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Stadt am Nationalpark Harz

Die besten Tipp für Bad Harzburg

Bad Harzburg
Ausblick vom Burgberg auf die Stadt Bad Harzburg. Sie liegt direkt am Nationalpark Harz und bietet Naturfreunden und Wanderern viel Schönes Foto: Getty Images/imageBROKER RF
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Robin Hartmann Autorenkopf
Freier Autor

3. November 2025, 16:59 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Direkt am Nationalpark Harz gelegen, ist Bad Harzburg in Niedersachsen ein Paradies für Wanderer und Naturfreunde im Allgemeinen. Nicht weit vom Sagenberg Brocken findet man dort außerdem geschichtsträchtige Orte und Spuren einer der schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Historie. TRAVELBOOK-Autor Robin Hartmann hat die Stadt und ihre Umgebung bereits mehrfach erwandert und verrät, was es dort zu sehen gibt.

Für einen kurzen Moment hat sich die Sonne durch die dichten Regenwolken gekämpft, die drohend über Bad Harzburg hängen, und hat die Landschaft in einen wahren Farbenrausch verwandelt. Gelb, rot, braun – in allen Tönen des Herbstes leuchten Wälder und die Hügel um die Stadt wie in einem impressionistischen Gemälde. Von weit oberhalb genieße ich diesen Blick, auf dem Burgberg stehend. Bis über den Horizont hinaus erstreckt sich die weite, flache Landschaft vor meinen Augen. An diesem Ort, an dem einst ein Stück deutscher Geschichte geschrieben wurde, geht es heute aufgrund der Wetterbedingungen eher ruhig zu. Nur wer es wirklich will, ist draußen, und so atme ich Stille und lasse mich im Geist fast 1000 Jahre zurücktragen.

Denn hinter mir liegen die Ruinen der Harzburg, erbaut von 1065 bis 1068 von einer der schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Historie. Einst ein mächtiges Gemäuer, diente sie Heinrich IV., der 1084 zum deutschen Kaiser gekrönt wurde, als Stammsitz. Und hier war es auch, dass er in der Nacht vom 9. auf den 10. August 1973 vor seinem aufgebrachten Volk fliehen musste, angeblich durch einen geheimen Gang im Burgbrunnen. Nicht einmal ein Jahr später wurde die Harzburg dann nach einer Niederlage Heinrichs in einer Schlacht zerstört. Im Winter 1076/77 musste ebenjener Heinrich den heute legendären Gang nach Canossa zu Papst Gregor VII. antreten, um seine Absetzung als Regent damit zu verhindern. Die Stadt Bad Harzburg ist heute nach ihrer einstigen Festung benannt.

Gondel mit Schaffner

Der Burgberg ist denn auch eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Stadt. Wer den kurzen, aber steilen Aufstieg durch den dichten Laubmischwald scheut, kann auch mit der sehr schönen Seilbahn hinauf fahren. Als meine Freundin und ich das kürzlich ausprobierten, war sogar ein Schaffner dabei, der unsere Tickets wie im Film mit einer Zange abknipste, und anschließend die Kabine für ihre Fahrt eigenhändig in Betrieb setzte und sicher nach oben steuerte. Auch aus der Gondel ergeben sich spektakuläre Blicke auf Bad Harzburg und die umgebende Landschaft, die schon zum Nationalpark Harz gehört. Und dann ist da, gut 480 Meter über dem Radautal, noch eine andere, von vielen wohl kaum bemerkte Sehenswürdigkeit.

Wie ein Schrein wirkt die sogenannte Harzsagenhalle unmittelbar neben der Aussichtsplattform, von der aus man auf Bad Harzburg blicken kann. In unfassbar detailverliebter Arbeit haben hier 1928 bis 1932 der Künstler Eduard Bergmann und sein Sohn Franz aus Holz und Marmor 14 Harzer Sagen in einem einmaligen Diorama zum Leben erweckt. Das einzigartige Mini-Museum ist nur an Sonn- und Feiertagen zwischen 14 und 16 Uhr geöffnet. Überragt wird die Szenerie auf dem Burgberg aber sprichwörtlich von der 19 Meter hohen Canossa-Säule, die an den bereits beschriebenen Bußgang Heinrichs IV. erinnert. Bei Bedarf kann man sich in dem Hotel-Restaurant „Aussichtsreich“ dann für den Abstieg stärken.

