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Sollte man jetzt schon buchen?

Wertvolle Tipps für die Urlaubsbuchung 2021 trotz Corona

Urlaub 2021 buchen trotz Corona
Auch für den Urlaub 2021 sollten Masken unbedingt eingepackt werdenFoto: Getty Images

Der Winter ist grau und viele packt die Sehnsucht nach Sommer und Sonne. Da liegt es nahe, schon einmal den Urlaub für Ostern, Pfingsten oder den Sommer zu buchen. Doch ist das sinnvoll? Und worauf sollte ich achten? TRAVELBOOK hat bei Reise-Experten nachgefragt und die wichtigsten Infos zusammengetragen.

Viele Deutsche starten mit großer Reiselust in das neue Jahr. Nachdem 2020 kaum Urlaub möglich war, träumen viele nun wieder von Osterurlaub auf Mallorca, Nord- und Ostsee an Pfingsten und einer netten Reise im Sommer. Doch kann man jetzt schon guten Gewissens trotz Corona den Urlaub 2021 buchen? Welche Details sind bei einer Buchung unverzichtbar? Und welche Regionen sind jetzt schon besonders beliebt? TRAVELBOOK hat den großen Überblick.

Wird Urlaub an Ostern 2021 wieder möglich sein?

Soll ich Urlaub buchen oder soll ich nicht? Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie sind für den Urlaub 2021 kaum Vorhersagen möglich. Wird es zu Ostern wieder möglich sein, zu verreisen? Oder zu Pfingsten? Oder gar erst in den Sommerferien? Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, glaubt, dass Urlaubsreisen in den Osterferien wegen Corona weiterhin nur sehr eingeschränkt möglich sein werden. „Ich glaube, dass Reisen etwas ist, dass die nächsten zwei, drei Monate noch sehr schwer vorstellbar ist“, so Bareiß.

Mit Besserung rechne er erst im zweiten Vierteljahr. „Ab den Pfingstferien wird es wieder besser. Und ich hoffe, dass dann der Sommer ein ganz großer Reisezeitraum wird“, sagte er in der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv.

Ist es sinnvoll, den Urlaub 2021 trotz Corona schon zu buchen?

Viele Menschen sind unsicher, ob sie trotz der unklaren Lage schon Urlaub buchen sollten. Eva Klaar von der Verbraucherzentrale Berlin fasst den Konflikt zusammen: „Die Reisebranche macht momentan gute Angebote, viele Frühbucher-Angebote sind sehr verlockend. Doch es besteht natürlich ein Risiko, dass die Reise nicht stattfinden kann“. Das Problem: Je länger man wartet, desto geringer werden die Rabatte. Dennoch kann man schon jetzt buchen, insofern die Bedingungen stimmen.

Prof. Torsten Kirstges, Tourismusexperte von der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven, rät sogar dazu, schon zu buchen. „Reisen, die in diesem Jahr abgesagt oder verschoben werden mussten, werden dann 2021 durchgeführt. Daher ergibt es Sinn, günstige Frühbucherangebote zu nutzen“, rät er. Die Bergründung: Sollten Maßnahmen wie Reisewarnungen, Beherbergungsverbote und Quarantänepflichten weitere Monate bis in 2021 hinein aufrechterhalten werden, so dürften nach Einschätzung von Kirstges auch die Kapazitäten sinken – weil manche Anbieter, etwa Hotels, schlicht aus dem Markt ausscheiden. Daher werde es dann kaum mehr Restplätze für last minute geben, prognostiziert der Experte.

Worauf sollte ich bei der Urlaubsbuchung 2021 achten?

