Urlaub in der Ferienwohnung

12 typische Fehler bei der Buchung

Eine Ferienwohnung ist für viele die ideale Unterkunft für den Urlaub – ist man dort doch ganz für sich und kann sich selbst verpflegen. Allerdings: Manchmal wird das Glück getrübt, beginnen die Ferien mit großem Frust statt Fun. TRAVELBOOK über die typischen Fehler beim Buchen einer Ferienwohnung – und wie man sie vermeidet.

1. Jottweedee buchen

Eine der vielen Vorteile von Ferienunterkünften ist die Lage außerhalb der touristischen Zentren. Doch manchmal ist man leider so richtig ab von Schuss – und verbringt die meiste Zeit des Urlaubs im Auto statt am Strand. Also: Vorher Lage checken (etwa auch über Google-Streetview und Google-Maps) und gucken, was man im Umfeld alles erleben kann – oder auch nicht. Falls die genaue Lage nicht in der Annonce angegeben ist: beim Vermieter nachfragen.

2. Nicht auf andere hören

Anbieter einer Ferienwohnung sind natürlich bemüht, ihr Objekt im besten Licht erscheinen zu lassen. Da wird an den Fotos geschraubt und die Ausstattung in den höchsten Tönen gelobt. Lassen Sie sich nicht blenden und vertrauen Sie lieber den Meinungen von Gästen, die schon vor Ihnen da waren.

Abgeschiedenheit – für manche das höchste Gut, für andere vielleicht: langweilig

Foto: getty

Auf dem Prinzip der Gästebewertungen basieren ganze Buchungsportale – etwa Tripadvisor (Kooperationspartner von Travelbook.de) oder Airbnb – und man sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, die Meinungen der anderen gründlich zu studieren. Außerdem gibt es bei Ferienwohnungen auch das Sterne-Prinzip: Prinzipiell können alle Besitzer von Ferienwohnungen ihr Objekt vom Deutschen Tourismusverband (DTV) klassifizieren lassen (weitere Infos im Kasten in der rechten Spalte).

3. Täuschen lassen

Wie schon erwähnt: Fotos bilden nicht immer die Wirklichkeit ab. Und oft ist man am Urlaubsort enttäuscht, weil die Unterkunft gar nicht so aussieht, wie auf den Bildern im Netz oder Katalog. Von daher: Fotos immer kritisch betrachten. Wenn zum Beispiel nur Details gezeigt werden statt der ganze Raum, sollte man misstrauisch sein: Wer weiß, wie der Rest aussieht?

Oft ist das Haus nur in der Nahaufnahme abgebildet – so dass dicht stehende Nachbargebäude oder Baustellen ausgeblendet sind. Auch hier kann Google-Streetview weiterhelfen. Es empfiehlt sich zudem, die im Internet veröffentlichten Bilder auszudrucken und mitzunehmen, um sie mit dem realen Objekt zu vergleichen.

Wer über Airbnb bucht – auch hier gibt es ganze Wohnungen zu mieten, allerdings handelt es sich um Wohnungen privater Gastgeber und somit nicht um Ferienwohnungen im klassischen Sinn – sollte auf die Flagge „Airbnb Verified Photo“ im rechten oberen Bildrand achten. Denn diese bestätigt, dass die Unterkunft in Wirklichkeit so aussieht, wie auf den Fotos. Dafür sorgen die Fotografen von Airbnb, die auf Wunsch des Gastgebers professionelle Fotos machen und dabei – so heißt es bei Airbnb – darauf achten, den Reisenden im Vorfeld ein korrektes Bild von der Unterkunft zu vermitteln. Sogar in die entferntesten Regionen wie Grönland und Nepal schickt Airbnb seine Fotografen.

4. Alles im voraus zahlen

Man sollte grundsätzlich nicht den vollen Mietpreis im Voraus zahlen. Denn schließlich kann es durchaus passieren, dass die Ferienwohnung gar nicht existiert oder sich nach der Ankunft als unzumutbar erweist. Daher immer auch Buchungsdokumente oder Beweise von Angeboten (Zeitungsannoncen oder die ausgedruckte Internetseite) aufbewahren bzw. speichern. Üblich sind Anzahlungen zwischen 10 bis maximal 30 Prozent des Gesamtmietpreises.

Wer über Buchungsplattformen geht, ist vor schwarzen Schafen geschützt. Und genießt zudem weitere Vorteile. Bei Airbnb, zum Beispiel, überweist man das Geld zunächst an die Buchungsplattform, von wo es erst 24 Stunden nach dem Check-in für den Gastgeber freigegeben wird. In dieser Zeit können die Urlauber die Zahlung zurückhalten, etwa wenn die Unterkunft nicht dem Angebot entspricht.

5. Das Geld nicht sicher überweisen

Immer sichere Bezahlformen wie Kreditkarten nutzen statt Direktbezahlmethoden wie Western Union oder MoneyGram. Auch Paypal bietet sich als Bezahlmethode an, kann man doch hier einen Käuferschutz beantragen und gegebenenfalls ein Problem melden, wobei Paypal als Vermittler auftritt. Wer auf Nummer sicher gehen will, bucht etwa via Tripadvisor Unterkünfte mit dem „Rundum- sorglos-Schutz“-Badge, der im Suchergebnis angezeigt wird.

6. Keinen Mietvertrag unterschreiben

Denn dann kann man im Nachhinein reichlich Ärger bekommen. Der Vertrag sollte die genauen Miet- und Stornierungsbedingungen enthalten sowie auflisten, welche Leistungen im Mietpreis enthalten sind (Reinigungskosten, Frühstück, usw.) und welche nicht. Falls der Besitzer keinen Vertrag anbietet: Nachfragen!

