien und Irak, insbesondere in die Städte Diyarbakır, Cizre, Silopi, Idil, Yüksekova und Nusaybin sowie generell in die Provinzen Mardin, Şırnak und Hakkâri wird dringend abgeraten. In den Provinzen Hatay, Kilis, Gaziantep, Şanlıurfa, Diyarbakır, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, Muş, Tunceli, Şırnak, Hakkâri und Van besteht ein erhöhtes Risiko für Reisende. Alle nicht zwingend erforderlichen Reisen in diese Gebiete sollten vermieden werden. Es wird weiterhin zu größter Vorsicht geraten. Die aktuelle Berichterstattung in den Medien sollte aufmerksam verfolgt werden.“

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