Warum heißt es eigentlich SXF, LAX und Co.?

Das Geheimnis hinter den Airport-Codes

Nahezu jeder Verkehrsflughafen weltweit verfügt über einen Code, der ihn eindeutig identifizieren soll. Allerdings erscheinen die dafür verwendeten Buchstaben-Kombinationen nicht immer logisch. Haben Sie sich zum Beispiel auch schon mal gefragt, warum die Berliner Flughäfen Schönefeld SXF und TXL heißen oder der Flughafen von Montreal YUL? Und wofür genau werden die Codes eigentlich verwendet? TRAVELBOOK erklärt, was dahinter steckt.

Bei einer Flugreise begegnet man ihnen ständig: Auf der Bordkarte, am Check-in-Schalter und auf dem Gepäckanhänger prangen gut lesbar drei Großbuchstaben, die, so viel weiß meist auch der Laie, für den anvisierten Zielflughafen stehen. In vielen Fällen erscheint die Kombination relativ eindeutig: dass etwa FRA für den Frankfurter Flughafen steht, erklärt sich quasi von selbst, genauso wie man erahnen kann, dass MUC für München steht und HKG für Hongkong.

Genauso dürfte jeder Mallorca-Fan inzwischen wohl verinnerlicht haben, dass das Kürzel PMI auf dem Flugticket die geliebte Inselhauptstadt meint. Wofür allerdings das I in dem dreistelligen Code steht, ist selbst für manchen Einheimischen immer noch ein Rätsel. Und warum haben die Berliner Flughäfen einen X in ihren Airport-Codes (TXL für Tegel und SXF für Schönefeld)? Um dieses Mysterium zu klären, fragte TRAVELBOOK bei der Organisation nach, die die Codes vergibt: die International Air Transport Association (IATA).

Code-Wirrwarr: Wer blickt schon durch?

Foto: dpa Picture Alliance

Die IATA, die ihren Hauptsitz in Montréal in Kanada hat, ist eine Art Dachverband für 260 Fluggesellschaften weltweit und vertritt die Luftfahrtindustrie nach außen. Ihre Aufgabe ist es nach eigenen Angaben unter anderem, bestimmte Prozesse in der Luftfahrt zu vereinfachen – zum Beispiel durch die Vergabe von eindeutigen Codes für Flughäfen, Airlines und Flugzeugtypen. Wir widmen uns an dieser Stelle den Airport-Codes, da man ihnen als normaler Flugzeugpassagier am häufigsten begegnet.

Grundsätzlich bestehen die Codes aus drei Buchstaben, nicht mehr und nicht weniger. „IATA Three Letter Code“ nennt man die Kürzel deshalb auch. Danach wird es allerdings kompliziert. „Es gibt keine einfache Erklärung für die Zusammensetzung aller Codes“, erklärt IATA-Sprecherin Ann Farrell auf TRAVELBOOK-Nachfrage. „Einige leiten sich von alten Wetterstationen ab, für andere passte der noch verfügbare Code einfach gut zur Marke des Flughafens.“ Alle Codes auf Anhieb zu erklären, sieht sich die IATA nicht in der Lage, aber freundlicherweise verweist die Sprecherin noch auf einen Artikel aus dem Fachmagazin „Air Line Pilots“, in dem die Herkunft vieler Codes sehr anschaulich erklärt wird.

Aus zwei mach drei

Tatsächlich war es so, dass die ersten Airports Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst einfach den zweistelligen Code übernahmen, den die Wetterstationen vor Ort auch verwendeten. Als die Luftfahrtbranche Mitte der 1930er jedoch ein extremes Wachstum verzeichnete, benötigten auch Städte ohne Wetterstationen einen Code. Um mehr Kombinationsmöglichkeiten zu haben, führte man das dreistellige Codesystem ein, das noch heute gültig ist. Damit der Wechsel möglichst unkompliziert war, hängte man bei bestehenden Flughäfen einfach ein X an den zweistelligen Code hintendran. Los Angeles wurde zu LAX, Portland zu PDX, Phoenix zu PHX und so weiter. So erklärt sich auch, wie die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld zu ihren Kürzeln TXL und SXF kamen.

Auch die Berliner Busse haben den Code schon in ihre Anzeige übernommen

Foto: dpa Picture Alliance

Neu gegründete Airports erhielten als Code oft die ersten drei Buchstaben der jeweiligen Stadt, also SYD für Sydney, MIA für Miami oder ATL für Atlanta. Bei Städten, deren Namen aus mehreren Wörtern bestehen, setzt sich der Code mitunter aus deren Anfangsbuchstaben zusammen, zum Beispiel SLC für Salt Lake City oder POS für Port of Spain in Trinidad & Tobago. Und dann gibt es noch die Fälle, in denen nicht die Stadt, sondern der Name des Flughafens für den Code verwendet wird, zum Beispiel CDG für den Pariser Airport Charles de Gaulle oder NRT für den Flughafen Narita in Tokio. Und manchmal, insbesondere wenn eine Stadt über mehrere Flughäfen verfügt, ist der Code eine Kombination aus Stadt und Airport-Name, wie etwa LGW für London Gatwick und LHR für London Heathrow.

