Mit dem Vierbeiner reisen

Fliegen mit Hund – 7 wertvolle Tipps

Wer einen Hund hat, möchte ihn oft auch mit in den Urlaub nehmen. Doch gerade bei Flugreisen gibt es einiges zu beachten: von der Wahl der Airline bis zur Frage, ob man dem Vierbeiner Beruhigungsmittel geben soll.

Wer sich einen Hund anschafft, steht vor Urlaubsreisen oft vor der Frage: Soll ich meinen Liebling mitnehmen? Wird er den Flug verkraften, und was muss ich bei der Mitnahme eines Hundes im Flieger überhaupt alles beachten? Für Halter bedeutet eine Flugreise mit Hund im Vorfeld vor allem viel Recherche. Denn für den Transport von Tieren in Flugzeugen gibt es keine allgemein gültigen Vorschriften. „Jede Fluggesellschaft hat eigene Regeln“, erklärt Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen. Deshalb ist es wichtig, dass man sich vorab genau informiert, wie es die Wunsch-Airline bei der Mitnahme von Hunden hält.

Die folgenden Tipps sollen dabei helfen, die Flugreise mit Hund zu planen und gut zu überstehen. 

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1. Darf mein Hund überhaupt fliegen?

Einige Rassen, zum Beispiel Kampfhunde und stumpfnasige bzw. kurzköpfige Tiere, werden von bestimmten Airlines gar nicht mitgenommen oder nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Kurzköpfige Hunde bekommen in Stresssituationen schnell Atemnot.

Die Lufthansa schreibt dazu in ihren Tierbeförderungsbestimmungen: „Hunde, die zu den stumpfnasigen Rassen gehören, sind besonders temperatur-stressempfindlich. Daher empfehlen wir Ihnen, auf die Mitnahme Ihres Hundes zu verzichten, wenn die Temperatur am Abflugs-, Transfer- oder Zielflughafen 27° C überschreitet. Andernfalls könnte Ihr Hund ernsthafte gesundheitliche Schäden erleiden oder sogar während der Reise versterben.“

Zu den gefährdeten Rassen gehören unter anderen Boston Terrier, Boxer, Bulldogge, Mops,
Pekinese und Shi Tzu. Manche Hunde sind aber auch aufgrund ihres Charakters oder mangelnder Erziehung eher weniger zum Fliegen geeignet. Am besten, Sie besprechen vorher mit einem Tierarzt, ob Ihr Hund fürs Fliegen geeignet ist und was Sie ggf. beachten müssen.

Chihuahas haben eine kurze Schnauze und können unter Atemnot leiden. Ob Ihr kleiner Liebling fliegen darf, sollten Sie mit einem Tierarzt besprechen.

Foto: Getty Images

2. Kabine oder frachtraum?

Kleinere Vierbeiner gehen häufig als Handgepäck durch und dürfen mit in die Kabine. Bei der deutschen Lufthansa etwa darf der Hund „in einer selbst mitgeführten Box in der Kabine transportiert werden“, wobei die Box nicht größer als 55 x 40 x 23 Zentimeter sein und inklusive Tier nicht mehr als acht Kilogramm wiegen sollte. Bei Airberlin heißt es dazu ergänzend: „Während des gesamten Fluges darf weder der Kopf des Tieres aus dem Transportbehälter herausschauen noch das Tier den Behälter verlassen. Der Behälter darf zu keiner Zeit, auch nicht bei Kauf eines Extrasitzes, auf den Sitzplatz gestellt werden. In der Business Class ist die Mitnahme von Haustieren in die Kabine aufgrund der Beschaffenheit der Sitze nicht möglich.“

Große Hunde müssen bei den meisten Airlines wie Sondergepäck aufgegeben werden und kommen in den Frachtraum. Manche Airline hat dafür ihre eigenen Transportboxen, während bei anderen Fluggesellschaften ein Transportbehälter vom Halter selbst mitgeführt werden muss. Für Kampfhunde gelten meistens gesonderte Vorschriften, etwa die Mitnahme eines speziellen Käfigs. 

Einige Airlines wie etwa Germanwings nehmen ausschließlich kleinere Hund mit, und das nur in der Kabine. Hartschalenbehältnisse für den Transport sind bei der deutschen Airline wiederum nicht erlaubt. „Die Tiere müssen in einer wasserdichten, bissfesten, verschlossenen, aber luftdurchlässigen Tasche untergebracht werden“, heißt es hierzu in den Bestimmungen auf der Germanwings-Website. Für den schnellen Überblick, welche Bestimmungen bei welcher Airline gelten, hat das Flugbuchungsportal Skyscanner hat auf seiner Website eine Übersicht der Tierbeförderungsbestimmungen vieler Fluggesellschaften zusammengestellt.

3. richtige Transportbox wählen

Neben den oben genannten Maximalmaßen der Transportbox (die je nach Airline variieren können) ist es wichtig, dass die Box bissfest, wasserundurchlässig und ausreichend belüftet ist. Viele Fluggesellschaften, etwa Condor, machen Vorgaben, wie die Transportbox auszusehen hat. So muss das Tier in seiner Aufbewahrung stehen, sich drehen und liegen können. Sie muss über ausreichende Belüftung verfügen und ausbruchsicher sein. Außerdem darf nichts auslaufen. „Gut sind saugfähige Einlagen wie Badezimmermatten“, empfiehlt Tina Hölscher, Tierärztin von Aktion Tier in München. In einem guten Fachhandel für Tierbedarf wird man Sie beraten, welches Transportbehältnis für Ihr Tier geeignet ist. Vor der Reise sollten auf der Hundebox der Name des Tieres, die eigene Adresse und die Telefonnummer gut lesbar angebracht werden.