7. Blind einziehen

Auch wenn die Unterkunft auf den ersten Blick einen guten Eindruck macht: Auf jeden Fall einen gründlichen Rundum-Check machen! Ist wirklich alles sauber? Funktionieren die Geräte? Ist alles vorhanden, was versprochen wurde? Mängel sofort dem Vermieter melden, so kann er diese noch beseitigen oder schnell Ersatz bereitstellen. Außerdem erhöht sich somit die Chance – sollte der Mangel nicht behoben werden – im Nachhinein den Preis zu reduzieren. Mängel schriftlich festhalten und Fotos machen.

8. Geld verschenken

Bei vielen Ferienwohnungen sind unerwartete Gratis- Leistungen wie die Mitbenutzung eines Bootes inklusive. Doch wer das Kleingedruckte nicht liest, könnte das übersehen. Also: die Beschreibungen der Unterkünfte genau studieren. Oder gezielt nach solchen Annehmlichkeiten suchen, etwa durch die Suche via Tripadvisor.

9. Zu viele Sachen mitnehmen

Vor allem Familien sind gewohnt daran, viele Dinge in das Auto zu stopfen, wenn sie in den Urlaub fahren. Allerdings: In Ferienwohnungen und -häusern sind oft standardmäßig Kinderbetten, Hochstühle und Spielzeug vorhanden. Überprüfen Sie deshalb vorab, was davon zu Hause bleiben kann.

Nicht alles muss mit. Vieles ist schon in der Ferienwohnung vorhanden.

Foto: getty

10. Dinge vergessen

Und andersherum: Manche Dinge, wie Bettwäsche, Fön und Handtücher setzen viele als vorhanden voraus, sind aber nicht zwingend inklusive. Also vorher klären, ob man diese und eventuell andere Dinge selbst mitbringen muss. Putz- und Spülmittel sowie Toilettenpapier sind auch nicht immer vorhanden, können aber natürlich im Supermarkt vor Ort schnell besorgt werden.

11. Unfreiwillig hungern

Sie sind spät am Urlaubsort und alle Geschäfte haben zu? Der Reiseproviant ist aufgebraucht und der Magen knurrt? Das muss nicht sein. Manche Besitzer füllen nach Absprache den Kühlschrank schon vor der Ankunft der Gäste auf. Und falls die Supermärkte im Urlaubsort eine Lieferung frei Haus anbieten, sollte man diesen Service auch während des Urlaubs nutzen, allein schon: um sich Zeit und Mühe zu sparen.

12. Insider-Wissen nicht nutzen

Niemand kennt die Umgebung so gut wie Ihr Gastgeber. Also scheuen Sie sich nicht, ihn nach Tipps und Empfehlungen zu fragen – für die besten Restaurants, die ruhigsten Strandabschnitte, die geheimen Orte der Einheimischen fern der touristischen Trampelpfade. So sparen Sie nicht nur Zeit, sondern gewinnen zudem einzigartige, authentische Urlaubserlebnisse.

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Sterne für die Ferienwohnung

Besitzer von Ferienwohnungen können beim Deutschen Tourismusverband (DTV) an einer Klassifizierung der eigenen Immobilie teilnehmen – und müssen dafür die vom Verband festgelegten Mindestkriterien erfüllen. Es sind mindestens drei, maximal fünf Sterne erreichbar.

*** Drei Sterne: In einer Unterkunft mit drei Sternen sollte ein Fernseher mit Satellit, Kabel oder DVB-T vorhanden sein, sowie ein Backofen oder eine Mikrowelle sowie ein Fön. Die Gesamtfläche eines Doppelschlafzimmers sollte mindestens acht Quadratmeter messen.

**** Vier Sterne: Hier sollten zusätzlich Schlaf- und Wohnraum voneinander getrennt sein, sowie eine Stereoanlage, ein Ganzkörperspiegel und Gardinen bzw. eine andere Art zur Zimmerverdunkelung vorhanden sein. Auch sollten für jeden Gast zwei Handtücher bereitliegen, Bettwäsche und ein bezogenes Bett Pflicht. Die Größe eines Einzelschlafzimmers beträgt mehr als acht Quadratmeter.

***** Fünf Sterne: Hier muss zudem eine Waschmaschine, eine Spülmaschine in der Küche und ein Tresor oder eine andere Verwahrungsmöglichkeit für Wertgegenstände vorhanden sein.

Aber Achtung: Klassifiziert der DTV eine gute Ferienwohnung mit Sternen, können die Vermieter damit über drei Jahre werben, bevor eine erneute Prüfung der Qualität durch den DTV ansteht.

Anbieter im Test

Im letzten Herbst hat die Stiftung Warentest zehn Onlineportale für Ferien­immobilien unter die Lupe genommen: Atraveo.de, Best­Fewo.de, Casamundo.de, E-domizil.de, Interchalet.com, Interhome.de, Novasol.de, Tourist-online.de, Ferien­hausmiete.de und FeWo-direkt.de.

Davon bekamen nur vier Portale die Note „Gut”. Testsieger wurde Interhome.de mit der Note 2,3, dicht gefolgt von den Portalen E-domizil.de und Interchalet.com. Noch ein „Gut” (Note 2,5) erhielt zudem Atraveo.de.

Zum ausführlichen Test der Stiftung Warentest kommen Sie hier.

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