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In Schleswig-Holstein

Was gilt in den deutschen Urlaubs-Modellregionen?

Modellregion Innere Lübecker Bucht in Schleswig-Holstein
In Timmendorfer Strand dürften sich die Strandkörbe bald füllen. Denn am 8. Mai geht auch die Innere Lübecker Bucht als Tourismus-Modellregion an den StartFoto: Getty Images

Trotz Corona-Lockdown Urlaub machen? Das ist möglich – allerdings nur an ausgewählten Orten in Deutschland, den sogenannten Modellregionen. Hier soll ein Corona-konformer Urlaub getestet werden. Drei dieser Regionen haben bereits geöffnet, eine weitere eröffnet am 8. Mai. Wo der Tourismus wann startet – TRAVELBOOK hat die Infos.

Endlich wieder Urlaub machen – davon träumen aktuell viele. Die Menschen wünschen sich wieder Entspannung, die zahlreichen Tourismus-Unternehmen wieder Arbeit. Nachdem zwei Modellregionen in Schleswig-Holstein seit dem 19. April wieder für Urlauber geöffnet sind und eine am 1. Mai wieder öffnete, zeichnet sich allerdings ab: Es wird nicht für alle Orte einfach werden. Denn die Voraussetzungen sind nicht nur die Zustimmung der jeweiligen Gesundheitsämter und eine wissenschaftliche Begleitung, sondern auch ein dauerhafter 7-Tage-Inzidenzwert von unter 100. Aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens hatte die Innere Lübecker Bucht den Start zunächst verschieben müssen. Da die Infektionszahlen in Ostholstein jedoch wieder gesunken sind, empfängt auch die Lübecker Bucht ab Samstag (8. Mai) wieder Urlauber.

Welche Regionen wann öffnen – TRAVELBOOK gibt einen Überblick über die Modellregionen in Schleswig-Holstein.

Welche Modellregionen in Schleswig-Holstein gibt es?

Insgesamt hatten sich zwölf Kreise, Städte, Gemeinden und Regionen für die Modellregionen beworben. Ausgewählt wurden dann aber nur vier Regionen. Diese sind: der Kreis Nordfriesland inklusive Sylt, Büsum, die Schleiregion inklusive Eckernförde sowie die Innere Lübecker Bucht. Die ausgewählten Regionen punkten mit teils fortschrittlichen Konzepten, teils mit einem Modellcharakter, der auch auf andere Orte anzuwenden wäre.

Die vier Modellregionen wurden nach Absprache des Tourismusministeriums und des Tourismusverbands Schleswig-Holstein, der IHK Schleswig-Holstein, der DEHOGA, des Städteverbands und des Landkreistags ausgewählt.

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Welche Modellregionen haben geöffnet?

Eckernförde gehört zu den ausgewählten Modellregionen in Schleswig-Holstein
Eckernförde gehört zu den ausgewählten Modellregionen in Schleswig-Holstein und öffnet nun wieder Unterkünfte und sogar die Innen-GastronomieFoto: Getty Images

Seit dem 19. April ist Tourismus wieder in der Schleiregion und in Eckernförde möglich; seit dem 1. Mai auch in Nordfriesland. Das bedeutet, dass Urlauber dort wieder in Ferienhäusern, Hotels und auf Campingplätzen übernachten dürfen. In Eckernförde kann man mit negativem Coronatest sogar in den Innenbereich von Restaurants und Cafés – natürlich jeweils mit begrenzter Personenzahl und entsprechenden Abstandsmaßnahmen.

Die Schleiregion

In der Schleiregion brauchen Gäste bei der Anreise einen maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test (PCR- oder Antigen-Test). Drei Tage nach der Anreise wird ein weiterer Test gemacht, danach im Abstand von jeweils vier Tagen ebenfalls neue Tests. Zudem müssen alle Urlauber die Luca-App zur Nachverfolgung nutzen.

Die Schleiregion will als Tourismus-Modellregion nun in Verlängerung gehen. Ein entsprechender Antrag auf Verlängerung vom 17. Mai bis zum 13. Juni sei bereits an das Wirtschaftsministerium geschickt worden, sagte der Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH (OfS), Max Triphaus, nach Berichten der Deutschen Presse Agentur (dpa).

