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Halbinsel Fischland-Darß-Zingst

Die besten Reisetipps für das Ostseebad Ahrenshoop

Ostseestrand Ahrenshoop
Die meisten Urlauber kommen wegen des Strands nach Ahrenshoop, doch das Ostseebad auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in Mecklenburg-Vorpommern hat noch einiges mehr zu bieten.Foto: Getty Images

Seine Beliebtheit als Urlaubsort verdankt Ahrenshoop der Kunst. Denn es waren Maler, die ab 1889 in den kleinen Fischerort auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst kamen und so begeistert waren vom Licht und dem Land, dass sie die Künstlerkolonie Ahrenshoop gründeten. Heute spielt die Kunst immer noch eine große Rolle. Konkurrenz macht ihr allerdings der Ostseestrand.

Die Maler, die Ahrenshoop berühmt machten, hießen Paul Müller-Kaempff, Elisabeth von Eicken, Friedrich Wachenhusen, Heinrich Schlotemann, Fritz Grebe, Theobald Schorn und Hugo Richter-Lefensdorf. Sie bauten sich Häuser in dem Dorf und eröffneten Malschulen. Die Künstlerkolonie brachte aber noch mehr Berühmtheiten hervor. Oder lockte sie an.

Käthe Miethe zum Beispiel, die viele Gedichte über die Region geschrieben hat, wohnte im Ortsteil Althagen, der Grafiker Fritz Koch-Gotha, dessen wohl berühmtestes Werk „Die Häschenschule“ viele Kinder auch heute noch kennen, ebenfalls. Und auch der Brücke-Maler Erich Heckel und der Bildhauer Gerhard Marcks liebten die Gegend und lebten zeitweise hier.

Museen in Ahrenshoop

Kunstmuseum Ahrenshoop
Blickfang in Ahrenshoop: das Kunstmuseum von außenFoto: dpa Picture Alliance

Im Kunstmuseum Ahrenshoop (Weg zum Hohen Ufer 36) kann man Werke vieler der Ahrenshooper Künstler sehen. Ein Besuch lohnt sich auch wegen des Gebäudes selbst: Der Komplex besteht aus fünf Einzelhäusern mit einem dazwischen gespannten Flachdach, die Fassade ist mit Tafeln aus Baubronze überzogen und deshalb ein Blickfang. Hinweis: Wegen der Corona-Pandemie ist das Kunstmuseum vorübergehend geschlossen.

Kunstmuseum Ahrenshoop
Das Kunstmuseum Ahrenshoop wurde im Jahr 2013 eröffnetFoto: dpa Picture Alliance

Malschule und Kunstkaten

Zeitgenössische Kunst zeigt das Neue Kunsthaus Ahrenshoop (Bernhard-Seitz-Weg 3a). Hier bekommen auch Stipendiaten der von Paul Müller-Kaempff begründeten Ahrenshooper Malschule Haus Lukas Raum für ihre Präsentationen. Bekannt ist außerdem der himmelblaue Kunstkaten (Strandweg 1), der schon 1909 als Ausstellungsort eröffnet wurde – entworfen haben ihn die Maler Paul Müller-Kaempff und Theobald Schorn. Das Gebäude verströmt noch ein bisschen von der Atmosphäre der Künstlerkolonie-Zeit. Hinweis: Wegen der Corona-Pandemie ist der Kunstkaten vorübergehend geschlossen.

Kunstkaten Ahrenshoop
Der Kunstkaten besteht seit mehr als 100 JahrenFoto: dpa Picture Alliance

Weitere Reisetipps für Ahrenshoop

Wer das etwa 45 Kilometer von Rostock entfernte Ahrenshoop besucht, sollte sich ein bisschen Zeit nehmen für die Kunst. Aber der Ort bietet noch viel mehr. Interessante Bauwerke beispielsweise wie das Künstlerhaus Lukas und andere reetgedeckte Fachwerkhäuser, die mit viel Liebe zum Detail hergerichtet wurden – viele davon sind Baudenkmale.

Die 1951 erbaute hölzerne Schifferkirche mit Reetdach, der Friedhof, auf dem einige der Künstler die letzte Ruhe fanden, das Waldstück Ahrenshooper Holz, der Hafen Althagen mit seinen auffälligen braunen Zeesboten und das 18 Meter hohe Steilufer gehören dazu. Der Strand natürlich auch, der breit und feinsandig ist und im Sommer zum wichtigsten Ort des Städtchens wird.

Hafen Althagen
Der Hafen AlthagenFoto: Getty Images

Spaziergang zum Darßer Ort

Wer mag, kann von Ahrenshoop die zwölf Kilometer bis zum Leuchtturm am Darßer Ort zurücklegen – ein sehr reizvoller Spaziergang. Ein Stück von Ahrenshoop entfernt beginnt der Weststrand – an dieser Stelle reicht der Darß-Wald bis fast ans Wasser. Überall liegen vom Salzwasser und von der Sonne gegerbte Baumskelette herum, was der Landschaft eine wildromantische Atmosphäre verleiht.

Großes Angebot an Hotels

Nach der Wende entstanden in Ahrenshoop und den Ortsteilen Alt- und Niehagen viele Hotels und Pensionen, die meisten davon in Reetdachhäusern. Auffälligster Hotelbau ist das Kurhaus, das offiziell „The Grand“ heißt und 2009 eröffnet wurde. Auch die Auswahl an Restaurants ist groß, die Preise allerdings übersteigen gelegentlich die Qualität.

Grand Hotel Ahrenshoop
Das „The Grand“ in AhrenshoopFoto: Getty Images

Sehenswürdigkeit „Bunte Stube“

Viele Geschäfte bieten Kunst und Kunsthandwerk an. Zu den ungewöhnlichsten Läden gehört die „Bunte Stube“, die Bücher, Keramik, Kleidung, Kunstdrucke und vieles mehr anbietet und ein perfekter Ort zum Stöbern ist. Das rundliche rote Gebäude an der Dorfstraße 24 ist aber auch selbst sehr sehenswert. Wer gern hören will, wie das Fischland klingt, der sollte außerdem die Klanggalerie „Das Ohr“ (Hans-Brass-Weg 2) besuchen. Der Musiker Lutz Gerlach lädt regelmäßig zu Konzerten ein.

Anreise nach Ahrenshoop

Karte: Lage von Ahrenshoop

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(Text: Silke Böttcher)