Wichtig ist, egal ob bei einer Individual- oder bei einer Pauschalreise: Kann ich ohne Kosten von der Reise zurücktreten? Reiseexpertin Klaar: „Viele Veranstalter haben ihre Stornierungsbedingungen bereits gelockert. Man kann Stornierungs- und Umbuchungsbedingungen aber durchaus auch verhandeln, z. B. beim Vermieter von Ferienwohnungen oder beim Veranstalter. Wichtig: Man sollte sich aber Verhandlungen zum Reisevertrag, vor allem wenn sie mündlich getroffen wurden, auch schriftlich zusichern lassen. Das könnte etwa im Rahmen der Reisebestätigung erfolgen.“

Grundsätzlich hat man allerdings bei einer Individualreise immer ein höheres Risiko. Das bestätigt auch Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband DRV. Er rät: „Kunden sollten bezüglich der besseren Absicherung eine Pauschalreise buchen, denn Reiseveranstalter bieten den Kunden mit dieser Reiseform die Möglichkeit der kostenfreien Umbuchung oder Stornierung, wenn sich die Lage verschlechtert oder ein Zielgebiet zum Risikogebiet erklärt wird bzw. eine Reisewarnung ausgesprochen wird.“

Was ist, wenn mein Reiseveranstalter wegen der Corona-Pandemie pleite geht?

Angesichts der anhaltenden Pandemie besteht die Gefahr, dass Veranstalter, Fluggesellschaften oder Hotels Insolvenz anmelden müssen. „Bei einer noch länger anhaltenden Restriktion wird es zu vermehrten Insolvenzen kommen, da helfen auch die staatlichen Unterstützungsgelder nicht mehr“, glaubt Reiseexperte Prof. Kirstges.

„Für den Kunden ist das Risiko aber gering, denn die gesetzlich verankerte Kundengeldabsicherung hält im Falle einer Insolvenz den Kunden schadlos“, so Kirstges. Das gilt aber nur, solange nicht zu viele große Veranstalter die Segel streichen, denn dann könnte der „Gesamtsicherungstopf“ je Absicherer und Geschäftsjahr in Höhe von 110 Millionen Euro nicht reichen. So war es bei Thomas Cook. Die Bundesregierung plant jedoch, diese Deckelung abzuschaffen. Prof. Kirstges schätzt, dass dies bis Anfang 2021 geschehen sein könnte.

Individualreisende sind weniger gut abgesichert. Geht zum Beispiel die Airline pleite, müssen Urlauber damit rechnen, das bezahlte Geld nicht wiederzusehen. Denn eine Insolvenzabsicherung für Airlines gibt es bis heute nicht – trotz der Air-Berlin-Pleite. „Da gucken Sie als Fluggast in die Röhre“, sagt Beate Wagner von der Verbraucherzentrale NRW.

Wer also schon jetzt buchen will, sollte das eher bei einem deutschen Veranstalter tun: „Im Vergleich zu einer individuell gebuchten Reise ist man hier rechtlich besser gestellt“, bestätigt Wagner.

Ist eine Reiserücktrittsversicherung für Urlaub 2021 sinnvoll?

Grundsätzlich rät Klaar dazu, sich Versicherungen vor dem Abschluss genau anschauen und die Bedingungen sehr gut durchzulesen. „Es ist durchaus sinnvoll nach einer Reiserücktrittsversicherung Ausschau zu halten, die Sie absichert, wenn Sie sich mit dem Coronavirus infizieren und so die Reise nicht antreten können. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Versicherung auch abdeckt, wenn man sich selbst in Quarantäne begeben muss.“

Welche Regionen eignen sich für den Urlaub 2021?

Abzusehen ist bereits, dass auch 2021 der Fokus auf Europa und auch wieder besonders auf Deutschland liegen wird. „Viele Menschen buchen ihren Urlaub bereits jetzt für Ostern oder Sommer 2021. Gefragt sind dabei sowohl der Badeurlaub am Mittelmeer, etwa in Griechenland, oder Kreuzfahrten und Flusskreuzfahrten als auch Ferienwohnungen oder Busreisen in Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern“, berichtet Torsten Schäfer vom DRV.