Bei der Schleiregion handelt es sich um einen 42 Kilometer langen Ostseefjord. Die Region liegt zwischen Kiel und Flensburg und grenzt direkt an die Eckernförder Bucht. Besonders sehenswert sind die beschaulichen Schleidörfer und die Halbinsel Schwansen.

Eckernförde

Auch bei der Anreise in die Region Eckernförde ist ein maximal 48 Stunden altes negatives Test-Ergebnis Voraussetzung. Zwei Tage später muss ein weiterer Test durchgeführt werden, danach sind die Tests nicht mehr verpflichtend. Auch hier werden die Urlauber zum Nutzen der Luca-App aufgefordert.

Die 700 Jahre alte Hafenstadt Eckernförde ist absolut sehenswert. Wer es etwas weniger urban mag, findet entlang der Eckernförder Bucht aber auch zahlreiche kleine Naherholungs- und Naturschutzgebiete, die sich für Wanderungen perfekt eignen.

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Nordfriesland

Als drittes Tourismus-Modellprojekt in Schleswig-Holstein startete am 1. Mai Nordfriesland. Seitdem darf dort sowohl auf dem Festland wie auch auf den Inseln Sylt, Amrum und Föhr wieder Urlaub gemacht werden – allerdings unter strengen Corona-Auflagen. Urlauber, die nicht vollständig geimpft sind und in einem Hotel einchecken wollen, benötigen bei Ankunft einen negativem Corona-Test. Während ihres Aufenthalts müssen sie sich dann alle 48 Stunden erneut testen lassen. Auch für den Besuch der Innengastronomie ist für Nicht-Geimpfte ein negatives Testergebnis nötig. Dieses darf nicht älter als 24 Stunden sein. Das Projekt läuft zunächst bis zum 31. Mai mit der Option auf Verlängerung. Mehrere Tausend kleine und größere Betriebe beteiligen sich nach Angaben des Kreises an der Modellregion, berichtet die dpa.

Innere Lübecker Bucht

Auch mehrere Ostsee-Ferienorte an der Lübecker Bucht dürfen ab Samstag (8. Mai) wieder Urlauber empfangen. Der Kreis Ostholstein hat grünes Licht für den Beginn eines Modellprojekts in Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt gegeben, wie die beteiligten Tourismus-Agenturen laut dpa mitteilten. Rund 5000 Betten in Timmendorfer Strand und zusammen rund 6500 Betten für Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt in Holstein stünden dann wieder für Touristen bereit. Rund 300 Betriebe, darunter Hotels, Vermittlungsagenturen für Ferienwohnungen und Restaurants, beteiligen sich an dem Projekt. Wie in den anderen Modellregionen müssen sich auch die Urlauber an der Inneren Lübecker Bucht in dicht aufeinander folgenden Abständen auf Corona testen lassen.

Wann folgen die anderen Regionen?

Büsum

Das Modellprojekt in Büsum soll aufgrund der gestiegenen Corona-Inzidenz im Kreis Dithmarschen am Montag (10. Mai) beginnen.

Wie groß ist das Buchungsinteresse für die Regionen?

Tatsächlich sind trotz des weiterhin andauernden Lockdowns schon recht viele Wohnungen in den Modellregionen in Schleswig-Holstein in den kommenden Wochen ausgebucht. Das zeigt eine Analyse des Ferienhausvermittlers Fewo-direkt, die TRAVELBOOK vorliegt. So sind im Mai in den Landkreisen Ostholstein inkl. Lübeck und im Landkreis Rendsburg-Eckernförde schon 40 Prozent der Wohnungen ausgebucht. In den Landkreisen Dithmarschen und Schleswig-Flensburg sind es circa 45 Prozent.

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Wie viel ein Urlaub in den Regionen im Durchschnitt aktuell kostet, hat die Ferienhaus-Suchmaschine HomeToGo ermittelt. Im Zeitraum vom 1. bis 8. Mai sind die Regionen Büsum und Eckernförde aktuell am günstigsten. Nordfriesland und der Timmendorfer Strand liegen im Mittelfeld mit jeweils etwa 110 Euro, Sylt ist mit 133 Euro der Spitzenreiter.