Tim Raue erstmals auch dabei!

Gewählt! Die 50 besten Restaurants der Welt

Den Namen seines Restaurants im Ranking „The World's Best 50 Restaurants“ zu lesen, gehört für Köche weltweit zu den höchsten Auszeichnungen. Zwar sind dort meist dieselben Köche vertreten, doch gibt es in diesem Jahr gleich zwei Besonderheiten: Das erste Mal in der Geschichte der Awards hat es ein italienisches Restaurant an die Spitze geschafft. Und auch zwei Deutsche sind unter den Besten, darunter erstmals der Berliner Tim Raue. Die komplette Top 50.

Friederike Koenig Von Friederike Koenig

Zwei Jahre lang hat Massimo Bottura den ersten Platz knapp verpasst, jetzt wurde sein mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnetes Restaurant, die Osteria Francescana im italienischen Modena, von einer Jury aus 1000 Experten* in New York zum besten Restaurant der Welt gekürt. Damit ist es das erste italienische Restaurant überhaupt, das diese Auszeichnung erhält.

Massimo Bottura wird als Koch gefeiert, der es geschafft hat, italienische Gerichte buchstäblich auf den Kopf zu stellen– und damit dennoch die traditionsliebenden Italiener zu begeistern. Denn diese sollen sich in den Anfangsjahren von Botturas Restaurant noch ziemlich schwer getan haben, die neuen Kreationen zu probieren und zu akzeptieren. Vertrauen die Italiener beim Thema Essen normalerweise fast ausschließlich auf das Können ihrer „Mamma“.

„Der 53-jährige Koch, der 2015 mit seiner Osteria Francescana das 20. Jubiläum feierte, hat lange mit kulinarischen italienischen Standards gespielt – sie wieder erfunden, Prinzipien infrage gestellt und Dinge verbessert“, schreibt die Jury in ihrer Bewertung. „Aber in einem Land, in dem die Essenskultur zutiefst konservativ ist, ist genau das ein riskanter und manchmal auch ein umstrittener Weg, den man gehen muss.“

Bottura selbst, so steht es auf seiner Webseite, beschreibt seine Küche oft als „traditionell – gesehen aus einer Entfernung von zehn Meilen“.

Massimo Bottura als Koch

Durch einen glücklichen Zufall soll es die Osteria Francescana in der Emilia Romagna, die Bottura heute unter anderem mit seiner US-amerikanischen Frau Lara Gilmore führt, zu internationaler Bekanntheit geschafft haben. So soll ein Gastrokritiker auf einer Reise in Modena übernachtet haben und zum Abendessen in Botturas Restaurant gelandet sein. Anschließend berichteten Zeitungen aus aller Welt über das italienische Lokal.

Diese und weitere Einblicke in Botturas Leben als Koch gibt die Netflix-Serie „Chef's Table“, in der er so geschickt porträtiert wird, dass man als Zuschauer nicht anders will, als dieses Restaurant einmal im Leben zu besuchen.

Zu Botturas „Signature Dishes“, so nennt man die speziellen Gerichte, die das Restaurant oder den Koch auszeichnen, gehören Gerichte mit Grana Padano und Parmigiano Reggiano sowie Aceto Balsamico die Modena – Spezialitäten, die aus der Region kommen und in die ganze Welt exportiert werden.

Parmigiano Reggiano in verschiedensten Formen – ein Gericht von Massimo Bottura 

Foto: Paolo Terzi

In einer Szene der Serie sieht man Bottura in einer Halle stehen, in der der Käse meterhoch in den Regalen lagert. Bottura klopft an einen Laib, fährt mit seiner Hand darüber, streicht ein Stück unter seiner Nase entlang und atmet immer wieder tief ein. Er behandelt den Käse und all die anderen guten Zutaten, die er in seiner Küche verwendet, mit so viel amore, dass es selbst aus der Sicht eines Laien nur eine Frage der Zeit war, dass Botturas Restaurant zum weltbesten gekürt wurde.

So Sexy!!

Ein von Massimo Bottura (@massimobottura) gepostetes Foto am

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Plätze 2 bis 5

Im vorigen Jahr noch auf dem ersten Platz, jetzt „nur“ noch auf Platz zwei landete das spanische Restaurant El Celler de Can Roca in Girona. Das dänische Restaurant Noma, das jahrelang den ersten Platz belegte, schaffte es dieses Mal nur auf den fünften Platz. Auf Platz drei findet sich das New Yorker Restaurant Eleven Madison und auf Platz vier das Central im peruanischen Lima.

