Mexiko Peace Index

Wo Mexiko am gefährlichsten ist – und wo sicher

Sicherheit in Mexiko
Auch die Travel Risk Map, herausgegeben von den beiden Unternehmen SOS International und Control Risks, zeigt: Das Reisesicherheitsrisiko wird in allen teilen Mexikos als hoch (rot) bis mittel (orange) eingestuft. Dennoch gibt es einige Regionen, in die Urlauber noch relativ bedenkenlos reisen können.
Foto: International SOS Control Risks

Mexiko macht immer wieder Schlagzeilen durch Gewalt, Entführungen und brutale Drogenkriege. Doch verzerren diese Berichte vielleicht die Realität? Wie hoch ist die Kriminalität wirklich? Und in welchen Regionen ist es am gefährlichsten, wo sicher? Der Mexiko Peace Index gibt darüber Auskunft. TRAVELBOOK fasst die Ergebnisse zusammen.

Das Land macht immer wieder Schlagzeilen durch brutale Überfälle, Morde und Entführungen.

Angesichts solcher Berichte ist nur verständlich, wenn das Land auf der Liste der friedlichsten Länder der Welt am unteren Ende erscheint. Und tatsächlich landete Mexiko im jüngsten Global Peace Index auf Platz 140 von insgesamt 162. Damit gilt die Sicherheit in Mexiko als „niedrig“.

Aktuelles Ranking! Die (un)friedlichsten Länder der Erde

Doch was bedeutet das für Touristen? Wie hoch ist die Kriminalität wirklich? Und in welchen Regionen ist es am gefährlichsten, wo vielleicht sogar sicher? Hier hilft der Mexiko Peace Index weiter, eine Teilstudie des Global Peace Index, die den Fokus ausschließlich auf das Land lenkt und auch die einzelnen Bundesstaaten untersucht. Und auch hier wird ein düsteres Bild der Sicherheit in dem Land gezeichnet.

Nach zwei Jahren mit zunehmend eskalierter Gewalt, unter anderem wegen des Machtvakuums nach der Festnahme von El Chapo, gab es im ausgewerteten Jahr 2017 eine historisch hohe Tötungsrate mit 24 Todesfällen auf 100.000 Menschen und 29.000 Opfern. Das ist sogar ein noch höherer Wert als der bisherige Negativ-Rekord 2011. Hinzu kam außerdem eine Steigerung der Waffengewalt auf 36 Prozent, 28 von 32 Bundesstaaten meldeten außerdem, dass die Zahl der Maschinengewehre eskalieren würde.

Fakt aber ist: Die Sicherheitsbedingungen sind nicht für das ganze Land identisch sondern variieren bei den 32 Staaten. Doch welche sind nun die friedlichsten Staaten innerhalb Mexikos? Was die sichersten Städte? Und welche Bundesstaaten und Metropolregionen sollte man lieber meiden?

Wo ist es in Mexiko noch sicher?

Grundsätzlich wird in ganz Mexiko zur Vorsicht geraten, denn die Sicherheitslage ist fragil und kann sich jederzeit verschlechtern. Doch es gibt auch vergleichsweise sichere Staaten. Die drei sichersten sind Yucatán, Tlaxcala und Campeche. Yucatán hat nicht nur zahlreiche schöne Strände, sondern auch einige der bedeutendsten Maya-Ruinenstätten wie Chichén Itzá und Uxmal zu bieten. In Campeche lockt zum Beispiel die ehemalige Maya-Stadt Edzná Touristen an. Im Südosten, an der Grenze zu Quintana Roo, liegen die Ruinen der Río-Bec-Gruppe (die größte davon Xpuhil) mit den sogenannten „Scheinpyramiden“. Die Siedlung Uxul wurde 2005 wiederentdeckt.

Die Ruinenstätte von Edzna in Campeche

Die Ruinenstätte von Edzna in Campeche
Foto: Getty Images

Ebenfalls beliebt bei Urlaubern und im Index als friedlich eingestuft ist Chiapas. Sehenswert sind hier San Cristóbal de las Casas, früher auch Ciudad Real genannt, und die dem Weltkulturerbe zugehörige Ruinenstadt Palenque aus der klassischen Mayazeit. Spannend ist in diesem Bundesland auch die Natur, fährt diese doch hier eine besonders große Artenvielfalt auf.

Achtung in diesen Regionen!

Aktuell warnt aber das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen besonders vor Reisen in die Bundesstaaten Tamaulipas, Sinaloa und Colima sowie vor Reisen in die ländlichen Gebiete von Jalisco, Guanajuato und Guerrero.

Zumindest bei einigen dieser Bundesstaaten könnten Ihnen die Ohren klingeln: So ist Sinaloa unter anderem für das gleichnamige Sinaloa-Kartell bekannt und Guerrero hat mit Acapulco die Stadt mit den drittmeisten Morden weltweit.

Acapulco – vom Traumziel zu einer der gefährlichsten Städte der Welt

Außerdem rät das Auswärtige Amt dringend vor Reisen in die Grenzregionen zu den USA ab.

Diese Städte sind gefährlich

Dringend abgeraten wird außerdem von Besuchen in den Städten Acapulco, Tijuana (Platz 5 der Städte mit der höchsten Mordrate), Culiacán (Platz 12) und Chihuahua (Platz 29). Außerdem dringend abgeraten wird von einem Besuch in der Stadt Ciudad Juárez: Hier gibt es seit Jahren einen erbitterten Kampf vom Sinaloa- mit dem Juárez-Kartell mit Tausenden Opfern sowie eine immer noch andauernde Serie von Frauenmorden.

Außerdem wird von Reisen entlang der Bundesstraße 199 in Chiapas abgeraten, hier wurden im Frühjahr 2018 ein deutscher Radfahrer und ein polnischer Freund ermordet.

Welche Touristenregionen sind unsicher?

Neben den bereits oben genannten Regionen ist auch Quintana Roo auf der Halbinsel Yucatán nicht besonders sicher und kam lediglich auf Platz 17 von 32. Das hört niemand gern, der in Cancún landet und dann vielleicht nach Playa del Carmen oder Tulum weiterreisen möchte.

Sehr viel schlimmer steht es um Baja California Sur im Westen des Landes, beliebter Hotspot für Promis aus den US-Staaten. Die Region landet sogar auf dem letzten Platz, noch hinter Guerrero. Hier findet man auch die Stadt mit den meisten Morden weltweit: Los Cabos. Hier wurde übrigens die aktuelle Staffel des deutschen „Bachelors“ gedreht …

Hier wurde die neue „Bachelor“-Staffel gedreht

Auch wenn manche Regionen gefährlicher sind als andere, ist die Kriminalität in Mexiko generell sehr hoch. Vorsicht ist immer und überall geboten. Doch keine Panik! Wer sich an einige Verhaltensweisen hält und den Hinweisen des Auswärtigen Amts folgt, kann das Risiko selbst schon einmal minimieren.

 

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