Mehr als nur ein Studentenparadies

Warum sich ein Besuch in Marburg im Winter besonders lohnt

Landgrafenschloss Marburg
Über der Stadt steht das Landgrafenschloss Marburg
Foto: Getty Images

Eine kleine Stadt mit einem großen Schloss im Herzen Hessens umgeben von tiefen Wäldern, das ist Marburg. Als Studentenstadt bekannt hat sie auch für Touristen allerhand zu bieten. Und vor allen Dingen zur kältesten Zeit des Jahres hat Marburg einen ganz besonderen Charme.

Marburg, das ist die kleine Stadt mitten in Hessen, zwischen tiefen Wäldern und großen Bergen. Aus alten Gemäuern formt sich das Marburger Schloss über die kleine Stadt aus schiefen Fachwerkhäusern, zahllosen Treppen und verwinkelten Gassen. Marburg bewegt sich irgendwo zwischen Studentenparadies und Winkelgasse, zwischen politischer Utopie und Märchen-Idylle – und dieser Charme ist es auch, der die Stadt so besonders macht.

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Marburg, ein Studentenparadies

Bekannt ist Marburg vor allem als Studentenstadt. Und das auch vollkommen zurecht! Über die ganze Stadt verteilt findet man Universitätsgebäude der verschiedensten Fachbereiche: Ob die Juristen in den alten Gebäuden in der Oberstadt, die Geisteswissenschaftler in den weniger schönen Bauten der „Phil-Fak“ oder die Mediziner und Naturwissenschaftler auf den Lahnbergen – die Philipps-Universität ist ein fester Teil Marburgs.

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Und nicht nur an den Universitätsräumen erkennt man den Studentencharakter: Die ganze Stadt ist trotz ihrer alten Gebäude jung geblieben. Hier wird Ideologie noch groß geschrieben und für das Gute gekämpft. Kreativität ist kein Fremdwort und gerade im Sommer finden zahlreiche, von Studenten organisierte Veranstaltungen statt – wer gerne lange feiert, kann die Nächte auf den Open-Air-Raves in Marburgs Umgebung durchtanzen. Wer es lieber ruhiger mag, wird in der Stadt immer wieder von dem Ideenreichtum der Studenten überrascht werden.

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Eine weitere Nebenwirkung der Studentenstadt: In der vorlesungsfreien Zeit scheint die City wie leergefegt – keine Studenten, die vor den Unigebäuden auf ihre Vorlesungen warten und auch die nächtlichen Eskapaden in der Oberstadt reduzieren sich merklich. Der perfekte Zeitpunkt für einen Besuch, wenn man es gerne etwas ruhiger hat.

Der Charme der Altstadt

Doch Marburg ist nicht nur bei Studenten beliebt, sondern hat auch für Touristen viel zu bieten. Besonders die alten Bauwerke der Stadt locken mit zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten die Interessierten: Die Elisabethkirche in der Unterstadt ist ein Exempel der Frühgotik und das Alte Schloss auf dem Marburger Rücken ist auch bei schlechtem Wetter einen Besuch wert.

Auf dem Grimm-Dich-Pfad kann man hingegen Figuren aus den Geschichten der Grimm-Brüder finden. Wer mit Kindern reist, wird auf dem Weg mit den Figuren, der in die Oberstadt führt, besonders viel Spaß haben. Warum ausgerechnet die Charaktere der Grimm Brüder? Beide Brüder haben an der Philipps-Universität studiert.

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An einem sonnigen Tag kann man sich nach einem Spaziergang durch den Wald den Spiegelslustturm ansehen. Der steht auf den Lahnbergen, von wo aus man eine wunderschöne Aussicht über die gesamte Stadt hat. An dem Turm gibt es eine riesige Lichtinstallation – und wer eine bestimmte Telefonnummer anruft, lässt diese hell erleuchten, was auch aus dem Tal noch gut zu erkennen ist. Wer allerdings studiert, sollte von einem Besuch auf den Turm vielleicht absehen: eine Legende besagt, dass man seine Zwischenprüfung in Marburg nicht bestehen wird, wenn man den Turm vor Abschluss dieser Prüfung besteigt.

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Zudem ist ein Spaziergang durch die gemütliche Oberstadt nie verkehrt: In den kleinen Gassen mit den urigen Cafés, zahlreichen Kneipen und kleinen Läden kann man Stunden oder auch Tage verbringen und sich dabei ein wenig wie Harry Potter in der Winkelgasse fühlen. Die alten Fachwerkhäuser, die dicht an dicht stehen und sich den Berg zur Oberstadt hinauftürmen, sind von den kleinen, verwinkelten Gassen umgeben, die immer wieder neue Verstecke offenbaren. Kein Haus gleicht hier dem anderen, krumm und schief stehen sie nebeneinander, stützen sich und formen das verträumte Stadtbild.

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Doch das Schönste an Marburg ist nicht das Schloss, nicht die Lahn und auch nicht die lieblichen Wälder. Das schönste an Marburg ist seine Atmosphäre. Die Leichtigkeit, die hier in der Luft liegt. Marburg ist eine kleine Welt, die zeitlos ihre Momente zählt. Wer seine freien Tage hier verbringen möchte, der sollte nicht viel planen, sondern vielmehr seine Uhr ablegen und die Leichtigkeit auf sich wirken lassen.

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Orte für den Abend

Wo man in Marburg ein gutes Bier trinken kann? Eigentlich überall. Denn wie es sich für eine Studentenstadt gehört, befindet sich quasi an jeder Ecke eine brauchbare Kneipe. Das „Spock“ ist zwar nicht besonders groß, dafür aber gemütlich und kreativ gestaltet. Etwas rustikaler geht es im „Hinkelstein“ zu: Die Kneipe befindet sich in einem Keller aus dicken Steinen und wahr eine gewisse Mittelalter-Atmosphäre. Das „Delirium“ ist etwas verlebter und wer es idealistisch mag, sollte auf einen Drink ins politische „Havana 8“.

Der besondere Winter

Gerade zur kältesten Zeit des Jahres ist Marburg besonders schön: Der gemütliche Charakter der Kleinstadt wird durch warme Beleuchtung und die Trägheit der Wintermonate nochmal hervorgehoben. Wenn der Geruch von gerösteten Mandeln und Glühwein in der Luft liegt und der Atem in der eiskalten Luft zu stehen scheint, dann ist Marburg besonders schön. Dick eingepackt durch die historische Altstadt zu spazieren ist selbst am fünften Tag in Folge noch ein Erlebnis, besonders wenn kleine Stände die Seiten der Gassen füllen und es an jeder Ecke spannende Kleinigkeiten und köstliche Versuchungen gibt.

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Marburg

Das ist Marburg, wenn der Winter die Stadt bedeckt
Foto: Getty Images

Warum Marburg einen Besuch wert ist? Weil Marburg alles hat: Wälder, um Stunden in ihnen herumzuwandern, Bars, um sich die Nächte um die Ohren zu schlagen und einen Charme, um darin verloren zu gehen. In Marburg kann man Abschalten und ein bisschen in einer kleinen, heilen Welt verweilen.