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Tim Raue auf Platz 34

Neben dem Vendôme in Bergisch Gladbach, einer festen Instanz in den Top-Rankings, hat es in diesem Jahr auch der Berliner Sternekoch Tim Raue erstmals unter die Top 50 geschafft. Dafür ist das Aqua aus Wolfsburg aus den Top 50 rausgeflogen.

Den im Berliner Wrangelkiez in Kreuzberg aufgewachsenen Raue lieben viele für seine Andersartigkeit – und seinen festen Willen, in der Küche höchste Ziele zu verfolgen.

Nach seiner Ausbildung zum Koch arbeitete er in verschiedensten Restaurants, bevor er 2008 den ersten Michelin-Stern bekam. Der zweite folgte im November 2012. Raue ist bekannt für seine von der asiatischen Küche inspirierten Gerichte, kochte selbst schon in Bangkok. Wie er einmal im Interview mit TRAVELBOOK sagte, ist es vor allem die Aromatik, die ihn an der Thai-Küche fasziniert: „Die Verbindung aus der Süße von reifen Früchten, dem Chili, der Salzigkeit der unzähligen Fischsaucen und die Verwendung von gerösteten Nüssen machen die meisten Gerichte zu unverwechselbaren Achterbahnfahrten am Gaumen!“

*Rund 1000 auf Regionen aufgeteilte internationale Restaurantexperten der „The Diners Club World’s 50 Best Restaurants Academy“ bewerten jährlich die Restaurants. Ihre Bewertungen unterliegen einem genauen Regelwerk, so gibt etwa jedes Akademie-Mitglied in einer geheimen Wahl sieben Stimmen ab. Der Voting-Vorgang wird durch externe Wirtschaftsprüfer begleitet und überwacht.

Hier die vollständige Top 50 im Überblick
Die Links führen zu Bewertungen und Fotos.

1. Osteria Francescana, Modena (Italien)
2. El Celler de Can Roca, Girona (Spanien)
3. Eleven Madison Park, New York (USA)
4. Central, Lima (Peru)
5. Noma, Kopenhagen (Dänemark)
6. Mirazur, Menton (Frankreich)
7. Mugaritz, San Sebastián (Spanien)
8. Narisawa, Tokio (Japan) – BEST RESTAURANT IN ASIA
9. Steirereck, Wien (Österreich)
10. Asador Etxebarri, Atxondo (Spanien)
11. D.O.M., São Paulo (Brasilien)
12. Quintonil, Mexiko-Stadt (Mexiko)
13. Maido, Lima (Peru)
14. The Ledbury, London (Großbritannien)
15. Alinea, Chicago (USA)
16. Azurmendi, Larrabetzu (Spanien)
17. Piazza Duomo, Alba (Italien)
18. White Rabbit, Moskau (Russland)
19. L’Arpège, Paris (Frankreich)
20. Amber, Hongkong (Hong Kong)
21. Arzak, San Sebastián (Spanien)
22. The Test Kitchen, Kapstadt (Südafrika)
23. Gaggan, Bangkok (Thailand)
24. Le Bernardin, New York (USA)
25. Pujol, Mexiko-Stadt (Mexiko)
26. The Clove Club, London (Großbritannien)
27. Saison, San Francisco (USA)
28. Geranium, Kopenhagen (Dänemark)
29. Tickets, Barcelona (Spanien)
30. Astrid y Gastón, Lima (Peru)
31. Nihonryori RyuGin, Tokio (Japan)
32. Restaurant André, Singapur (Singapur)
33. Attica, Melbourne (Australien)
34. Restaurant Tim Raue, Berlin (Deutschland)
35. Vendôme, Bergisch Gladbach (Deutschland)
36. Boragò, Santiago (Chile)
37. Nahm, Bangkok (Thailand)
38. De Librije, Zwolle (Niederlande)
39. Le Calandre, Rubano (Italien)
40. Relae, Kopenhagen (Dänemark) – Sonderauszeichnung in puncto Nachhaltigkeit
41. Fäviken, Järpen (Schweden)
42. Ultraviolet, Shanghai (China)
43. Biko, Mexiko-Stadt (Mexiko)
44. Estela, New York (USA) – NEU
45. Dinner by Heston Blumenthal, London (Großbritannien)
46. Combal.Zero, Rivoli (Italien)
47. Schloss Schauenstein, Fürstenau (Schweiz)
48. Blue Hill at Stone Barns, Tarrytown (USA)
49. Quique Dacosta, Dénia (Spanien)
50. Septime, Paris (Frankreich)

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