Global Peace Index 2017

Wo Südamerika am gefährlichsten ist – und wo es sicherer wird

Südamerika
Zu den Bildern aus Südamerika gehören neben bunter Folklore, entspanntem Strandleben und romantischen Cowboys auch die von Gangmitgliedern und ihren Waffen
Foto: Getty images

Der Global Peace Index gibt darüber Auskunft, welche Länder friedlicher geworden sind, und welche gefährlicher. Südamerika ist demnach 2017 wesentlich friedlicher geworden: In vielen Ländern sanken Mordraten und Gewalt. Dennoch ist bei Reisen in einige Länder große Vorsicht geraten.

Der Global Peace Index wird vom renommierten Institute for Economics and Peace in Zusammenarbeit mit der Economist Intellegence Unit und anderen führenden wissenschaftlichen Instituten zur Friedens- und Konfliktforschung jährlich herausgegeben: Er ermittelt die friedlichsten und somit auch die unfriedlichsten Länder der Erde. Die Kriterien des Rankings sind unter anderem Gewalt durch Terrorismus, die Mordrate, die Beziehung zu den Nachbarländern, die Anzahl der Gewalttaten und die Zugangsmöglichkeiten von Zivilpersonen zu Waffen.

Der Kontinent verzeichnete die größte regionale Verbesserung auf dem diesjährigen Index und übertraf Mittelamerika und die Karibik als viertfriedlichste Region der Welt.

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Die Macher des Index erklären das Andauern der Gewalt unter anderem damit, dass eine kleinere Guerilla-Einheit, der ELN (Ejército de Liberación Nacional) 2017 immer noch zahlreiche Terroranschläge im Land begangen hat. Dennoch hat das Land sich in dem Punkt „Gewalt durch Terrorismus“ insgesamt verbessert. Wo es besonders gefährlich ist und was bei Reisen nach Kolumbien zu beachten ist, lesen Sie hier auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes.

Fortschritte machten auch Guyana und Argentinien, die dank höherer Punktzahl bei den Kriterien zu innerer Sicherheit in der Wertung hochkletterten. Acht von elf südamerikanischen Ländern verzeichneten ein höheres Level an Frieden.

Kolumbien, Venezuela und Brasilen am Instabilsten

Die großen Ausnahmen sind Brasilien und Venezuela, die schlechter abschnitten, als im Vorjahr.

Das Auswärtige Amt mahnt vor allem bei Reisen nach Venezuela zur Vorsicht. Der im Mai 2016 ausgerufene Ausnahmezustand über das gesamte Land setzt sich fort. Bei politischen Protesten im Land kann es weiterhin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommen. Angesichts dieser Lage und des fortbestehenden wirtschaftlichen und medizinischen Versorgungsnotstands im Land wird „von nicht dringend erforderlichen Reisen nach Venezuela abgeraten.“ Lesen Sie hier die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für Venezuela.

Deutschen, die sich im Land aufhalten – auch wenn nur kurzfristig – wird empfohlen, sich elektronisch zu registrieren, um im Fall einer Verschlechterung der Sicherheitslage zentral erreichbar zu sein. Hier geht es zur Registrierung.

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Südamerikakarte


Der Global Peace Index 2017 für Südamerika
Foto: http://www.visionofhumanity.org

Das Ranking der gefährlichsten Länder Südamerikas (in Klammern die Platzierung im weltweiten Ranking von 162 Ländern):

  1. Kolumbien (146)
  2. Venezuela (143)
  3. Brasilien (108)
  4. Bolivien (86)
  5. Guyana (81)
  6. Peru (71)
  7. Paraguay (68)
  8. Ecuador (66)
  9. Argentinien (55)
  10. Uruguay (35)
  11. Chile (24)

Vorsicht ist immer angebracht

Brasilien verlor reichlich Punkte durch die zunehmende politische Instabilität des Landes, die nach der Amtsenthebung von Dilma Rousseff stark anstieg. Die Wirtschaft stagniert, die Inflation steigt – und damit die soziale Unzufriedenheit, die sich regelmäßig in Demonstrationen und Auseinandersetzungen mit der Polizei entlädt. Der Frust der Bevölkerung über Korruptionsskandale in der Regierung tut sein Übrigens. Außerdem gibt es im ganzen Land brutale Konflikte zwischen Drogenbanden. Touristen sind davon jedoch in der Regel nicht betroffen.

Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass vor allem Großstädte wie Belém, Porto Alegre, Recife, Salvador, Fortaleza, Rio de Janeiro und São Paulo hohe Kriminalitätsraten aufweisen. Grundsätzlich sei aber immer Vorsicht angebracht, auch in als sicher geltenden Landes- oder Stadtteilen. Hier geht es zu den ausführlichen Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes