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Das müssen Reisende jetzt wissen

Strenge Regeln für Reiserückkehrer aus Hochrisikogebieten

Kontrollpunkt an der deutsch-tschechischen Grenze
Tschechien ist eins der neusten Virusvarianten-Gebiete und Reisende damit von Einreisebeschränkungen betroffen. Im Bild: Ein Kontrollpunkt an der deutsch-tschechischen GrenzeFoto: Getty Images

Deutschland hat angesichts der Ausbreitung hochansteckender Virus-Mutationen seine Schutz-Maßnahmen verschärft. Wie Virusvarianten- und Hochinzidenz-Gebiete bestimmt werden und welche Länder aktuell dazugehören – TRAVELBOOK gibt einen Überblick.

Die Unterteilung der Corona-Risikogebiete hat seit Anfang des Jahres eine neue Kategorie. Neben Risiko- und Hochrisikogebieten (und den wenigen Ländern, die kaum ein Risiko bergen, sich mit dem Coronavirus zu infizieren), gibt es nun zusätzlich die Kategorie der Virusvarianten-Gebiete. Hintergrund sind die als besonders ansteckend geltenden Mutationen des Coronavirus, die sich zunehmend auch in Europa ausbreiten. Als Folge sind Reisen in Hochrisiko- und Virusvarianten-Gebiete teilweise komplett verboten oder unterliegen jetzt strikteren Regeln.

Beförderungsverbot aus Virusvarianten-Gebieten

Die Bundesregierung hat ein Beförderungsverbot für Reisende aus Virusvarianten-Gebieten beschlossen. Es gilt seit dem 30. Januar 2021 und dauert vorerst bis zum 17. Februar 2021, 24 Uhr. Betroffen ist der direkte Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flugzeug aus Ländern, die als Virusvarianten-Gebiete eingestuft werden. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind das „Gebiete mit besonders hohem Infektionsrisiko durch verbreitetes Auftreten bestimmter SARS-CoV-2 Virusvarianten“. Aktuell sind es 15, am 1. Februar 2021 waren es erst sieben. Sechs dieser Gebiete, in denen sich die Corona-Virusvarianten ausbreiten, liegen in Europa (die komplette Liste sehen Sie weiter unten).

Von dem Beförderungsverbot nicht betroffen sind Personen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in der Bundesrepublik Deutschland sowie weitere Ausnahmen. Allerdings müssen Reisende, die trotz Beförderungsverbot fliegen wollen, mit enormen Einschränkungen in den Reisemöglichkeiten rechnen.

Die aktuellen Regionen mit Virusvarianten

(Stand: 15. Februar 2021)

  • Botsuana (seit 7. Februar 2021; bereits seit 31. Januar 2021 Hochinzidenzgebiet; Risikogebiet seit 22. November 2020)
  • Brasilien (seit 19. Januar 2021bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Eswatini (seit 31. Januar 2021bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Irland (seit 13. Januar 2021bereits seit 9. Januar 2021 Risikogebiet)
  • Lesotho (seit 31. Januar 2021bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Malawi (seit 7. Februar 2021; bereits seit 31. Januar 2021 Hochinzidenzgebiet; Risikogebiet seit 15. Juni 2020)
  • Mosambik (seit 7. Februar 2021; bereits seit 31. Januar 2021 Hochinzidenzgebiet; Risikogebiet seit 15. Juni 2020)
  • Österreich – das Bundesland Tirol (seit 14. Februar 2021; bereits seit 25. September 2020 Risikogebiet); Ausgenommen: der politische Bezirk Lienz (Osttirol), die Gemeinde Jungholz, das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee
  • Portugal (seit 27. Januar 2021 inkl. aller autonomen Regionen; bereits seit 24. Januar 2021 Hochinzidenzgebiet; Risikogebiet seit 8. November 2020)
  • Sambia (seit 7. Februar 2021; bereits seit 31. Januar 2021 Hochinzidenzgebiet; Risikogebiet seit 15. Juni 2020)
  • Simbabwe (seit 7. Februar 2021; bereits seit 31. Januar 2021 Hochinzidenzgebiet; Risikogebiet seit 15. Juni 2020)
  • Slowakei (seit 14. Februar 2021; bereits seit 17. Oktober 2020 Risikogebiet)
  • Südafrika (seit 13. Januar 2021bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Tschechien (seit 14. Februar 2021; Hochinzidenzgebiet seit 24. Januar 2021; Risikogebiet seit 25. September 2020)
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland (seit 13. Januar 2021 inkl. aller Überseegebiete, Isle of Man sowie aller Kanalinseln; seit November 2020 Risikogebiet)

Die aktuelle Liste der Risikogebiete kommt vom Robert-Koch-Institut.

Laut dem RKI wird ein Staat als Virusvarianten-Gebiet eingestuft, wenn sich in ihm eine Corona-Mutation verbreitet, die nicht im Inland auftritt und von der ein besonderes Risiko ausgeht. Dazu gehören etwa leichtere Übertragbarkeit sowie andere Faktoren, die dafür sorgen, dass sich die Infektionsausbreitung beschleunigt, die Krankheitsschwere verstärkt wird oder durch die Immunität in Folge einer Impfung oder bereits durchgemachten Infektion geschwächt wird.

