Tipps für die österreichische Hauptstadt

11 Dinge, die man in Wien vermeiden sollte

Wer eine Metropole wie Wien, London oder Rom zum ersten Mal besucht, fragt sich nicht nur, welche Attraktionen und Sehenswürdigkeiten unbedingt aufs Programm gehören, sondern auch: was man in der jeweiligen Stadt bei einem kurzen oder gar längeren Besuch besser vermeiden sollte. Hier eine Auswahl der Dinge, die Wien-Touristen lieber bleiben lassen sollten.

Chiara Jaumann Von Chiara Jaumann

1. Brötchen bestellen oder Tüte sagen
Es gab einmal ein Lokal, das Pfifferlinge teurer als Eierschwammerl angeboten hat.
Da handelt es sich in beiden Fällen um denselben Pilz – einmal auf Hochdeutsch und einmal auf Österreichisch. Das Lokal gibt es mittlerweile nicht mehr, die generelle Abneigung, was hochdeutsche Wörter betrifft, aber schon. Wer in eine Bäckerei geht und ein Brötchen bestellt, muss denn auch mit einem „Wie bitte?“ rechnen. Und zwar mit einem extra weich wienerisch betontem „tt“. Einfach aus Prinzip. Natürlich weiß der Wiener nämlich, was ein Brötchen ist. Was eine Tüte ist, weiß er übrigens auch, in dem Fall wird er allerdings nicht nachfragen, aber mitunter nachäffen. Das Brötchen heißt in Österreich nämlich Weckerl, und die Tüte: Sackerl.  Das „-erl“ ist in dem Fall einfach nur die Verkleinerungsform – das Pendant zum deutschen „chen“. 

Die berühmte Wiener Pestsäule am Graben im ersten Bezirk von Wien. Zentraler geht's nicht!

Foto: dpa picture Alliance

2. Im g’standenen Wiener Kaffeehaus einfach n’ Kaffee bestellen 
Der echte Wiener bestellt nicht einfach einen Kaffee. Einfach nur Kaffee gibt es im Wiener Kaffeehaus nämlich gar nicht. Und das ist auch gut so. Die Melange, der Verlängerte, der kleine und der große Braune zeichnen Wien aus. Da achtet der Wiener Gastronom dann übrigens auch auf die gute, biologische Milch. Und selbst wenn es einfach nur Kaffee gäbe, sollte man ihn auf gar keinen Fall bestellen. Dafür schmeckt die Wiener Melange viel zu besonders.

Das Wort Melange kommt aus dem Französischen und bedeutet Mischung. Gemischt wird hier frischer Kaffee und cremige Milch. 

Foto: dpa picture Alliance

8 traditionelle Wiener Kaffeehäuser, die man besuchen sollte:

Das prachtvolle Café Central in der Herrengasse im 1. Bezirk. Der Schriftsteller Alfred Polgar sagte einmal: „Das Central ist kein Caféhaus wie andere Caféhäuser, sondern eine Weltanschauung.“

Foto: Getty Images

3. Beim Essen sparen
Ach ja, die einmalige Wiener Küche. Auf die ist der Wiener natürlich stolz. Darf er auch. Die österreichische Küche ist nämlich ganz schön authentisch und der Wiener viel zu sehr Genussmensch. Ein Grund, wieso beim Essen nicht gespart wird. Und das sollten auch Wien-Touristen nicht tun. Zum Glück hat sich in Wien der Gesund-Trend noch nicht so durchgesetzt, dafür geht der Wiener für einen richtig saftigen Schweinsbraten nämlich viel zu gerne ins Wirtshaus. Oder lässt die Omi kochen.

