Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Wegen Omikron

Höhere Corona-Ansteckungsgefahr im Flugzeug – wie man sich am besten schützt

Flugzeug Corona: Mund-Nasen-Schutz im Flugzeug
Das Risiko, sich im Flugzeug mit Corona zu infizieren, steigt aufgrund der Omikron-Variante deutlichFoto: Getty Images

Noch bis vor Kurzem haben Maßnahmen wie Maskenpflicht, Impfschutz und Testnachweis dazu geführt, dass sich verhältnismäßig wenige Passagiere im Flugzeug mit Corona ansteckten. Aufgrund der Omikron-Variante steigt jedoch auch an Bord das Infektionsrisiko. Was sie tun können, um sich bestmöglich zu schützen.

Fliegen in Zeiten von Corona oder lieber nicht? Das fragen sich derzeit viele. In mehr als anderthalb Jahren mit der Pandemie haben sich Flugzeuge bisher nicht als Superspreader-Orte herauskristallisiert. Die Infektionsgefahr ist eher gering gewesen, insofern alle Schutzmaßnahmen eingehalten wurden. Aufgrund der Omikron-Variante ist nun aber die Corona-Ansteckungsgefahr im Flugzeug laut Experten deutlich gestiegen. Ob Sie trotzdem fliegen können und was Sie beachten müssen – TRAVELBOOK schätzt die aktuelle Lage ein.

Derzeit zwei- bis dreimal erhöhte Infektionsgefahr

Seit dem Aufkommen der Omikron-Variante ist die Wahrscheinlichkeit, sich während eines Fluges mit COVID-19 zu infizieren, deutlich gestiegen. David Powell, Arzt und medizinischer Top-Berater der „International Air Transport Association“ (IATA), geht davon aus, dass das Risiko im Vergleich zur zuvor dominanten Delta-Variante etwa zwei- bis dreimal so hoch ist, wie die US-amerikanische Nachrichtenagentur „Bloomberg News“ berichtet.

Die Omikron-Mutante ist hochgradig übertragbar und macht alleine in den USA mehr als 70 Prozent aller Corona-Neuerkrankungen aus (Stand 22. Dezember 2021). Grund genug für Powell, das als Modellrechnung auf die Ansteckungsgefahr im Flugzeug zu übertragen: „Das relative Risiko ist wahrscheinlich genauso gestiegen wie das relative Risiko im Bus oder Supermarkt.“

Trotzdem weist er daraufhin, dass Pubs, Restaurants, Schulen, Clubs, Restaurant und Fitnessstudios mit vergleichbarer Anzahl an Menschen als gefährlichere potenzielle Ansteckungsorte gelten, wie auch Studien belegen. Hauptsächlich liegt das daran, dass das Flugzeug via hohen Luftstroms unter Druck gesetzt wird und Luftfilter zum Einsatz kommen. Auch eine Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health belegt das: „Das integrierte Belüftungssystem, das die Luftzufuhr kontinuierlich zirkuliert und auffrischt, filtert mehr als 99 Prozent der Partikel, die Covid-19 verursachen, heraus“. Die Studie ist allerdings vor der Ausbreitung der Omikron-Variante erschienen.

Auch interessant: Wie kommt eigentlich die Luft zum Atmen in das Flugzeug?

Was sie tun können, um sich zu schützen

„Die größte Sicherheit, die Sie sich selbst geben können, ist die Impfung und das Boostern“, so Powell. Der Arzt hält zwei Impf-Dosen gegen Omikron etwa ähnlich wirksam wie eine Dosis gegen die Delta-Variante.

Zudem rät David Powell den Passagieren, das Anfassen von Flächen zu vermeiden, Handhygiene zu betreiben, kontrolliert und mit Abstand ein- und auszusteigen und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Powell appelliert an das Tragen der Maske, wann immer es möglich ist. So sollten Passagiere bei einem Zwei-Stunden-Flug gänzlich auf die Nahrungsaufnahme und das Absetzen der Maske verzichten. Bei längeren Flügen empfiehlt er, nicht gleichzeitig mit den benachbarten Passagieren zu essen oder zu trinken.

Auch, wenn sich Viren generell an Bord aufgrund der speziellen Belüftungssysteme nicht so leicht wie etwa in einem Restaurant verbreiten, ist die Corona-Ansteckungsgefahr auch im Flugzeug real. Daher können die beschriebenen Maßnahmen das Risiko nur minimieren, aber nicht ausschließen.