Alleine in Europa 13 Corona-Hochrisikogebiete

Neben den Virusvarianten-Gebieten unterliegen auch die sogenannten „Hochinzidenzgebiete“ strikten Reiseregelungen. Hier ist das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus wegen der hohen Fallzahlen besonders groß. Auch in Europa gibt es inzwischen 13 Gebiete mit einer erhöhten Corona-Ansteckungsgefahr.

Laut dem RKI sind Hochinzidenzgebiete „Risikogebiete mit besonders hohen Fallzahlen“. Wie bei den Risikogebieten basiert auch die Einstufung als Hochinzidenzgebiet auf einer zweistufigen Bewertung. Im ersten Schritt wird ermittelt, wo es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 200 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab. In einem zweiten Schritt wird anhand mehrerer Kriterien festgestellt, ob ein besonders erhöhtes Infektionsrisiko begründet ist.

Die aktuellen Hochinzidenzgebiete

  • Afghanistan (seit 31. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Ägypten (seit 24. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Albanien (seit 24. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 als Risikogebiet)
  • Andorra (seit 24. Januar 2021; bereits seit August 2020 Risikogebiet)
  • Bahrain (seit 14. Februar 2021, bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Bolivien (seit 24. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Bosnien und Herzegowina (seit 24. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Estland (seit 24. Januar 2021; bereits seit 26. Dezember 2020 Risikogebiet)
  • Ecuador (seit 31. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Iran (seit 24. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Israel (seit 24. Januar 2021; bereits seit 3. Juli 2020 Risikogebiet)
  • Kolumbien (seit 24. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Kosovo (seit 24. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Lettland (seit 24. Januar 2021; bereits seit 22. November 2020 Risikogebiet)
  • Libanon (seit 24. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Litauen (seit 24. Januar 2021; bereits seit 22. November 2020 Risikogebiet)
  • Mexiko (seit 24. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Montenegro (seit 24. Januar 2021; bereits seit 17. Juli 2020 Risikogebiet)
  • Nordmazedonien (seit 24. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Palästinensische Gebiete (seit 24. Januar 2021; bereits seit 3. Juli 2020 Risikogebiet)
  • Panama (seit 24. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Serbien (seit 24. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Seychellen (seit 14. Februar 2021; bereits seit 17. Januar 2021 Risikogebiet)
  • Slowenien (seit 24. Januar 2021; bereits seit 1. November 2020 Risikogebiet)
  • Spanien (seit 24. Januar 2021 inkl. aller autonomen Gemeinschaften und spanischen Exklaven; bereits seit 2. September 2020, inkl. der Kanarischen Inseln seit 20. Dezember 2020 Risikogebiet)
  • St. Lucia (seit 14. Februar 2021; bereits seit 7. Februar 2021 Risikogebiet)
  • St. Vincent und die Grenadinen (seit 14. Februar 2021; bereits seit 17. Januar 2021 Risikogebiet)
  • Sudan (seit 31. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Syrische Arabische Republik (seit 31. Januar 2021; bereits seit 15. Juni 2020 Risikogebiet)
  • Tschechien (seit 24. Januar 2021; bereits seit 25. September 2020 Risikogebiet)
  • USA (seit 24. Januar 2021 inklusive aller Außengebiete; bereits seit 3. Juli 2020 Risikogebiet)
  • Vereinigte Arabische Emirate (seit 24. Januar 2021; bereits seit 23. September 2020 Risikogebiet)
  • (Stand: 15. Februar 2021)

Was bedeuten Corona-Virusvarianten und hohe Inzidenz für Reisende in Europa?

Generell gelten für alle Länder, die zu einer der Risiko-Kategorien zählen, Reisewarnungen des Auswärtigen Amts. Reisende, die aus Corona-Risikogebieten in Europa oder weltweit (zurück) nach Deutschland kommen, müssen sich vorher online anmelden und fast überall im Land zehn Tage in Quarantäne. Die Quarantäneregeln richten sich nach den einzelnen Bundesländern (hier die Übersicht).

Wer sich in den letzten zehn Tagen vor Einreise nach Deutschland in einem Gebiet aufgehalten hat, in dem sich die Mutationen ausbreiten und/oder die Fallzahlen mit dem Coronavirus besonders hoch sind, muss zusätzlich einen Nachweis (ärztliches Zeugnis oder Testergebnis) über das Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 mit sich führen und vorzeigen. Der Test darf bei der Einreise maximal 48 Stunden alt sein. Liegt kein Nachweis vor, können Beförderer einen Test direkt vor Abreise verlangen und durchführen. In dem Fall darf bei einer Einreise aus einem Virusvariantengebiet maximal zwölf Stunden vor Abreise getestet werden.

Einzelne Reiseländer in Europa mit Corona-Lage im Überblick:

(mit Material von Reuters)

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