Hier die wichtigsten Speisen, die man in Wien auf keinen Fall auslassen darf – und
am besten wortwörtlich so bestellen sollte:  

  • Wiener Schnitzel mit Preiselbeeren & Erdäpfelsalat mit Kürbiskernöl
  • Schinkenfleckerl, eine große Portion
  • Schweinsbraten im Saft mit Semmelknödel

Alle drei Spezialitäten sind besonders gut im: Gasthaus Schilling

So Lecker: das Wiener Schnitzel

Foto: Getty Images

  • G’röstete Knödel mit Ei (besonders gut im: Cafe Europa)
  • Wiener Frankfurter mit Senf und Kren (auf keinen Fall mit Ketchup); besonders gut in allen Kaffeehäusern & am Würstelstand 
 

Bei uns heißen sie Wiener, in Wien heißen sie Frankfurter. Das Paar Frankfurter Würstel ist immer ein perfekter Snack. 

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  • Gulaschsuppe, gerne extra scharf; besonders gut im: Ungar-Grill
  • Apfelstrudel mit Vanillesauce, richtig heiß serviert; besonders gut im: Cafe Maria Treu
  • Ein gut gemeintes Stück Sachertorte; besonders gut im: Café Sacher

Manchmal ist sie viel zu trocken, aber im Café Sacher schmeckt die Sachertorte genau so, wie sie schmecken soll – mit extra viel Schlagobers, bitte. 

Foto: Getty Images
 

4. Schwarzfahren
Wie in allen Metropolen sollte man auch in Wien die öffentlichen Verkehrsmittel nicht ohne Fahrschein benutzen. In der österreichischen Hauptstadt zahlen Schwarzfahrer aber besonders viel Strafe: 103 Euro – und für Touristen wird von den sogenannten Schwarzkapplern, wie die Kontrolleure auch heißen, kein Auge zugedrückt. Tipp: Das 72-Stunden-Ticket eignet sich perfekt für ein Wochenende in Wien. Damit kann man in der ganzen Stadt für nur 16,50 Euro unterwegs sein.

5. Darauf vertrauen, dass sich der Taxler in Wien auskennt
Die Wiener Taxifahrer wirken oft ortskundiger, als sie in Wahrheit sind. Und das kann für Fahrgäste durchaus teuer werden. Sollte man sich also für ein Taxi entscheiden, am besten vorher die Stadtkarte checken und sich zumindest den Bezirk merken, in den man möchte. Außerdem: Dem Fahrer ruhig mitteilen, wenn man sich schon in der Nähe des Ziels befindet. Ansonsten kurvt er nämlich gerne noch gmiadlich herum. 

6. Nach einem Späti suchen
Zwar hat sich Wien in den letzten Jahren sehr entwickelt und ist internationaler und offener geworden, trotzdem gibt es so ein paar Dinge, welche die österreichische Hauptstadt eben auch besonders gemütlich machen. Hier kommen die Menschen auch noch ohne einen „Späti“ für Spontaneinkäufe in der Nacht oder am Sonntag klar. Darum gilt: Vor allem deutsche Hauptstädter sollten beim Wien-Besuch daran denken, unter der Woche vor 19:30 und samstags vor 18:00 Uhr einkaufen zu gehen.

7. Dinge allzu persönlich nehmen
Wiener gelten zuweilen als etwas raunzig und grantig, aber das ist auch einer der Gründe dafür, dass man hier nur selten etwas persönlich nimmt. Das gscherte Reden und Schimpfen gehört in Wien einfach zur Sprache. Wenn sich der Kellner im Wirtshaus aufregt, man schnell irgendwohin muss und einem Menschen im Weg stehen oder man einfach mal wieder einen schlechten Tag hat, lässt man das in der österreichischen Metropole ganz selbstverständlich an seinen Mitmenschen aus. Und die meisten sind das gewohnt – und darum auch darauf vorbereitet. Wer also bei seinem Besuch in der Stadt auf die charmante Wiener Unfreundlichkeit trifft, sollte sie ganz wie ein Wiener nehmen: eben nicht persönlich.

