In Gibraltar führt der Autoverkehr über die Landebahn

Der wohl absurdeste Airport der Welt

Sobald in Gibraltar Flugzeuge starten und landen, herrscht zunächst für den übrigen Verkehr rund um den Airport Stillstand – denn die einzige Straße ins Überseegebiet verläuft tatsächlich nur über die Piste. TRAVELBOOK über die einmalige Kreuzung und was an Gibraltar noch so absurd ist.

Vieles an Gibraltar erscheint auf den ersten Blick aberwitzig: Gerade mal 6,5 Quadratkilometer groß, entspricht das britische Staatsgebiet südlich von Spanien den Ausmaßen der kleinsten Ostfriesischen Insel Baltrum – und doch stellt es seit 2013 eine eigene von der UEFA anerkannte Fußballnationalmannschaft. Sogar an der Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 nehmen die in deutschen Medien betitelten „Fußball-Zwerge“ teil und müssen sich hier unter anderem gegen die deutsche Nationalelf durchsetzen.

Eine erfolgreiche Teilnahme an der EM in Frankreich scheint jedoch utopisch, bedenkt man, dass Gibraltars Trainer für die Auswahl seines Kaders aus dem sportlichen Talent von lediglich 30.000 Einwohnern schöpft. So wundert es auch kaum, dass nur wenige Profispieler in der Mannschaft mitkicken, während die anderen hauptberuflich etwa als Feuerwehrmann oder Hafenarbeiter tätig sind. Und sogar auf ein eigenes den internationalen Standards entsprechendes Fußballstadion müssen die Gibraltar-Briten verzichten – Heimspiele werden im portugiesischen Faro an der Algarve-Küste ausgetragen.

Für ein geeignetes Stadion gäbe es aber auch kaum Platz auf der knapp bemessenen Landesfläche, denn davon nimmt der 426 Meter hohe Felsen von Gibraltar – das auffälligste Merkmal und größte Touristenattraktion des Landes – einen Anteil von 40 Prozent in Anspruch. Und genau hier trifft man auch auf die nächste Kuriosität des Überseegebiets, denn dort leben rund 250 Berberaffen – die einzigen in freier Wildbahn lebenden Primaten in ganz Europa. Kein Wunder also, dass Gibraltar manchmal scherzhaft als „Affenfelsen“ betitelt wird.

Ein Berberaffe blickt von einer alten britischen Militärkanone auf dem Gibraltar Rock Richtung Airport

Foto: Getty Images

Und wer einmal in diesem beispiellosen Überseegebiet zu Besuch war, dürfte auch bei der Einreise nicht schlecht gestaunt haben. Denn entweder steht einem die Landung auf einer nicht mal 2000 Meter langen – und auf beiden Seiten vom Mittelmeer begrenzten – Flugpiste bevor, oder aber eine Fahrt darüber hinweg. So oder so: Man muss die Landebahn passieren.

Da kann es schon mal vorkommen, dass man unmittelbar hinter der Grenze zu Spanien auf der vierspurigen Winston Churchill Avenue im Stau steht. Denn hier gilt: Luft- vor Bodenverkehr. Ähnlich einem Bahnübergang müssen Passanten und Autos mehrmals am Tag etwa zehn Minuten vor einer Schranke warten, sobald Flugzeuge landen oder starten. Eine derartige Verkehrsregelung ist auf der ganzen Welt einzigartig.

Dabei frequentieren täglich etwa vier bis acht Passagierflugzeuge den Airport. Einzige Destinationen sind Großbritannien, unter anderem London und Manchester, und ab April auch Tangir in Marokko. Hinzukommen Flugzeuge für den Gütertransport und Privatmaschinen. Etwa 415.000 Fluggäste waren 2014 auf der Durchreise am Airport von Gibraltar. Zum Vergleich: Am größten Flughafen der Welt, dem Hartsfield–Jackson Atlanta International Airport in den USA, passierten laut der offiziellen Statistik des Flughafens allein im Januar 2014 rund 7 Millionen Passagiere den Flughafen – rund 95 Millionen waren es im ganzen Jahr.

Um den Verkehr zukünftig besser regeln zu können, existieren seit 2007 Pläne der Regierung für einen vierspurigen Tunnel, der unter der Landebahn hindurch verlaufen soll. Die Idee scheint vor allem sinnvoll für Einheimische, die die Grenze mehrmals am Tag überqueren oder es eilig haben, in die gerade mal 460 Meter entfernte Stadt zu kommen.

Kein Flugzeug in Sicht: Autos passieren die Landebahn des Gibraltar Airport

Foto: Getty Images

Dabei sind allerdings weder Passanten noch Autos zur Nutzung verpflichtet – die aberwitzige Kreuzung soll weiterhin bestehen bleiben, wie unter anderem die Daily Mail berichtet. Ursprünglich sollte die Unterführung bereits vor sechs Jahren eröffnet werden. Das Projekt wurde im April des letzten Jahres nun wieder neu angegangen und soll bis September 2016 realisiert worden sein, heißt es auf dem südspanischen Nachrichtenportal Sur. Die Planung eines Tunnels wird auch vor Ort bestätigt: „Das wird vieles einfacher machen“, sagt eine einheimische Mitarbeiterin des hiesigen Touristenunternehmens Calypso Tours auf TRAVELBOOK-Nachfrage.

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