Knigge für das Gastland der EM

12 Dinge, die man in Frankreich besser nicht tun sollte

Als Urlauber läuft man Gefahr, am Reiseziel in diverse Fettnäpfchen zu treten, weil man die dortigen Sitten und Regeln nicht kennt. Denn die unterscheiden sich zum Teil eklatant von dem, was man aus der Heimat gewöhnt ist. Passend zur EM hat TRAVELBOOK die zwölf größten No-Gos im diesjährigen Gastland Frankreich zusammengestellt.

1. Im Restaurant einfach hinsetzen
Hierzulande sind wir es gewohnt, uns im Restaurant an einen freien Tisch zu setzen, sofern kein „Reserviert“-Schild darauf steht. In Frankreich jedoch sollte man es tunlichst vermeiden, sich den Tisch selbst auszusuchen und einfach hinzusetzen. Stattdessen wartet man am Eingang, bis man vom Kellner begrüßt und zu einem freien Platz geleitet wird. Sollte man einen anderen Tisch bevorzugen, kann man höflich nachfragen, ob dieser ebenfalls noch frei ist – sollte aber besser nicht diskutieren, wenn die Antwort nein lautet.

2. Kein einziges Wort Französisch sprechen
Auch wenn Sie nie Französisch gelernt haben, sollten Sie dennoch zumindest ein paar Wörter und Redewendungen kennen, wenn Sie nach Frankreich fahren. Damit zeigen Sie eine gewisse Wertschätzung für die Sprache, auf die die Franzosen sehr stolz sind und die sie rege pflegen und schützen. Wer dagegen gleich auf Englisch losplappert oder es mit Deutsch probiert, erntet womöglich beleidigte Blicke und gerümpfte Nasen. Allerdings steckt meistens, wie von vielen fälschlicherweise angenommen, keine Arroganz dahinter, sondern vielmehr Scham: Franzosen sprechen einfach nicht gerne Englisch – weil sie es oft nicht gut können.

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3. Ein Baiser bestellen
Wenn Sie in Frankreich Lust auf ein ganz bestimmtes Zuckergebäck bekommen, sollten Sie in der Bäckerei besser kein Baiser bestellen – obwohl der Name doch so schön französisch klingt. Es handelt sich auch um ein französisches Wort, allerdings wird die Verkäuferin denken, Sie wollten einen Kuss von ihr. Schlimmstenfalls glaubt sie gar, Sie wollten ihr ein unmoralisches Angebot machen – denn „Baiser“ wird im Französischen auch umgangssprachlich für das hierzulande gebräuchliche F*en verwendet. Das korrekte Wort für das Zuckergebäck lautet: Meringue.

Meringues heißen die zuckrigen Schaumgebäcke in Frankreich

Foto: Getty Images

4. Gleich drauflosküssen
Franzosen begrüßen sich mit Küsschen, so viel ist bekannt. Allerdings sollten Sie einer neuen Bekanntschaft auf keinen Fall aus eigener Initiative gleich einen Bise geben – denn küssen darf nur, wer sich gut kennt. Anfangs gibt man sich auch in Frankreich zunächst nur die Hand. Und auch beim späteren Begrüßungsküsschen will die richtige Art gelernt sein: In den meisten Gegenden gibt man sich zwei bis vier Küsschen und beginnt dabei mit der rechten Wange, wobei es kein direkter Schmatzer auf die Haut sein sollte, sondern vielmehr eine leichte Berührung der Wangen. In anderen Regionen Frankreichs, zum Beispiel im Osten oder in der Provence, beginnt man dagegen mit der linken Wange, und manchmal bleibt es auch bei nur einem Kuss. Am besten, Sie lassen Ihr Gegenüber den Takt angeben, dann kann kaum etwas schief gehen.

Begrüßungsküsse gibt es in Frankreich nur unter Freunden, Verwandten und guten Bekannten

Foto: Getty Images

5. Fremde einfach duzen
In Deutschland ist es unter jungen Leuten gang und gäbe, sich sofort zu duzen, und in Berlin würde man kaum auf die Idee kommen, den Kellner in der Bar oder den Verkäufer im Bioladen zu siezen. In Frankreich dagegen geht es in dieser Hinsicht weitaus förmlicher zu, und selbst junge Leute gleichen Alters siezen sich zunächst oft. Erst, wenn man sich besser kennt, darf geduzt werden.