8. In der U-Bahn-Station Stephansplatz durch die Nase atmen
Der Stephansdom am Stephansplatz ist eines der berühmtesten Wahrzeichen Wiens.
Den Dom sollte man auch unbedingt von innen gesehen haben. Was man davor aber wissen sollte: Ein Bereich der U-Bahn-Station Stephansplatz stinkt. Und das schon seit Jahren. Grund hierfür ist ein Bodenverfestigungsmittel auf organischer Basis, das verwendet wurde, um zu verhindern, dass der Boden unter dem Stephansdom nachgibt und dieser absinkt oder einbricht. Die chemische Reaktion, die mit diesem Mittel hervorgerufen wird, verursacht den Gestank. Also bitte nicht wundern – und bestenfalls auch nicht durch die Nase atmen. 

Die U-Bahn-Station Stephansplatz: Wer hier aussteigt, steht mitten im Geschehen

Foto: dpa picture Alliance
 

Der Stephansdom mit der Turmglocke Pummerin, die auch die „Stimme Österreichs“ genannt wird.

Foto: Getty Images

9. Wasser aus der Flasche trinken
Das Wiener Leitungswasser gehört zu den saubersten in Europa. Hier dreht man einfach den Wasserhahn auf und genießt strengstens kontrolliertes Hochquellwasser, das nicht länger als 36 Stunden vorher und ohne Einsatz von Pumpen unterwegs in die Hauptstadt war. Außerdem fließt es durch Wasserleitungskraftwerke, wodurch 65 Millionen Kilowattstunden Energie erzeugt werden, was dem Strombedarf einer Kleinstadt entspricht. Es handelt sich also um im wahrsten Sinne des Wortes „gutes“ Wasser. Außerdem gibt es mehr als 900 fixe Trinkbrunnen, in der ganzen Stadt verteilt. Wasser aus Flaschen zu kaufen, wäre in Wien absolute Geldverschwendung. Zum Kaffee bekommt man übrigens auch immer ein Glas dazu – gratis natürlich.

Ein moderner Trinkbrunnen mitten in der Stadt

Foto: dpa/Picture Alliance

10.  Menschen in der U-Bahn anlächeln & sich beim Begrüßen umarmen
Hier sind wir wieder bei der bekannten Wiener Mentalität. Charmant ist der Wiener ja, sehr charmant sogar. Unfreundlich aber eben auch. Wenn man also in der U-Bahn ist und jemanden absichtlich anlächelt, muss man damit rechnen, dass das schnell unangenehm wird.  Man bekommt einen schnellen, sehr irritierten Blick zurück, nicht selten auch einen bösen. Einfach weil der Wiener sehr introvertiert, gehemmt und vor allem skeptisch gegenüber seiner Außenwelt ist. Und auch beim Begrüßen ist das Thema Nähe ein sehr heikles. In Wien begrüßt man sich mit Küsschen links und rechts, eine Umarmung überfordert. Auf Österreichisch heißt das Küsschen übrigens Bussi oder Busserl. Statt Hallo sagt man Servus, statt Tschüss Baba.

Auch interessant: 17 Dinge, die man in London vermeiden sollte

11. Falco vergessen
Falco („Jeanny“, „Der Kommissar“) ist sozusagen Wiens personifiziertes Pop-Meisterwerk. Die Wiener lieben ihn. Wenn man also in die österreichische Hauptstadt kommt, sollte man sich auf jeden Fall schon im Flieger mit einiges Falco-Hits einstimmen. So wie sich seine Musik anhört, fühlt sich Wien an. Immer noch. 

„In Wien musst erst sterben, dass sie dich hochleben lassen“ – große Worte des Johann 'Hans' Hölzel, besser bekannt als Falco

Foto: Getty Images

Weil Falco in den Herzen der Wiener für immer weiterlebt. Hier wurde Falco wurde am 14. Februar 1998 auf dem Zentralfriedhof beigesetzt, am Valentinstag. Ein Besuch des schönen Friedhofs und des Grabes des früh verstorbenen Sängers sollte man unbedingt aufs Programm nehmen. Hier auf dem Zentralfriedhof ruhen auch weitere Weltstars: Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Franz Schubert, Udo Jürgens oder der Schriftsteller Friedrich Torberg.

Falcos Grab am Wiener Zentralhof

Foto: dpa picture Alliance

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