Finger weg!

13 Dinge, die man im Flugzeug auf keinen Fall berühren sollte

Im Flugzeug verstecken sich so einige Gefahrenquellen, die Krankheiten oder gar Unfälle verursachen können. Von welchen 13 Dingen man im Flieger lieber die Finger lassen sollte.

Sie leiden unter Flugangst? Schämen Sie sich nicht! Das Absturzrisiko von Flugzeugen ist zwar statistisch äußerst gering, das heißt aber noch lange nicht, dass ein vermeintlich harmlos verlaufender Flug nicht trotzdem einige versteckte Gefahren birgt.

Das Risiko liegt vor allem im mikrobiologischen Bereich: Wenn Hunderte von Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen von Reinlichkeit für Stunden auf engstem Raum unter schwierigen hygienischen Bedingungen zusammengepfercht sind, haben Krankheitskeime aus aller Welt optimale Bedingungen, um sich fröhlich zu vermehren. Darunter auch solche, die lebensgefährlich sein können. Vor allem, wenn die Reinigung im Flugzeug nachlässig oder gar nicht stattfindet, was laut Insider-Berichten aufgrund von immer engeren Zeitplänen durchaus vorkommt.

Wo Fiese Keime lauern

Immer wieder zeigen wissenschaftliche Tests, dass Flugzeuge ein Tummelplatz für gefährliche Krankheitserreger sind. Darunter beispielsweise der berüchtigte, hochansteckende Norovirus, der heftigen Durchfall und Erbrechen auslöst, das Darmbakterium E.coli und der gefürchtete „Krankenhauskeim“ MRSA (Methillicin-resistenter Staphylococcus aureus). Letzterer kann bis zu einer Woche auf Flächen überleben, verursacht schwere bis tödliche Infektionen und ist gegen die meisten üblichen Antibiotika resistent.

Auch im Flugzeug fühlt sich der lebensgefährliche „Krankenhauskeim“ MRSA wohl

Foto: dpa Picture Alliance

Die US-amerikanische „Huffington Post“ listet sieben besonders verkeimte Stellen im Flugzeug auf, die man besser nicht berühren sollte. TRAVELBOOK hat noch einige zusätzliche Gefahrenquellen identifiziert – und verrät, wie man sich schützen kann.

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1. Das Klapptischchen, auf dem Ihr Essen steht

Auf keinen Fall berühren sollte man die Klapptischchen am Vordersitz, auf denen auch das Essen serviert wird. Wissenschaftler der University of Arizona kamen bei einem Test 2007 zu erschreckenden Ergebnissen: Zwei Drittel der untersuchten Tischchen waren mit den gefährlichen Keimen MRSA and Noroviren verseucht. Flugbegleiter gaben zu, dass die Tischchen nur etwa einmal pro Woche gereinigt werden, berichtet die „Huffington Post“. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam 2014 auch ein Test der US-Show „Today“, die bei NBC läuft: Auf den Klapptischen fand sich die höchste Konzentration von Keimen.

Tipp: Reinigen Sie das Tischchen mit Desinfektionsspray oder -tüchern. Wenn Sie mitgebrachte Servietten auf das Tischchen legen, haben Sie zusätzlichen Schutz vor Keimen. Desinfizieren Sie vor dem Essen Ihre Hände mit Desinfektionsgel oder -reinigungstüchern.

Ganz schön eklig: ein schmutziger Klapptisch in einem Ryanair-Flieger von Berlin nach Köln-Bonn

Foto: privat

2. Die Armlehnen Ihres Sitzes

Mal eben die Armlehnen hochklappen, um besser zum Fensterplatz durchrutschen zu können oder während des Fluges die Hände bequem darauf ablegen – damit riskieren Sie Ihre Gesundheit. Denn erstens sind vor Ihnen sicher schon viele andere Passagiere auf diese Idee gekommen, und von denen haben sich möglicherweise nicht alle die Hände gewaschen. Zweitens fühlen sich Keime auf Armlehnen von Flugzeugsitzen pudelwohl: Laut einer Studie konnte das Darmbakterium E.coli dort 96 Stunden überleben – fast doppelt so lang wie auf den glatten Oberflächen der Klapptischchen oder dem Spülknopf der Flugzeugtoilette.

