Der „Knee Defender“ sichert Ihre Beinfreiheit

(K)Nie mehr Ärger im Flieger!

Immer wieder dasselbe Spielchen. Kaum sind die Anschnallzeichen aus, kippt der Vordermann seinen Sitz nach hinten. Folge: Kaum Platz für Knie und Laptops (bei Business-Reisen). Doch es gibt Rettung: Mit dem „Knee Defender“ lässt sich die Lehne des Vordersitzes blockieren!

Sie haben gerade Ihr Essen serviert bekommen, versuchen irgendwie die vielen Plastikschälchen und Becher auf Ihrem winzigen Tisch zu bändigen – und dann passiert es: Der Sitz Ihres Vordermannes klappt ruckartig zurück. Wenn ihr Tomatensaft jetzt nur auf Ihrem Essen und nicht auf Ihrer Hose verteilt ist, haben Sie noch Glück gehabt.

So oder ähnlich hat es bestimmt jeder von uns schon mal im Flugzeug erlebt. Und man könnte sich schwarz ärgern über den egoistischen Vordermann, der unsere ohnehin schon knapp bemessene Beinfreiheit in der Holzklasse noch mehr einschränkt.

Irres Gadget soll die Beinfreiheit sichern

Nie wieder Ärger mit dem Vordermann – das verspricht der in den USA erhältliche „Knee Defender“. Das Gadget besteht aus zwei grauen Plastik-Clips, die sich an die Halterungen des eigenen Klapptischs klemmen lassen und so die Lehne des Vordersitzes blockieren. Schon seit 2003 gibt es das klammerartige Ding, doch nur die Wenigsten wissen von dessen Existenz.

Dass es den Zweck erfüllt, beschreibt nun Bryan Black, ein US-Journalist, dessen Laptop durch rücksichtsloses Zurückklappen des Vordersitzes beschädigt worden war. Er hat den „Knee Defender“ bereits mehrfach erfolgreich auf Flügen getestet.

„Ich muss zugeben, dass ich schon ein paar Mal grinsen musste, wenn die Person vor mir wieder und wieder vergeblich versucht hat, ihren Sitz zurückzuklappen“, schreibt Bryan Black auf dem Online-Portal „Its Tactical“.

Natürlich funktioniert das Gadget nur, wenn das jeweilige Flugzeug über ausklappbare Tische verfügt. Und man muss schnell sein, den richtigen Moment abpassen: Sobald das Anschnallzeichen erloschen ist, müssen die Clips an den Tisch – bevor der Vordermann einem mit dem Zurückklappen des Sitzes zuvorkommt.

Die Verwendung des „Knee Defenders“ ist nicht verboten – zumindest in den USA. Auf der Website des Herstellerr „Gadget Duck“, wo das Ding für knapp 22 US-Dollar (16 Euro) erworben werden kann, ist ein Statement der US-Luftfahrtbehörde (Federal Aviation Administration, FAA) veröffentlicht. Darin heißt es: „FAA-Sprecher Paul Takemoto sagte, die Clips würden die Luftfahrtgesetze nicht verletzen, solange sie nicht während Start oder Landung eingesetzt würden.“

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Streitpunkt Sitzlehne

Kaum ein Thema erregt die Gemüter von Flugpassagieren mehr als die Klappfunktion der Sitzlehne. Eine Umfrage des Reiseportals „Skyscanner“ unter 1000 Usern ergab, dass sich fast ein Drittel der Fluggäste durch zurückgelehnte Sitze maßgeblich beeinträchtig fühlt.

Während manch einer aus Rücksicht auf den Hintermann nicht mal während eines zehnstündigen Flugs wagt, den eigenen Sitz zurückzuklappen, gibt es auch jede Menge Egoisten, die sich auch auf kurzen Strecken genüsslich zurücklehnen, sobald das Anschnallzeichen erloschen ist. Deren Anteil an Bord ist sogar erschreckend hoch: 70 Prozent der Fluggäste gaben in der „Skyscanner“-Umfrage an, die Rückenlehen auch dann zurückzuklappen, wenn hinter ihnen eine schwangere Frau säße. Satten 80 Prozent wäre es egal, ob hinter ihnen eine ältere Person sitzen würde.

Mehrheit für Rückklapp-Verbot

Neun von zehn Fluggästen (91 Prozent) wünschen sich laut „Skyscanner“, dass das Zurückklappen der Sitzlehne im Flieger auf Kurzstrecken verboten oder zumindest nur für bestimmte Zeiten erlaubt wird. Immerhin 43 Prozent wünschen sich eine klare Verbotsregelung auch auf Langstreckenflügen.

Ein Verbot könnte auch den Stewardessen an Bord jede Menge Stress ersparen: Laut einer Umfrage des Online-Forums „Cabin Crew“ wurden 60 Prozent der Flugbegleiter schon mal Zeuge eines Streits zwischen Passagieren, der durch rücksichtsloses Zurückklappen der Rückenlehne entstanden ist.