Bräuche und Corona-Maßnahmen

Wie andere Länder weltweit Silvester feiern

Feier in Dubai an Silvester
In den Vereinigten Arabischen Emiraten soll das neue Jahr trotz der Pandemie in großem Stil eingeläutet werden
Foto: XinHua/dpa/Archiv

Die Silvesterfeierlichkeiten rund um den Globus sind wegen der Corona-Pandemie diesmal sehr anders. Was wo zum Jahreswechsel passiert und wo sich zum Jahreswechsel ein Blick auf die Unterwäsche lohnt.

An Silvester vor einem Jahr wünschten sich viele Leute vielleicht eher nebenbei Gesundheit – zum Jahreswechsel 2020/21 hat das wegen Corona einen ganz anderen Klang.

Silvesterparty am Brandenburger Tor fällt aus

Auch Deutschlands größte Silvesterparty in Berlin am Brandenburger Tor fällt aus. Das ZDF überträgt von dort eine TV-Show ohne Publikum. Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner begrüßen Musikgäste wie Vicky Leandros, Jürgen Drews und Karat. Obwohl das zuständige Bezirksamt Berlin-Mitte auch ein großes Höhenfeuerwerk am Brandenburger Tor genehmigt hatte, werde es ein solches in diesem Jahr nicht geben, teilte eine ZDF-Sprecherin mit.

Jahreswechsel dauert weltweit 26 Stunden

26 Stunden dauert es wieder zwischen 11 Uhr MEZ am 31. Dezember und 13 Uhr MEZ am 1. Januar, bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist. Es beginnt im Inselstaat Samoa, geht über Australien, Südkorea, Malaysia bis Europa, Südamerika, die US-Ostküste, Kalifornien, Hawaii zu den unbewohnten Eilanden Bakerinsel und Howlandinsel.

Wie feiern andere Länder weltweit Silvester 2020?

Ein Überblick:

Silvester in Russland

In Russlands Hauptstadt Moskau müssen die Leute trotz Pandemie nicht aufs Feuerwerk verzichten. Mit dem traditionellen Glockenschlag des Spasski-Turms am Kreml sollen Raketen den Nachthimmel in ein buntes Meer aus Farben verwandeln. Danach wird es an zehn weiteren Orten Feuerwerke geben. Trotzdem wird Silvester diesmal etwas anders: Bars, Restaurants und Diskotheken müssen wegen der Corona-Sperrstunde spätestens um 23.00 Uhr schließen. Bürgermeister Sergej Sobjanin rief dazu auf, zu Hause zu feiern, um Ansteckungen zu verhindern.

Übrigens: Wer in Russland sein eigenes Feuerwerk zünden möchte, darf das an Silvester ausnahmsweise die ganze Nacht tun. Auch an allen anderen Tagen im Jahr darf geknallt werden – allerdings nur bis 23 Uhr. Das schreibt ein Gesetz vor, das Lärm in der Nacht verbietet.

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Silvester in den Niederlanden

Die Niederlande gehörten zu den ersten Staaten, die Silvesterfeuerwerk verboten haben – mit Ausnahme von Knallerbsen oder Wunderkerzen. Auch die zentralen Feuerwerkshows wurden abgesagt, um Menschenansammlungen zu verhindern. Es soll allerdings eine Licht-Show in der Johan Cruijff Arena in Amsterdam geben, die das Fernsehen live überträgt: „Electric Fireworks“ mit beweglichen LED-Lampen und Lasern und Knalleffekten aus Lautsprechern.

Silvester in Belgien

In der belgischen Hauptstadt Brüssel ist statt Feuerwerk eine Lasershow geplant, die das Stadtzentrum mit mehreren Stadtteilen verbinden soll. Ab 22.00 Uhr herrscht allerdings Ausgangssperre – die Lasershow wird deshalb live im Internet übertragen.

Silvester in Österreich

Die größte Party in Österreich, der Silvesterpfad in Wien, wurde schon Mitte Oktober abgesagt. Zu unwahrscheinlich schien es, dass bei dem Event Auflagen durchgesetzt werden könnten. Normalerweise strömen Hunderttausende dorthin. Dabei verwandeln sich die Straßen und Gassen rund um den Stephansdom in eine kilometerlange Partymeile.