Bei manchen Airlines muss man eine eigene Transportbox für den Hund mitbringen, andere stellen eine zur Verfügung.

Foto: dpa Picture Alliance

4. Rechtzeitig anmelden

Bei vielen Airlines ist die Anmeldung eines Tiertransports bis 24 Stunden vor dem Flug möglich. Am besten bucht man das Ticket trotzdem gleich mit dem eigenen, rät Birgitt Thiesmann, Heimtierexpertin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten in München. Denn die Bestimmungen unterscheiden sich von Airline zu Airline. „Manche Fluglinien sind sehr tierfreundlich, andere weniger“, sagt Tierärztin Hölscher.

Bei der Mitnahme im Frachtraum empfiehlt die Lufthansa die rechtzeitige Ankunft am Flughafen: „Reisende sollten mindestens 60 Minuten vor Abflug erscheinen“, sagt Klaus Gorny, Pressesprecher der Deutschen Lufthansa AG. Außerdem sei es wichtig, dass Halter sich vor der Buchung über Ein- und Ausfuhrbestimmungen sowie Tierschutzbestimmungen im Reiseland informieren.

Die Preise für einen Tierflug richten sich nach Größe des Hundes und der Flugzone und liegen zwischen 35 und 300 Euro. Blinden- oder Behinderten-Begleiter dürfen meist kostenlos und in der Kabine mitreisen.

5. Einreisebestimmungen beachten

Damit im Urlaub keine böse Überraschungen warten, sollte man sich rechtzeitig über die Einreisebestimmungen im Urlaubsland informieren. „Das Auswärtige Amt kann Hundehaltern dabei helfen und sie über die benötigten Papiere, Impfschutz und Gesundheitsbestimmungen des Reiselandes informieren“, rät Christina Nielsen von der Website mein-haustier.de. „Im Idealfall fängt man bereits ein halbes Jahr vor dem Flug mit den Vorbereitungen an.“ Die entsprechenden Dokumente sollte man beim Flug dann unbedingt bei sich tragen und idealerweise auch Kopien davon in einer Klarsichthülle außen an der Hundebox befestigen.

6. Den Hund auf den Flug vorbereiten

Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen rät, den Vierbeiner zu Hause an die Box oder die Tasche zu gewöhnen. „Ich empfehle, dem Hund den Aufenthalt in der Box schmackhaft machen und ihn zu belohnen, wenn er hineingeht, dort bleibt und darin schläft“, bestätigt Heimtierexpertin Thiesmann. „Eine Schmusedecke und das Lieblingsspielzeug können das Tier durch den vertrauten Geruch beruhigen“, ergänzt Lufthansa-Sprecher Gorny.

Bevor es losgeht, sollte der Hund sich nochmal richtig auspowern, etwa bei einem längeren Spaziergang. Am Flughafen sollten Sie den Hund noch so lange wie möglich außerhalb der Box lassen, damit er vor dem Flug genug Bewegung bekommt. Beugen Sie Stress vor, indem Sie mit Ihrem Liebling spielen, ihn streicheln und beruhigen.

Spielen Sie vor dem Flug mit Ihrem Hund, lassen sie ihn sich richtig auspowern. Auch Gassi gehen sollte er nochmal, um ein letztes Mal vorm Flug sein Geschäft zu verrichten.

Foto: Getty Images

Beim Thema Beruhigungsmittel scheiden sich die Geister. „Aus tierärztlicher Sicht muss ich dringend davon abraten“, sagt Tierärztin Hölscher. Manche Substanzen lösen extreme Nebenwirkungen aus. „Wenn ein Vierbeiner im Frachtraum mit einem Kreislaufkollaps zu kämpfen hat, kann das ein Trauma zur Folge haben“, warnt sie.

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7. Muss es wirklich ein flug sein?

Wenn irgendwie möglich, sollten Besitzer ihrem Hund den Flug lieber ersparen. Selbst lange Autofahrten sind vor allem für große Tiere besser zu verkraften. Problematisch wird es vor allem bei Mittel- und Langstreckenflügen. Wer bedenkt, wie anstrengend sie für Menschen sind, kann ableiten, was sie für Tiere bedeuten. Wenn die Tiere während des Fluges mal müssen, geht das nur in ihrer Box. „Da alle Hunde aber sehr darauf achten, ihr Lager sauber zu halten, wird dies wohl nur geschehen, wenn die Not ganz groß ist“, sagt Kopernik.

Für Hunde bedeutet vor allem der Transport im Frachtraum Stress.

Foto: Getty Images

Fliegen bedeutet Stress vor allem für die Tiere, die in den Frachtraum müssen. Denn dann werden sie von ihren Menschen getrennt. In dem fremden Raum ist es laut und riecht womöglich nach anderen Tieren. „Das ist auch für robuste Individuen eine Belastungsprobe“, sagt Tierärztin Hölscher. Der Hund sei in der ungewohnten Situation auf sich gestellt. „Geht es ihm schlecht, kann keiner eingreifen“, warnt Thiesmann. Auch Flugpersonal hat dort keinen Zugang.

So mancher Vierbeiner ist schon ordentlich rumgekommen auf der Welt

Foto: Getty Images

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