Sitzbreite und Beinfreiheit

Wo fliege ich am bequemsten in der Economy Class?

Himmelsritt oder Höllenflug: Besonders auf Langstreckenflügen entscheiden beim Sitzplatz oft nur wenige Zentimeter, wie entspannt ein Passagier am Ziel ankommt. TRAVELBOOK zeigt, wie man auch in der Economy Class bequem fliegt – und welche Airlines wie viel Platz bieten.

Während eines Flugs tut man vor allem eines: sitzen – und das oft über Stunden. Immer komfortabel kommen dabei nur die Inhaber eines First-Class- oder Business-Tickets weg. Wer aber früh genug bucht und den richtigen Platz wählt, kann auch in der Economy Class bequem sitzen. Generell mehr Platz bietet die Premium Economy Class, eine neue „Zwischenklasse“, die immer mehr Airlines einführen. Für diesen Extra-Komfort zahlt man mitunter aber auch einige Hundert Euro mehr. 

Den bequemsten sitz finden

Bei vielen Airlines kann man schon während des Buchungs-Prozesses online seinen Sitzplatz auswählen. Chancen auf gute Sitzplätze hat auch, wer früh genug am Flughafen ist und als einer der ersten eincheckt. Besonders viel Beinfreiheit bieten Plätze ganz vorne im Flugzeug oder an den Notausgängen. Auf Seiten wie Seatguru (auch auf TRAVELBOOK zu finden) oder Seatexpert sind Plätze mit Extra-Raum im Beinbereich mit leuchtendem Grün gekennzeichnet. Allerdings kann auch ein solcher Platz Nachteile haben: Zusätzliches Gepäck kann oft nicht unter dem Vordersitz verstaut werden. Und in diesem Bereich können sich manchmal auch die Haltevorrichtungen für Babykörbe befinden, was wiederum Lärm bedeuten könnte. Schwangere, Kinder unter 12 Jahren und Fluggäste, die eingeschränkt mobil sind, dürfen außerdem nicht an Notausgängen sitzen.

Manche Airlines lassen sich die XL-Plätze extra bezahlen: Circa 15 Euro kosten bei Easyjet Sitze mit besonders großer Beinfreiheit. Bei Air Berlin zahlt man für die Reservierung eines XL-Seats 20 Euro auf Kurz- oder Mittelstreckenflügen, 60 Euro auf Langstreckenflügen. Auch bei Ryanair kann man inzwischen einen bestimmten Platz vorab reservieren. Bei Germanwings haben Passagiere je nach Tarif die Möglichkeit, sich ihren Wunschsitzplatz auszusuchen – vorausgesetzt, man ist früh genug dran. 

Unterschiede bei der Beinfreiheit

Wer die Chance auf einen XL-Platz verpasst, muss sich mit dem Abstand zwischen eigenem Sitz und dem des Vordermanns seiner gewählten Airline zufriedengeben. Und der unterscheidet sich von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft zum Teil erheblich. Auf Kurzstrecken sitzt man laut einer Erhebung von „Seatguru“ mit knapp 71 Zentimeter Abstand zum Vordermann am engsten in einigen Maschinen der US-amerikanischen Billig-Airline Spirit sowie bei der britischen Airline Thomson Airways. Fast 30 Zentimeter mehr Platz hat man in einigen Maschinen der US-Airline Jetblue. Germanwings, Ryanair, Tuifly und Lufthansa liegen mit 76,2 Zentimetern Sitzabstand im unteren Mittelfeld.

Auf Langstreckenflügen hat man mit bis zu 96,5 Zentimetern in einigen Boeings von American Airlines die größte Beinfreiheit in der Economy Class. Auch United, Delta, KLM, Singapore Airlines und British Airways bieten vergleichsweise viel Platz zum Vordermann. Die Lufthansa bietet auf Langstreckenflügen eine Beinfreiheit zwischen 78,7 und 81,3 Zentimetern – nicht gerade viel. Die folgende Übersicht zeigt für ausgewählte Airlines, wie viel Beinfreiheit sie in ihren Maschinen in der Economy Class auf Kurz- und Langstrecken im Schnitt bieten. Die Sitzabstände variieren je nach Maschinentyp und Sitzposition im Flieger (Quelle: Seatguru).

So viel Beinfreiheit gibt’s bei den Airlines

Langstreckenflüge

Air France: 81,3 Zentimeter
Air Berlin: 76,2 – 86,3 Zentimeter
Alitalia: 78,7 – 81,3 Zentimeter
American Airlines: 88,9 – 96,5 Zentimeter
United: 79 – 94 Zentimeter
Lufthansa: 78,7 – 81,3 Zentimeter
British Airways: 78,7 – 86,4 Zentimeter
China Airlines: 78,7 – 81,3 Zentimeter
Delta: 78,7 – 89 Zentimeter
Emirates: 81,3 – 86,4 Zentimeter
KLM: 78,7 – 88,9 Zentimeter
Korean Air: 81,3 – 86,3 Zentimeter
Qantas: 78,7 Zentimeter
Singapore Airlines: 81,3 – 86,4 Zentimeter
South African Airways: 78,7 - 85,1 Zentimeter
 

Kurzstreckenflüge

Air Berlin: 73,7 – 76,2 Zentimeter
Alitalia: 76,2 – 88,9 Zentimeter
Austrian: 76,2 Zentimeter
Air France: 78,7 – 81,3 Zentimeter
British Airways: 76,2 – 86,4 Zentimeter
Easyjet: 73,7 Zentimeter
Germanwings: 73,7 – 81,3 Zentimeter
Tuifly: 76,2 Zentimeter
Ryanair: 76,2 – 86,4 Zentimeter

Sitzbreite entscheidet mit

Wie bequem man fliegt, hängt nicht nur von der Beinfreiheit, sondern auch von der Breite des Sitzplatzes ab. Durchschnittlich 43 bis 46 Zentimeter beträgt der Abstand von Armlehne zu Armlehne in der Economy Class – nur wenige Airlines bieten breitere Sitze. Bei der südkoreanischen Fluggesellschaft Asiana Airlines etwa haben die Fluggästen auf einigen Strecken mehr als 53 Zentimeter Platz. Auch Singapore Airlines bietet mit bis zu 48,2 Zentimetern vergleichsweise breite Sitze auf Langstreckenflügen. Den kleinsten Sitzabstand im internationalen Vergleich von nur rund 40,5 Zentimetern finden die Gäste in einer von der japanischen Airline All Nippon Airways (ANA) auf Langstrecken eingesetzten Boieng. Auf einigen Kurzstrecken wiederum bietet ANA mehr als 50 Zentimeter Platz. Eine Übersicht mit den Maßen der Sitze findet man für Kurzstrecken in der Economy Class hier, für Langstrecken hier.

Grundsätzlich sollte man Plätze in der Mitte einer Reihe meiden: Hier sind die Armlehnen  umkämpft, und beim Nickerchen muss man aufpassen, dem Sitznachbarn nicht zu nah zu kommen. Wie Sie den Flug im Mittelsitz dennoch überstehen, erfahren Sie hier.

Besonders große oder breite Personen haben bei fast allen Fluggesellschaften die Möglichkeit, einen zusätzlichen Sitzplatz zu kaufen. Bei Germanwings zum Beispiel ist im (teuersten) Tarif „Best“ ein freier Nebensitz inklusive.

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