Tipp: Vermeiden Sie daher jede Berührung mit Armlehnen. Das schützt Sie auch vor Stress mit Ihrem Sitznachbarn.

3. Die Sitzlehnen im Gang

Jedes Mal ist es dasselbe Spiel: Sobald das Anschnallzeichen erloschen ist, gehen die ersten Passagiere zur Toilette – und halten sich dabei an den Ecken der Sitzlehnen fest, während sie aufgrund der Flugbewegungen durch den Gang taumeln. Auf dem Weg zurück suchen Sie ebenfalls an den Sitzlehnen im Gang Halt. Das Problem: Nicht alle haben sich nach dem Toilettengang die Hände gewaschen, erklärt der amerikanische Mikrobiologe Charles Gerba in einem Interview mit dem Wissenschaftsblog „io9.com“. Schuld seien möglicherweise auch die Waschbecken der Flugzeugtoiletten, die häufig so winzig seien, dass gerade Menschen mit großen Händen auf das Prozedere verzichten würden.

Tipp: Versuchen Sie, unnötige Berührungen der Sitzlehnen zu vermeiden. Allerdings sollten Sie auf Ihrem Weg durch den Gang natürlich auch auf Ihre Sicherheit achten, um bei Turbulenzen nicht zu stürzen und sich zu verletzen. Desinfizieren Sie Ihre Hände, wenn Sie wieder an Ihrem Platz angelangt sind. Fassen Sie sich in der Zwischenzeit nicht ins Gesicht, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Berührt von unzähligen Händen: die Sitzlehnen im Gang

Foto: Getty Images

4. Der Spülknopf auf der Flugzeugtoilette

Hier finden sich besonders viele Darm-Bakterien, da sich die meisten Menschen nicht vor dem Spülen die Hände waschen. E.coli-Keime überleben bis zu 48 Stunden auf dem Spülknopf.

Tipp: Benutzen Sie ein Stück frisches Toilettenpapier oder ein Papierhandtuch, um auf den Knopf zu drücken.

Auf der Toilettenspülung lauern Bakterien und Viren

Foto: Getty Images

5. Die Toilettensitze

Bei der US-Bazillenstudie von 2007 wurden auf 20 Prozent aller Toilettensitze E.coli-Keime gefunden.

Tipp: Mit den Händen sollte man sie ohnehin nicht berühren. Legen Sie Toilettenpapier unter, wenn Sie sich setzen wollen, oder nutzen Sie Desinfektionsspray für unterwegs.

6. Die WasserHähne auf der Flugzeugtoilette

Noch verkeimter als die Toilettensitze sind offenbar die Wasserhähne der Flugzeugtoilette: Bei der zitierten Studie der Universität von Arizona waren 30 Prozent der Hähne mit E.coli-Darmbakterien verseucht.

Tipp: Nutzen Sie ein Papierhandtuch, um das Wasser an- und abzustellen.

Besser nicht direkt berühren: Wasserhähne in der Flugzeugtoilette

Foto: dpa Picture Alliance

7. Türgriff und Riegel innen an der Toilettentür

Da etliche Passagiere in den engen Flugzeugtoiletten aufs Händewaschen verzichten, ist auch die Türklinke ein Tummelplatz für Bakterien und Viren. 

Tipp: Verwenden Sie ein Papierhandtuch zum Türöffnen und desinfizieren Sie sich sicherheitshalber die Hände, wenn Sie wieder an Ihrem Platz sind. Berühren Sie vorher nicht Lippen, Augen oder Ihr Essen.

8. Die Tasche im Vordersitz

Ekliger und verkeimter als jede Toilette und damit gefährlicher für Ihre Gesundheit ist jedoch ausgerechnet jene Tasche im Vordersitz, in der sich das Faltblatt mit den Sicherheitsanweisungen befindet. Diese praktische Tasche, in der auch das Bordmagazin, Spucktüten und benutzte Taschentücher der Passagiere Platz finden, ist ein Paradies für Mikroorganismen: Jeder fasst hinein, die Taschen werden kaum gereinigt und halten wegen ihrer porösen Oberfläche Krankheitskeime besonders lange am Leben. Wie das Gesundheitsmagazin „Healthline“ berichtet, können sich MRSA-Keime in diesen Taschen bis zu 168 Stunden halten.