So weit, so verständlich. Von diesen Regeln gibt es allerdings unzählige Ausnahmen und Sonderfälle. So hat es sich laut dem Magazin „Airline Pilot“ etwa Kanada zu eigen gemacht, allen Flughäfen ein ‘Y‘ im Code voranzustellen, weshalb der Montréal Airport das Kürzel YUL trägt und Calgary YYC. Und die US-Navy hat sich für ihre Flughäfen, die als Militärstützpunkt dienen, alle neuen, noch verfügbaren Codes gesichert, die mit einem N beginnen (zum Beispiel NPA für Pensacola, Florida). Deshalb mussten Städte, die mit einem ‘N‘ beginnen, bei der Codefindung kreativ werden: Norfolk in Virginia ließ zum Beispiel den bereits reservierten Anfangsbuchstaben einfach weg und verwendet nun den Code ORF. Und Newark in New Jersey hat den Code EWR.

Das 'I' in vielen Codes steht für International, wie etwa beim Dulles Airport in Washington, der mit IAD abgekürzt wird, oder beim Flughafen Palma de Mallorca (PMI), womit auch dieses Mysterium geklärt wäre. Ebenso lässt sich erklären, wie der Chicago O'Hare International Airport zu seinem Kürzel ORD kommt: Einst hieß der Flughafen Orchard Place Airport, bevor er im Jahr 1949 zu Ehren des Marinefliegers Lt. Cmdr. Edward „Butch“ O’Hare in seinen bis heute gültigen Namen umbenannt wurde. Beispiele wie diese gibt es noch unzählige.

Wer entscheidet über den Code?

Vieles lässt sich also herleiten und erklären, aber eben nicht alles. „Einige Airport-Codes haben überhaupt keinen Sinn und setzen sich einfach aus drei zufälligen Buchstaben zusammen“, erklärt IATA-Sprecherin Farrell. Wenn ein Flughafen sich bei der IATA für einen Code bewirbt – und das muss er in der Regel, sobald er kommerzielle Flüge abfertigt –, kann er selbst einen Vorschlag für die dreistellige Buchstabenkombination einreichen. „Die IATA tut ihr Bestes, um den Wunsch zu erfüllen, sollte der Code noch verfügbar sein“, sagt Farrell. Die endgültige Entscheidung treffe aber der sogenannte Code-Administrator. 

Wozu ist der Airport-Code gut?

Der Passagier selbst muss den Code weder kennen, noch selbst irgendwo angeben. „Wir verwenden das IATA-System nur intern, in der Kommunikation mit dem Kunden spielen die Codes keine Rolle“, sagt Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky auf TRAVELBOOK-Nachfrage. Für die Mitarbeiter am Flughafen und zum Beispiel in Reisebüros ist der Code jedoch wichtig, um einen Airport eindeutig zu identifizieren und nicht mit anderen zu verwechseln, die einen ähnlichen Namen haben oder sich in derselben Stadt befinden.

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Auf den Gepäckanhängern ist der dreistellige Code aufgedruckt, damit das Gepäckstück auch wirklich am selben Ort landet wie sein Besitzer. „Im Falle eines Verlustes oder fehlgeleiteten Koffers erkennt man am Code sofort, wo das Gepäckstück eigentlich hinsollte“, sagt IATA-Sprecherin Ann Farrell. Tatsächlich läuft die zielgenaue Buchung des Gepäcks aber automatisch über einen Barcode, der ebenfalls auf dem Gepäckanhänger aufgedruckt ist, sagt Lufthansa-Sprecher Ogursky. Der IATA-Code diene der zusätzlichen Sichtprüfung am Check-in-Schalter und teilweise würden auch Koffer noch nach Sicht sortiert. Aus eigener Erfahrung weiß man zudem, wie beruhigend es ist, wenn die richtige Buchstaben-Kombi auf dem eigenen Koffer landet, bevor man ihn am Check-In-Schalter aus den Händen geben muss.

Hoffentlich passt der Code auf dem Gepäckanhänger auch zum Flugticket

Foto: Getty Images

Fun und Sex gibt es auch

Manche Codes sind tatsächlich recht witzig und skurril. FUN lautet etwa der Code des Flughafens Funafuti auf Tuvalu. Ohne AGB sollte man auf dem Flugplatz Augsburg besser nicht landen, und fliegt man nach Singapur, ist man auf seiner Reise permanent mit dem englischen Wort für Sünde konfrontiert (SIN). Sogar einen Flughafen mit dem Code SEX gibt es – in Deutschland. Auf der Sembach Airbase bei Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz, einem ehemaligen Militärflugplatz der United States Air Force, landen allerdings schon lange keine Flugzeuge mehr.

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