6. Das „Okay“-Zeichen machen
Mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis formen – damit zeigt man hierzulande an, wenn man etwas besonders gut findet oder ein Gericht besonders lecker schmeckt. In Frankreich sollten Sie diese Geste allerdings tunlichst vermeiden, denn damit signalisieren Sie, dass Sie Ihr Gegenüber für eine Null oder für völlig wertlos halten.

Très bon? Non! in Frankreich bedeutet diese Geste, dass man jemanden oder etwas für eine Null hält

Foto: Getty Images

7. Für Wasser Geld bezahlen
Bestellen Sie im Restaurant keine Wasserflaschen – es sei denn, Sie wollen welches mit Kohlensäure. Wer stilles Wasser möchte, der bestellt einfach un verre d'eau, une carafe d'eau oder ganz einfach: de l'eau. Das gibt es in der Regel gratis. In Paris findet man zudem vielerorts die sogenannten Wallace-Brunnen. Der Engländer Richard Wallace hatte ab 1872 Dutzende davon aufstellen lassen – als Geschenk an die arme Bevölkerung. Noch heute fließt aus ihnen Wasser in Trinkqualität.

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8. Wertgegenstände im Auto lassen
Generell sollte man natürlich nirgendwo Wertgegenstände im Auto lassen. Aber gerade, wenn man mit dem eigenen Auto nach Frankreich reist, ist besondere Vorsicht angesagt, denn ausländische Kennzeichen locken Diebe erst recht an. Schließlich haben Touristen oft teure Kameras oder Navigationsgeräte bei sich, oder es wird Gepäck im Kofferraum vermutet.

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9. Nackt in die Sauna gehen
Wer in Deutschland mit Badesachen in die Sauna geht, wird schief angeguckt. In Frankreich, wie auch in einigen südeuropäischen Ländern, ist das Gegenteil der Fall: Hier sollte man auf keinen Fall völlig nackt eine öffentliche Sauna betreten. Allenfalls in geschlechterspezifisch getrennten Saunen ist textilfreies Schwitzen erlaubt. Ansonsten gilt: nur mit Badehose oder Bikini/Badeanzug oder ggfs. mit umgebundenem Handtuch.

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Das Nacktschwitzen ist vor allem in Mitteleuropa beheimatet

Foto: Getty Images

10. Aus Neugier Banlieues besuchen
Die Randbereiche von Großstädten heißen auf Französisch Banlieues. Meistens sind das ausgedehnte Hochhaussiedlungen, in denen eigene Regeln herrschen und die mancherorts eine hohe Kriminalität aufweisen. Auch wenn die Architektur der vor 50 bis 60 Jahren entstandenen Wohnblöcke für viele sicher interessant ist, sollte man als Tourist keinesfalls aus Neugier in die Banlieues von Paris, Straßburg oder anderen Städten fahren, schon gar nicht alleine. Wenn es denn unbedingt sein muss, sollte man eher an einer geführten Tour im Bus teilnehmen.

11. Die Rechnung getrennt zahlen
In Deutschland ist es üblich, die Rechnung untereinander aufzuteilen und nur den Teil zu bezahlen, den man auch konsumiert hat. In Frankreich allerdings wird der Kellner ungläubig mit dem Kopf schütteln, wenn Sie ihn darum bitten, die Rechnung auf diese Weise aufzudröseln. Üblicherweise übernimmt ein Gast die gesamte Rechnung und man teilt die Summe anschließend einfach durch die Anzahl der Leute – egal, wie viel jeder einzelne konsumiert hat.

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In Frankreich gilt: Einer zahlt alles

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12. Einfach so einen Zebrastreifen betreten

Hierzulande sind wir daran gewöhnt, dass Autofahrer vor Zebrastreifen langsamer fahren und auch tatsächlich anhalten, wenn man diese Straße überqueren möchte. Zwar gelten in Frankreich ähnliche Verkehrsregeln, allerdings kann man als Fußgänger mitunter lang warten, bis ein Auto wirklich stoppt. Die Chancen steigen, wenn man per Handzeichen signalisiert, dass man tatsächlich über die Straße will. Auch hilft es, schon mal einen Fuß vorsichtig auf die Straße zu setzen. Im Idealfall schließen Sie sich einem Franzosen an, der ebenfalls gerade über den Zebrastreifen will – er weiß garantiert, wie man Erfolg hat.

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