Backpacking im Luxus-Paradies

10 Tipps für Karibik-Urlaub mit kleinem Budget

Die Karibik ist ein beliebtes Reiseziel für Gutbetuchte – und deshalb mitunter ziemlich teuer. Reisebloggerin Anja Knorr von happybackpacker.de verrät 10 Tricks, wie Backpacker sich trotzdem ihren Traum von Karibik-Feeling und paradiesischen Stränden erfüllen können.

Von Anja Knorr

Zugegeben, zwischen Weihnachten und Silvester ohne ein reserviertes Hotelzimmer auf die Britischen Jungferninseln zu fliegen, war ein nicht ganz ausgereifter Plan. Alle Hotels waren entweder ausgebucht oder sündhaft teuer. Hostels? Fehlanzeige. Die Preise für Sandwiches und süße Cocktails trieben mir selbst in einfachen Restaurants Tränen in die Augen. Zusätzlich schien es in der Karibik ein ungeschriebenes Gesetz zu geben, dass es einem verbietet, mit einem ranzigen Backpacking-Rucksack auf dem Rücken und ausgestreckter Hand am Straßenrand zu stehen. Anstatt mitgenommen zu werden, erntet man von vielen Einheimischen nur ein verständnisloses Schulterzucken.

Panik stieg damals in mir hoch, und ich malte mir aus, wie ich meine Ferien im Paradies nach zwei Tagen in völlig überteuerten Hotels abbrechen und heimfliegen müsste, weil ich mein Reisebudget vorzeitig gesprengt hatte.

Kurz gesagt: Die Karibik ist teuer. Sie scheint wie gemacht für superreiche Hollywood-Schauspieler, russische Oligarchen und die oberen Zehntausend dieser Welt, die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. Preisbewusste Backpacker, die sich an ein strenges Reisebudget halten müssen, scheinen auf den Inseln dagegen nichts verloren zu haben. Und doch habe ich am Ende einen traumhaften Urlaub auf den paradiesischen Eilanden verlebt. Wie es möglich ist, sich in der Karibik als Backpacker „durchzumogeln“ und eine tolle Zeit zu genießen, zeigen meine zehn Tipps.

Glücklich und zufrieden auf den San Blas Islands

Foto: Anja Knorr

1. Billige Flüge finden

Die meisten karibischen Staaten blicken auf eine wechselvolle Geschichte zurück, und die lange Kolonialisierung durch die Holländer, Engländer und Franzosen ist nach wie vor an allen Orten spürbar. Von Europa aus sind Flüge in die Karibik vergleichsweise günstig, gerade in die französischen Übersee-Départements wie Martinique und Guadeloupe. Air France, Air Caraïbes und Corsair fliegen Fort-de-France und Basse-Terre täglich und vor allen Dingen per Direktflug von Paris aus an. Dabei fangen außerhalb der Saison die Ticketpreise schon bei 450 Euro an. Daneben gibt es ab Frankfurt mit Condor und Tuifly Direktflüge auf viele Inseln wie etwa Curaçao und Tobago.

2. Außerhalb der Saison buchen

Zwischen Weihnachten und Neujahr sowie an den Osterfeiertagen sind die meisten Hotels entweder hoffnungslos ausgebucht oder völlig überteuert. Daher lohnt sich eine Reise während des deutschen Sommers. Viele werden dagegen halten, dass die Sommermonate mitten in der karibischen Regenzeit liegen. Doch in den meisten Fällen bedeutet das lediglich etwas mehr Regen am späten Nachmittag – und eine üppig blühende Vegetation. Der Regen ist zudem eine angenehme Abkühlung bei der tropisch-heißen Schwüle. Allerdings kann es von Anfang Juli bis Ende Oktober zu tropischen Stürmen kommen, der Höhepunkt der Hurrikansaison liegt in den Monaten September und Oktober.

3. Per Pauschalreise ankommen

Zwei Wochen Pauschalurlaub im All-inclusive-Hotel in der Dominikanischen Republik gibt es oft zum Schnäppchenpreis. Dort kann man die ersten zwei Woche ausspannen und dann vor Ort per Anhalter, Flug und Fähre auf die eigentlichen Karibikinseln weiterreisen.

Die besten Hotels der Dominikanischen Republik!

4. günstig Reisen zwischen den Inseln

Leider gibt es zwischen vielen Inseln keinen Fährverkehr, obwohl sich das wegen der geografischen Nähe anbieten würde. Manche Verbindungen wurden eingestellt, wie etwa der Fährverkehr zwischen der Dominikanischen Republik und Puerto Rico, und wieder andere sind nur unregelmäßig unterwegs. Allerdings gibt es zum Beispiel zwischen Dominica und Martinique und den US- und British Virgin Islands regelmäßige Fährverbindungen.

Weiterreisen kann man auf verschiedene Art und Weise. Unter anderem per Wasserflugzeug

Foto: Anja Knorr

Alternativ schippern auch viele Segelboote an den Küsten entlang, und Nachfragen in den einzelnen Häfen lohnt sich. So manch ein Skipper hat dort noch seine Crew aufgestockt und gegen eine helfende Hand auf eine andere Insel übergesetzt. Zwischen den einzelnen Inseln gibt es auch Flugverbindungen kleinerer Airlines, die nicht viel kosten, zum Beispiel mit Cape Air, Caribbean Airlines und Copa Airlines.

5. Die günstigeren Inseln besuchen

Für Backpacker bietet sich vor allem Puerto Rico an: Halb amerikanisch, halb karibisch vereint der Inselstaat das Beste aus beiden Welten. Das Benzin ist günstig, es gibt einige Zeltplätze und, vor allen Dingen in San Juan, viele billige Backpacker-Hostels.