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Über den Baumwipfeln

Bad Harzburg
Der Radau-Wasserfall in der Nähe von Bad Harzburg ist das Ziel einer schönen Wanderung Foto: Getty Images/imageBROKER RF

Wer möchte, kann den Burgberg auch hinunterfliegen, und zwar auf der Baumschwebebahn, die seit 2020 in Betrieb ist. In einem Gurtsystem hängend, rauscht man hier mitten durch die Wipfel zu Tal. Bei meinem Besuch spielte das Wetter jedoch nicht mit, und so begab ich mich stattdessen zu einer weiteren naturverbundenen Attraktion. Nämlich dem rund 1000 Meter langen Baumwipfelpfad, der sich durch das Kalte Tal windet. Dieser bietet wiederum tolle Ausblicke in die Natur von Bad Harzburg. Vor allem für Kinder ist die als Lehrpfad angelegte Strecke toll, denn an insgesamt 52 Stationen können sie hier Wissenswertes über die heimische Natur erfahren. An den Eingängen liegen zudem Zettel für Schnitzeljagden aus.

Wen es tiefer in die Natur um Bad Harzburg hineinzieht, der hat mit dem Nationalpark Harz sogleich ein einzigartiges Wanderrevier direkt vor den Stadttoren. Eine relativ kurze Tour führt beispielsweise durch dichten Wald zum sehr schönen Radau-Wasserfall. Der 23 Meter hohen Kaskade würde man nicht ansehen, dass sie einst künstlich angelegt wurde, und selbst das tut der Magie beim ihrem Anblick keinerlei Abbruch. Wer möchte, kann die Tour von hier aus noch verlängern und eine wahre Genusswanderung daraus machen. Denn ganz in der Nähe des Radau-Wasserfalls warten gleich zwei sehr gute und authentische Gasthäuser auf hungrige Mägen. Da wäre zum einen das altehrwürdige „Molkenhaus“, wo ab Dezember auch Wildtierfütterungen stattfinden. Mein Favorit aber ist die „Rabenklippe“, die bei sensationeller Aussicht bis hin zum Brocken hausgemachte Spezialitäten anbietet.

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Es gibt viel zu entdecken

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Eine tolle Tour führt ab Bad Harzburg auch zum „Kreuz des Deutschen Ostens“. Hierbei handelt es sich tatsächlich um ein riesiges Kreuz, aufgestellt, weithin sichtbar, zum Gedenken an Heimatvertriebene. Vom Burgberg startend hat man es innerhalb von etwa einer Stunde erreicht, und kann seine Feldflasche zwischendurch noch beim Sachsenbrunnen mitten im Wald füllen. Das Monument selbst, man kann es nicht anders nennen, ist ob seiner Größe und Lage wahrlich Ehrfurcht gebietend. Und wiederum nicht weit entfernt von den bereits genannten Gasthäusern.

Eine etwas längere Tour führt den Wanderer von Bad Harzburg zum Eckerstausee. Mitten durch diesen hindurch verlief zur Zeit der deutschen Teilung die Grenze, und auch heute noch kann man auf der Staumauer die alten Demarkationssteine mit der Aufschrift „DDR“ sehen. Von hier ist es dann nicht mehr weit bis zur Scharfensteinklippe. Dort wartet nicht nur eine Rangerstation mit einem kleinen Imbiss, sondern nach dem Aufstieg auf den Felsen auch ein sehr schöner Ausblick auf die Landschaft. Wer in der Stadt selbst wandern möchte, kann zum Beispiel durchs Krodotal hoch über ihren Dächern laufen. Ein anderer Weg führt zum wunderschön benannten Elfenstein, von dem man wiederum eine Panorama-Sicht auf den Ort und die umliegende Landschaft hat.

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Anschließend kann man dann auch gleich die langgestreckte Fußgängerzone von Bad Harzburg erkunden. Hier gibt es diverse Einkehr- und Shopping-Möglichkeiten. Sehenswert ist sicher auch die mehr als 125 Jahre alte Wandelhalle mit ihrem Trinkbrunnen. Gespeist von gleich neun heilkräftigen Quellen, war die Stadt vor allem in der Vergangenheit ein beliebter Kurort. Das wohltuende Wasser lässt sich auch in der örtlichen Sole-Therme genießen.

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