Ralph Schiller, FTI Group Managing Director, spricht für Deutschland eine Empfehlung aus: „Innerhalb Deutschlands sind Regionen abseits der Küsten und Alpen, beispielsweise Mittelgebirge wie die Rhön, weniger stark ausgelastet, sodass auch dort das Einhalten von Abständen gut funktioniert.“

Grundsätzlich eher abzuraten ist immer noch von Fernreisen. Und auch wer in Europa bleibt, sollte Metropolen, wenn möglich, vermeiden. Eva Klaar von der Verbraucherzentrale: „Grundsätzlich gilt: Je weniger Kontakt zu anderen Menschen man hat, desto sicherer ist man.“ Auch Torsten Schäfer betont: „Reisen per se erhöht nicht die Ansteckungsgefahr und sollte auch nicht für alle neuen Corona-Infektionen verantwortlich gemacht werden.“ Man müsse sich aber vor Ort an die geltenden Sicherheitsmaßnahmen halten.

Welche Regionen sind jetzt schon besonders beliebt?

Beim größten Pauschalreiseanbieter Tui sind im Sommer 2021 vor allem europäische Ziele wie Griechenland, Portugal oder Italien beliebt. Aber: „Der Favorit unter deutschen Urlaubern ist nach wie vor Spanien, viele Tui-Urlauber haben ihren Spanienurlaub von diesem ins nächste Jahr verschoben“, teilt eine Sprecherin TRAVELBOOK mit.

Es gibt tatsächlich jetzt schon Orte, die aus diesem Grund schon für den kommenden Sommer gut gebucht sind. Dazu zählt etwa Mallorca. So meldete der Anbieter „Fincallorca“ Ende September, dass für Juni 2021 schon die Hälfte der Fincas ausgebucht seien.

Jonas Upmann von „Hometogo“ rät deswegen dazu, frühzeitig zu buchen, „da man dann die größte Auswahl hat und noch zwischen den besten Angeboten wählen kann“. Und auch wenn es bei „Hometogo“ nach eigenen Aussagen bislang keine außergewöhnlich hohe Auslastung für den kommenden Sommer gibt, zeigen aktuelle Daten des Ferienhausanbieters dennoch: Im Sommer 2021 sind in Deutschland in vielen Regionen schon knapp die Hälfte der Ferienhäuser vergeben. So sind etwa im Juli 2021 in Baden-Württemberg schon 50 Prozent, in Bayern 53 Prozent und in Brandenburg sogar 54 Prozent der Ferienhäuser auf „Hometogo“ bereits vermietet.

Sollte ich mit dem Flugzeug, dem Auto oder der Bahn in den Urlaub fahren?

Die Vorteile bei einer Anreise mit dem Auto sind: Sie sind flexibel und vermeiden Kontakt zu Fremden. Allerdings ist das Auto nicht immer eine Option, da es den Reiseradius einschränkt. Gleiches gilt für die Deutsche Bahn. Dort sollten Urlauber auf den kostenintensiven Flextarif setzen, rät Klaar. „Die flexiblen Tarife sind oft etwas kostenintensiver, dafür sind Sie aber in jedem Fall abgesichert, z. B. wenn Sie in Quarantäne müssen, damit man im Fall einer Stornierung nicht auf hohen Kosten sitzenbleibt.“

Auch bei Flugreisen sollte man auf flexible Tarife setzen. Problematisch bei Flugreisen ist auch, dass sie oft noch sehr spontan gecancelt werden und bis eine entsprechende Entschädigung kommt, kann es Monate dauern.

Wer Angst hat, bei Grenzschließungen, wie es Sie im Frühjahr 2020 gab, im Ausland festzusitzen, sollte auf einen Flug mit Lufthansa, Austrian Airlines oder Swiss setzen. Hier gibt es eine grundsätzliche Rückfluggarantie auf allen europäischen Strecken –  unabhängig vom gebuchten Tarif.

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