Tipp: Ein absolutes Highlight von Puerto Rico ist eine Kajakfahrt in der Bioluminescent Bay auf Vieques, in der jeder Paddelschlag das dunkle Wasser in die schillerndsten Farben hüllt. Dieses Meeresleuchten wird durch Plankton hervorgerufen, das auf die Strömungs-Veränderungen mit Lichtspielen reagiert.

Die besten Hotels in Puerto Rico!

Auf Jamaika gibt es Hostels und Lodges schon ab 20 Euro pro Nacht, die Verpflegung in vielen Restaurants ist lecker und nicht allzu teuer.

Tipp: Die Floyd’s Pelican Bar in Parottee Bay an der Südküste. Die Bar ist komplett aus Treibholz gefertigt und liegt mitten im Meer etwa 20 Minuten vom Ufer entfernt. Am besten fragt man einen Fischer, ob er einen dort absetzt.

Die besten Hotels auf Jamaika!

Die wenigsten Backpacker wollen wohl in ihrem Leben einen All-inclusive-Urlaub in Punta Cana verbringen und sich durch sämtliche Cocktails dieser Welt trinken. Aber gerade in der Dominikanischen Republik gibt es noch ursprüngliche und sehr günstige Unterkünfte, wenn man sich an die Einheimischen hält. So finden sich schon ab 40 Euro pro Nacht Doppelzimmer in Cabarete, dem Windsurf-Eldorado.

Die San Blas Inseln vor Panama sind ein echter Inseltraum

Foto: Anja Knorr

Geografisch zählen die mittelamerikanischen Länder zwar nicht mehr zur Karibik, aber ihre Küstenlinien verlaufen Tausende von Kilometer am Karibischen Meer entlang. Man bekommt dort sozusagen karibisches Flair für wenig Geld. So sind die San Blas Inseln vor Panama ein Ort der Entspannung – ohne Autos, modernes Chaos und Hektik. Auch auf Nicaraguas Corn Islands gibt es weder Autos noch riesige Bettenburgen oder Swimmingpools. Die Unterkünfte in Eco Lodges fangen bei 15 Euro pro Nacht an, und Strandhütten gibt es schon für 10 bis 12 Euro pro Nacht.

Tipp: Eines der besten Tauchreviere der Karibik liegt auf den Corn Islands praktisch direkt vor der Haustür und kostet nicht mehr als dreißig Euro pro Tauchgang.

Anja Knorr auf einem Boot und bereit zum Tauchen. Eines der besten Tauchreviere der Karibik liegt vor den Corn Islands

Foto: Anja Knorr

6. Strandnähe meiden

Prinzipiell schnellt der Preis für ein Essen im Restaurant oder im Hotel in die Höhe, je näher man sich auf einen Strand zubewegt. Daher lohnen sich die Hotels und Restaurants in den Querstraßen ein paar Blocks vom Meer entfernt. Dort essen meist auch die Einheimischen für wenig Geld, und das wahre Karibik-Flair stellt sich rasend schnell ein. Den Meerblick kann man sich hinterher bei einem romantischen Strandspaziergang immer noch abholen – ganz umsonst.

7. Zelten am Strand und selber kochen

Stellt man sich die Karibik vor, fallen Reisenden natürlich Luxusresorts und Pauschalangebote ein, doch gerade auf den größeren Inseln wie Puerto Rico und Jamaika gibt es auch einige gute Zeltplätze. Dort kann man selbst kochen. Ein richtiges Barbecue am Strand ist ohnehin viel schöner und meist auch leckerer als ein Restaurantbesuch in einem völlig überteuerten Touristenort mit schlechtem Service.

Das Barbecue sieht nicht nur lecker aus, sondern schmeckt auch noch so

Foto: Anja Knorr

8. In den großen Städten übernachten

In den Hauptstädten der Inseln sieht es natürlich nicht immer nach der typischen Postkarten-Idylle aus, aber dort gibt es meistens ein paar günstige Hostels und Hotels. In den großen Städten kann man sich per Taxi oder Bus bequem fortbewegen und ist so auch schnell an der Küste.

9. günstig fortbewegen

Sich ein Auto zu mieten, kann recht teuer sein, ist aber auf einigen Insel Pflicht, da ein öffentliches Verkehrsnetz nicht überall existiert. Dagegen kann man auf Puerto Rico und in den mittelamerikanischen Ländern wie Belize, Panama und Costa Rica wunderbar mit Bussen von A nach B fahren.

Den Daumen hochzuhalten und zu trampen, hat sich in der Karibik noch nicht durchgesetzt, und oftmals dauert das Warten ziemlich lange, bevor sich ein Autofahrer erbarmt. Doch mit etwas Geduld und reichlich Zeit findet sich immer ein Auto, das anhält und Reisende mitnimmt. 

Glück gehabt! Weiter geht es auf der Ladefläche eines Trucks

Foto: Anja Knorr

10. Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Wie wäre es mit einem Job im Paradies? Viele Inseln wie etwa Martinique oder St. Barth gehören zu Frankreich, was bedeutet, dass man sich für eine Einreise nicht um ein Visum oder eine Arbeitserlaubnis kümmern muss. Kellner, Rezeptionisten, Tauchlehrer oder Tourguides sind gerade während der geschäftigen Wintersaison gefragt, und mit ein wenig Sprachkenntnissen hat man durchaus Chancen auf einen solchen Job. Auch viele Segelboote und Jachten suchen Aushilfen und heuern immer wieder Deckhands, Kellner oder Hostessen an. Der Lohn ist bei Letzterem echt gut, da er meist steuerfrei gezahlt wird.

Anja Knorr betreibt den Reiseblog Happybackpacker.de und schreibt dort von ihren Reisen um die Welt. Folgen Sie Anja auch auf Facebook und Twitter!

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