Tipp: Am besten gar nicht anfassen.

9. Kissen und Decken

Immer wieder berichten Flugbegleiter, dass die Kopfkissen und Decken nicht unbedingt frisch gewaschen sind, wenn sie an die Passagiere ausgehändigt werden. Vor allem dann nicht, wenn ein Flugzeug mehrere Strecken am Tag fliegt. Es kann also sein, dass jemand schon einmal die Decke genutzt hat – und dabei möglicherweise Erkältungsviren oder Schlimmeres hinterlassen hat.

Tipp: Bringen Sie ein eigenes Tuch und Kissen mit, oder kleiden Sie sich so ein, dass Ihnen gar nicht erst kalt wird. Wer's es ausgefallen mag: Die Airplane Blanket von Noyberg-Bulka ist eine Flugzeug-Decke zum Anziehen.

10. Das Trinkwasser aus den Tanks

„Trinken Sie NIEMALS das Wasser an Bord eines Flugzeugs, das nicht aus einer Flasche stammt”, zitiert „Huffington Post“ aus einem Reddit-Kommentar. Der Grund sei, dass die Öffnung zum Ausspülen der Toiletten und der, um den Flieger mit Trinkwasser zu befüllen, direkt nebeneinander lägen und „manchmal gleichzeitig von genau dem selben Typen bedient werden“. Allerdings räumt der Artikel zurecht ein, dass die Richtigkeit solcher Aussagen nicht einfach zu überprüfen sei.

Tipp: Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen: Kaufen Sie nach der Sicherheitskontrolle am Gate genügend Trinkwasser oder greifen Sie an Bord auf Säfte zurück.

11. Ihren Sitzgurt-Verschluss

Wie alles, was von jedem Passagier ständig angefasst wird, birgt auch der Verschluss des Sitzgurtes ein Sammelsurium an Schmutz und Keimen. Der Hauptgrund, warum Sie die Finger davon lassen sollten, ist jedoch ein anderer: das Unfallrisiko. Vielflieger bleiben nicht ohne Grund auch dann während des Fluges freiwillig angeschnallt, wenn das Anschnallzeichen gar nicht an ist – was auch die Airlines selbst empfehlen. Unvorhersehbare Turbulenzen und plötzliche „Luftlöcher” können so extrem sein, dass Passagiere mit dem Kopf oben an die Gepäckablage knallen und sich dabei blutige Platzwunden zuziehen können.

Tipp: Bleiben Sie möglichst angeschnallt, wenn Sie an Ihrem Platz sind.

Wenn Sie angeschnallt bleiben, gehen Sie auf Nummer sicher

Foto: Getty Images

12. Die Notausstieg-Öffnungsvorrichtung

Den Notausstieg darf man, wie der Name schon sagt, wirklich nur im Notfall öffnen, weiß doch jeder. Oder auch nicht. So sorgte ein Passagier aus China im Dezember 2014 für Panik im Flugzeug, als er kurz vor dem Start die Notfallklappe öffnete. Er wollte nur ein bisschen frische Luft hereinlassen, erklärte er laut „Focus“ später. Dem Bordpersonal war es zum Glück noch rechtzeitig gelungen, den Notausstieg wieder zu schließen. Es sei sein erster Flug gewesen, hieß es.

Tipp: Finger weg, auch wenn Sie Lust auf Frischluft haben. Und geben Sie diesen Tipp ruhig an solche Passagiere weiter, die allem Anschein nach zum ersten Mal fliegen.

Dieser Anweisung bitte nur im Notfall folgen

Foto: Getty Images

13. Die Flugbegleiterin

Keine Frage: Die Stewardess, wie sie früher hieß – heute sagt man: Flugbegleiterin –, ist kein Objekt wie die oben angeführten Dinge. Allerdings gibt es bis heute männliche Passagiere, die das nicht begreifen wollen – und daher unser Tipp zum Schluss: Berühren Sie lieber Ihre Ehefrau.

(mgr)

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