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Silvester in Frankreich

In Paris herrscht auch am Silvesterabend die nächtliche Ausgangssperre von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr. Es gibt aber ein online zu sehendes Konzert von Jean-Michel Jarre als Avatar in der virtuellen Kulisse der Kathedrale von Notre-Dame.

Die Franzosen haben zum Jahresende sowieso weniger Interesse an Böllerei – den größten Teil ihres Pulvers verschießen sie bereits am 14. Juli zum französischen Nationalfeiertag. In Frankreichs Hauptstadt Paris gilt an Silvester sogar ein absolutes Feuerwerk-Verbot für den Privatgebrauch.

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Silvester in Großbritannien

In London hat Bürgermeister Sadiq Khan schon im September das Feuerwerk abgesagt. Seitdem sind die Infektionszahlen noch stärker gestiegen. Dort darf man sich im Freien nur noch mit einer Person aus einem anderen Haushalt treffen, Besuche zu Hause sind verboten. Es sollen auch keine anderen Silvester-Events stattfinden, und die U-Bahn legt im Gegensatz zu anderen Jahreswechseln nachts eine Pause ein. Statt Feierlichkeiten und Feuerwerk sendet die BBC über Mitternacht eine Live-Show. Gezeigt werden positive Ereignisse des Jahres, etwa die Spendenaktion des 100 Jahre alten Kriegsveteranen Tom Moore, der von der Queen zum Ritter geschlagen wurde. Auch in anderen Städten des Landes wird auf Feuerwerk verzichtet, etwa auf das traditionelle Hogmanay in der schottischen Hauptstadt Edinburgh.

Silvester in Spanien

In Barcelona ist vorgesehen, dass es statt der traditionellen zwölf Glockenschläge in den letzten Sekunden vor Mitternacht, bei denen je eine Weintraube gegessen wird, je eine Rakete bei dezentralen Feuerwerken in den Himmel steigt. Um Punkt zwölf beginnt dann ein 15-minütiges Höhenfeuerwerk, das die Bürger von zu Hause aus sehen können sollen, ohne sich zu versammeln.

Übrigens: Zum spanischen Brauch gehört es, um Mitternacht zwölf Weintrauben zu essen – zu jedem Glockenschlag eine. Das soll Glück im neuen Jahr bringen. Viele Spanierinnen tragen zudem in der Silvesternacht rote Unterwäsche, um in den nächsten zwölf Monaten das Liebesleben zu beflügeln.

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Silvester in Mexiko

Auch in  Mexiko essen die Menschen an Silvester mit den letzten Glockenschlägen vor Mitternacht zwölf Trauben – jede steht für einen Wunsch fürs neue Jahr. An Neujahr tragen viele Mexikaner rote oder gelbe Unterwäsche – für Glück in der Liebe oder Erfolg im Beruf. Außerdem stellen sie einen Koffer vor die Tür, der viele Reisen im kommenden Jahr bescheren soll. In einigen Regionen im Süden werden Puppen in Brand gesteckt, die das alte Jahr repräsentieren.

Silvester in Italien

In Italien hat die Regierung für Silvester eine strenge Ausgangssperre verhängt. Von 22.00 Uhr bis 7.00 Uhr sollen die Menschen zu Hause bleiben. Silvester begeht Rom mit einer Show mit Auftritten vieler Künstler, die die Stadt im Internet übertragen will. Ob es auch ein Feuerwerk geben wird, ließ die Stadt offen.

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Silvester in Dänemark, Norwegen und Schweden

In Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen ist der traditionelle Versammlungsort Rathausplatz gesperrt, in Norwegens Hauptstadt Oslo und der finnischen Hauptstadt Helsinki fallen die großen Feuerwerke aus. Überall herrschen strikte Alkoholverkaufsverbote. In Schweden soll das vom Fernsehen gezeigte Feuerwerk im Freilichtmuseum Skansen über Stockholm ohne Publikum vor Ort gezündet werden.

