Hotelalternative während der Corona-Pandemie

Wie funktionieren eigentlich Haustausch und Housesitting?

Mann in Haus am Wasser
Wer ein Haus sittet oder sein Haus gegen das eines anderen tauscht, kann in außergewöhnlichen Unterkünften Urlaub machen
Foto: Getty Images

Bisher zählen Housesitting und Haustausch in Deutschland noch eher zu den Nischen in Sachen Unterkunft auf Reisen. Durch die Corona-Pandemie und die abzusehende Knappheit an Reisezielen und Unterkünften könnte sich das jetzt ändern. TRAVELBOOK erklärt, wie das mit dem Wohnen in fremden Häusern funktioniert – in Deutschland und weltweit.

Zuerst einmal wollen wir die Begriffe klären, denn zwischen Housesitting (oder dem eher weniger gebrauchten deutschen Begriff „Haushüten”) und Haustausch gibt es einen entscheidenden Unterschied: Bei beiden urlauben Sie für einen festgelegten Zeitraum im Haus, in der Wohnung, auf der Farm, dem Schloss, dem Weingut oder was auch immer eines anderen Menschen. Der Unterschied zwischen Sitten und Tauschen liegt schlicht darin, dass dieser Mensch beim Tausch in Ihren vier Wänden wohnt und beim Sitten nicht.

Wie komme ich an die Unterkunft?

Beim Housesitting passen Sie für eine gewisse, vorher vereinbarte Zeit auf das Haus oder die Wohnung eines anderen auf, gießen währenddessen die Pflanzen und kümmern sich, sofern vorhanden, um die Haustiere des Eigentümers. Besonders in englischsprachigen Ländern wie Großbritannien, den USA, Australien und Neuseeland ist Housesitting inzwischen sehr verbreitet. Doch auch viele andere Länder ziehen nach. Darunter auch Deutschland. Entsprechend gibt es zahlreiche Internetseiten, auf denen Unterkünfte zum Hüten oder Tauschen angeboten werden. Um an die ranzukommen, muss man sich in der Regel anmelden und ein Profil erstellen. Die Mitgliedschaft kostet hier teilweise günstige bis weniger günstige Jahresbeiträge, ein paar sind auch kostenlos.

TRAVELBOOK stellt gängige Onlineportale vor:

Housesitting

Trusted Housesitters: Die wohl bekannteste und größte der Housesitting-Seiten mit klarem Fokus auf Haustiere und den meisten Inseraten. Jahresgebühr für Sitter: 99 Euro.

Nomador: Besonders in Europa ist diese Plattform beliebt. Aber auch für andere Teile der Welt, wie etwa die USA und Asien, gibt es zahlreiche Inserate. Wer nur mal reinschnuppern möchte, kann bis zu drei Bewerbungen umsonst verschicken. Danach kostet die Mitgliedschaft 25 Euro pro Quartal oder 65 Euro pro Jahr.

MindMyHouse: Sie gehört zu den ältesten Housesitting-Seiten und ist ebenfalls recht bekannt. Jahresgebühr: 20 US-Dollar (etwa 18 Euro).

House Carers: Die Seite ist vor allem bei Australiens, Amerikas und Europas Hausbesitzern beliebt. Aber auch in Südamerika, Asien und Afrika lassen sich ein paar Angebote finden. Jahresgebühr: 45 Euro.

PetsNFlats: Die Berliner Plattform ist noch jung und hat bisher vor allem Angebote in Deutschland und Österreich sowie ein paar in den USA und Kanada. Die Anmeldung ist kostenlos.

Neben diesen internationalen gibt es diverse speziell auf ein Land ausgelegte Housesitting-Plattformen wie etwa die des Verbands deutscher Haushüter-Agenturen, bei dem man sich als Haushüter bewerben kann, wenn man über 70 Jahre alt ist. Die Seite Housesitsearch.com stellt außerdem zahlreiche Anzeigen verschiedener gängiger Sitter-Seiten zusammen.

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Haustausch

Home Exchange: Das Portal bietet zahlreiche Zuhause in Deutschland und Europa sowie auch weltweit an. Mitglieder können ihre Unterkünfte entweder direkt miteinander tauschen oder via Punktesystem für eineUnterkunft „bezahlen”. Die jährliche Gebühr liegt bei 130 Euro.

Home Link: Der deutsche Anbieter vermittelt zahlreiche Unterkünfte, vor allem zwischen Deutschen und Menschen in den USA, Frankreich, Italien sowie anderen europäischen und internationalen Ländern. Auch einseitige Housesits sind hier möglich. Für ein Jahr zahlen Mitglieder 140 Euro, für zwei Jahre plus zwei Monate 280 Euro und für drei Jahre plus drei Monate 420 Euro.

Intervac: Das europäische Portal hat zahlreiche Mitglieder mit Häusern, Wohnungen und Co. in Deutschland und dem Rest Europas, den USA und Kanada, Australien sowie anderen Ländern. Die Jahresmitgliedschaft kostet 110 Euro, zwei Jahre 195 Euro.

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Welche Vorteile haben Housesitting und Haustausch?

Hinzu kommt, dass Sie in einem bereits eingerichteten Zuhause und wahrscheinlich nicht unbedingt im Touristenzentrum wohnen, sondern dort, wo auch andere Locals leben – Ihre Reiseerfahrung wird also gleich authentischer.

Für Tier- und Pflanzenbesitzer haben diese Arrangements gleich noch den Vorteil, dass diese gepflegt werden, sie sich also keine Sorgen machen müssen, dass diese den Urlaub nicht überstehen. Und: Das eigene Zuhause ist im Falle eines Kurzzeit-Bewohners vor Einbrechern geschützt, die sonst vielleicht die Abwesenheit nutzen würden.

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Welche Nachteile kann ich haben?

Wer sein Zuhause tauscht, jemanden anderen in sein Zuhause lässt oder auch in ein anderes Zuhause zieht, kann natürlich Pech haben. Dinge können kaputtgehen, Tiere oder Pflanzen sterben oder auch ganze Aufenthalte abgesagt werden. Das kann passieren und damit muss man rechnen. Die Haustausch-Branche und ihre Mitglieder setzen in erster Linie auf Vertrauen und Weltoffenheit. Gleichzeitig gibt es aber auch teilweise Absicherungen über die Anbieter oder auch Versicherungen (Hausrat, Haftpflicht, Reiserücktritt), die eventuelle Schäden absichern können.