Rechts stehen – links stehen!

Darum gibt's auf Londons U-Bahn-Rolltreppen nun ein Gehverbot!

Es klingt paradox, aber in den Londoner U-Bahn-Stationen soll ein Gehverbot auf Rolltreppen kommen, damit die Masse an Fahrgästen schneller rein- und rauskommt. Tests hätten ergeben, dass das wirklich funktioniert. Den Londonern gefällt die Neuerung allerdings so gar nicht.

„Rechts stehen, links gehen“: Dieser Satz hat sich über viele Jahre hinweg bei allen Londonern eingebrannt. Und auch die London-Touristen tun nicht schlecht daran, diesen Rat zu befolgen, beschreibt er doch kurz und knapp, wie man sich auf der Rolltreppe in U-Bahnhöfen zu verhalten hat. Wer es nicht eilig hat, stellt sich auf die rechte Seite, wer lieber die Treppen hochhastet, tut das auf der linken Seite.

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Doch genau das, was Jahre lang Bestand hatte und aus Laiensicht auf den ersten Blick auch sinnvoll erscheint, soll jetzt geändert werden. Transport for London (TfL), das Unternehmen, das für das Londoner Verkehrsnetz verantwortlich ist, glaubt nämlich, dass die altbewährte Methode nicht schneller ist, sondern ganz im Gegenteil: den Verkehr auf den Rolltreppen aufhält.

Stehen statt gehen: Mit diesem einfachen Konzept sollen Passagiere schneller aus den U-Bahnhöfen raus- bzw. reinkommen

Foto: Getty Images

Erster Versuch an Holborn-Station

Bereits im März dieses Jahres kündigte TfL ein sechsmonatiges Pilotprojekt an der Underground-Station Holborn an, die mit mehr als 56 Millionen abgefertigten Menschen jährlich zu den am stärksten frequentierten Bahnhöfen der ganzen Stadt gehört. Bei dem Versuch, der nun startete, sollen die Londoner so „umerzogen“ werden, dass sie sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite stehen und die Rolltreppen auf diese Weise optimal auffüllen – anstatt die linke Seite für ein paar wenige freizulassen, die lieber gehen.

Erste Tests, die im November und Dezember 2015 durchgeführt wurden, hatten laut offiziellen Angaben ergeben, dass zur Hauptverkehrszeit rund 30 Prozent mehr Passagiere die Rolltreppen nutzen konnten, wenn die Fahrgäste sowohl auf der linken als auch rechten Seite standen. In Zahlen sind das 750 Passagiere mehr in der Zeit zwischen 8.30 und 9.30 Uhr – 3250 statt 2500 Passagiere. Peter McNaught, Leiter der London Underground sagte dazu in einem offiziellen Statement: „Es mag nicht richtig erscheinen, dass man schneller vorwärts kommt, indem man still steht. Aber unser Experiment an der Holborn-Station hat gezeigt, dass das so sein kann.“

An der Station Holborn beginnt das Pilotprojekt

Foto: Getty Images

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Um die Londoner Schritt für Schritt an die Neuerung zu gewöhnen, startet das Projekt mit nur einer von vier Steh-Rolltreppen, alle anderen sollen ganz normal nutzbar sein bzw. nur zu bestimmten Uhrzeiten zum reinen Fahren, nicht aber zum Gehen genutzt werden.

Ausschlaggebend dafür, das Projekt an dieser Station zu starten, ist neben dem hohen Passagieraufkommen auch die Länge der Rolltreppen. Laut TfL haben Untersuchungen ergeben, dass Menschen auf Rolltreppen mit einer Gesamtlänge von mehr 18,5 Metern eher stehen, als sie hochzugehen. Die Treppen in Holborn sind bis zu 23,4 Meter lang.

So reagieren die Londoner

So gut es die Planer auch meinen, den traditionsliebenden Briten missfällt es, etwas in ihrem altbewährtem Ablauf zu ändern. Auf Twitter gibt es bereits seit der ersten Ankündigung im März unzählige Gegenstimmen, manche User rufen sogar zum Boykott auf („We must resist“, z. Dt. „Wir müssen uns widersetzen“).

Den aktuellsten Tweets nach zu urteilen, halten sich viele schlichtweg nicht an die neuen Regeln. Ob die Briten stur bleiben oder sich doch noch auf die Neuerung einlassen, bleibt also abzuwarten.

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