Viele Dänen haben am Silvesterabend übrigens ein ungewöhnliches Utensil bei sich: eine Schutzbrille, wie sie Schüler aus dem Chemie-Unterricht kennen. Damit schützen sie sich vor Raketenüberresten, die vom Himmel fallen können.

Der Neujahrsnacht blickt die Feuerwehr in Norwegen nervös entgegen. Dort sind viele Wohnhäuser aus Holz gebaut – wenn da eines in Brand gerät, springt das Feuer schnell über. Deshalb sind Raketen an langen Holzstäben in Norwegen verboten. In einigen Stadtteilen in Oslo, Bergen, Stavanger und Trondheim, in denen viele alte Holzhäuser stehen, ist Feuerwerk sogar generell untersagt.

Griechenland

Auch in Griechenland gibt es wenig Feuerwerk. Dafür zocken die Griechen in der Silvesternacht, was das Zeug hält, mit Familie oder im Freundeskreis. Beim traditionellen Kartenspiel „31“ gilt Gewinnen als Omen für finanzielles Glück im neuen Jahr. Verlierer haben dagegen angeblich Glück in der Liebe.

 

Silvester in Australien

Die australische Metropole Sydney will das neue Jahr trotz allem mit ihrem weltbekannten Feuerwerk an der Harbour Bridge vor dem Opernhaus begrüßen. Allerdings dürfen sich keine Zuschauer dazu am Hafen einfinden – und das Spektakel wird kleiner und kürzer als gewohnt.

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Silvester in den USA

New York muss trotz allem auch dieses Jahr nicht auf den berühmten „Ball Drop“ am Times Square verzichten. Der leuchtende Kristallball wird dort wie immer um Mitternacht an einem Fahnenmast herabgelassen. Statt Hunderttausender dürfen aber nur ein paar Hundert Menschen live zuschauen. Millionen werden nur fernsehen.

Times Square in New York

New York muss trotz allem auch dieses Jahr nicht auf den berühmten «Ball Drop» am Times Square verzichten
Foto: Foto: Tina Fineberg/AP/dpa/Archiv

Silvester in Taiwan

Das fast coronafreie Taiwan plant ein Feuerwerk in der Metropole Taipeh. Wie jedes Jahr soll die Pyrotechnik am Wahrzeichen der Stadt, dem Wolkenkratzer „Taipei 101“, gezündet werden. Die Show mit rund 16.000 Feuerwerkskörpern soll rund fünf Minuten dauern.

Silvester in China

Auch in China, wo erst zum chinesischen Neujahrsfest im Februar richtig groß gefeiert wird, sind zum Jahresende kleinere Veranstaltungen geplant. So soll es etwa in der zentralchinesischen Stadt Wuhan, dem Ausbruchsort des Coronavirus, ein Feuerwerk geben.

Silvester in den Vereinigten Arabischen Emiraten

In den Vereinigten Arabischen Emiraten soll das neue Jahr trotz der Pandemie in großem Stil eingeläutet werden. Am höchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Burdsch Chalifa in Dubai, ist wieder ein spektakuläres Feuerwerk samt Licht- und Lasershow geplant. Wer das Ereignis von einem besonderen Platz aus verfolgen will, kann in einem der edlen Restaurants im Stadtzentrum einen Tisch reservieren.

Strenge Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus gelten trotzdem. Zugang zur Flaniermeile am Burdsch Chalifa erhält nur, wer sich vorab mit einer Handy-App registriert und einen entsprechenden QR-Code vorzeigen kann. Dabei dürfen sich höchstens zwölf Besucher zu einer Gruppe zusammenschließen. Außerdem sind Wärmebildkameras im Einsatz und Ordner, die darauf achten, dass Touristen und Anwohner Abstandsregeln einhalten. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen.

Silvester in Brasilien

In Brasilien wurde die traditionelle Silvesterparty mit Feuerwerk und Konzerten in Rio de Janeiro an der Copacabana abgesagt. Das Viertel Copacabana soll quasi abgeriegelt werden und nur für Anwohner zugänglich sein, um Ansammlungen zu unterbinden. Auch sonst sind Feuerwerke entlang der Strände verboten, auch für Hotels. Auch São Paulo, die größte brasilianische Stadt, sagte ihr Feuerwerk ab.