Wächst auch auf dem heimischen Balkon

Maca – die Sex-Knolle aus Peru

Kleine Knolle, große Wirkung: In etwa 4000 Metern Höhe, in den Anden Perus wächst unter der Erde eine Pflanze, die auf Männer und Frauen eine aphrodisierende Wirkung haben soll: die Maca-Pflanze. Wie das Superfood schmeckt, es ruhige Gemüter (im Bett) wieder auf Trab bringt und wie Sie die Lust-Knolle auch auf Ihrem Balkon anpflanzen können, lesen Sie in unserer Food-Kolume „Friederikes Weltspeisen“. Dazu: drei leckere Maca-Rezepte.

FriederikeKoenig.jpg Von Friederike Koenig

Was hat ein Aphrodisiakum mit einem Pflanzencenter zu tun? Erst mal nicht viel, möchte man meinen. Weit gefehlt. Auf der Suche nach bunten Blumen für meinen Balkon hat mich neben Lavendel, Margeriten & Co. vor allem ein Topf mit grünem Kraut in seinen Bann gezogen: Maca, angepriesen als „Lustmacher“. Huch – und das mitten in der Kräuter-, Obst- und Gemüseabteilung, neben Tomaten, Erdbeeren und Kumquat-Bäumchen.

Foto: Travelbook/ Getty Images

Was auf den ersten Blick unscheinbar aussieht, verspricht Großes. Laut Info-Schild dient die peruanische Maca-Pflanze „seit mindestens 2000 Jahren als natürliches Stimulanzmittel für Männer und Frauen“.

Vor allem in der Knolle stecken jede Menge vitalisierende Stoffe, darunter Kalzium, Zink, Eisen und Vitamine, die uns fitter, wacher und leistungsfähiger machen. Ein hohes Maß an Kohlehydraten liefert Energie, die Proteine sind gut für den Muskelaufbau. Hormonähnliche Stoffe sollen die Durchblutung der Beckengegend fördern. So soll die Super-Knolle aus den Anden nicht nur die Libido und Fruchtbarkeit steigern, sondern auch unser allgemeines Wohlempfinden. Ein wahres Allheilmittel.

Zu der luststeigernden Eigenschaft von Maca wurden einige Studien – unter anderem von dem peruanischen Wissenschaftler Gustavo F. Gonzales – durchgeführt, die einen fördernden Effekt auf das sexuelle Verlangen bei Männern belegen konnten. Auch soll Maca einen positiven Einfluss auf die Spermienanzahl haben.

Ein Pflanzencenter in Berlin verkauft die Maca-Pflanze als „Lustmacher“ für den heimischen Balkon

Foto: Friederike Koenig

Kein Wunder, dass die Peruaner seit Jahrtausenden auf die Heilpflanze schwören. Und auch hierzulande, in den USA – und vor allem in China hat man Wind von der Wirkung bekommen. Weil dort der wild wachsende Ginseng, dem in der traditionellen Medizin ähnliche Heilkräfte zugeschrieben werden, immer seltener vorkommt, schwenken die Chinesen auf die peruanische Wunderpflanze um. 2014 machten sie Schlagzeilen, weil sie so viel Maca kauften, dass die rohe Knolle tonnenweise illegal aus Peru geschmuggelt wurde und die Preise sich daraufhin verdoppelten.

In Peru wird die frische oder getrocknete Knolle verkauft. Hierzulande bekommt man die Heilpflanze meist nur in Form von Pulver

Foto: Getty Images

Wer sich nicht am Preiskampf beteiligen und auch lange Lieferwege und deren Folgen vermeiden möchte, für den ist die Zucht auf dem Balkon die Lösung (oder aber der Besuch in Peru). Ein weiterer Vorteil beim Balkon-Anbau: Sie kommen in den Genuss der Knolle und der Blätter – denn in Deutschland wird Maca fast ausschließlich in Pulver- oder Kapselform verkauft. Fans der Raw-Food-Küche kennen das Pulver in purer Form oder als Energie-Lieferant in Riegeln und Smoothies. Die Blätter kann man roh knabbern oder klein geschnitten in den Salat mischen, die Knolle ähnlich wie andere Rüben oder Kartoffeln im Ofen backen.

Einen Haken gibt es: In den Bergen Perus ist die Maca-Pflanze extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt: Sturm, Sonne und Kälte im Wechsel. Sie ist also sehr widerstandsfähig, und genau das soll der Grund für die Bildung von Superkräften sein. Zwar hält sie damit auch dem deutschen Wetter stand, die Wirkung der Balkon-Maca könnte allerdings eingeschränkt sein.

Ob die Super-Knolle wirklich eine aphrodisierende Wirkung hat, muss letztlich jeder selbst testen und herausfinden.

Nach der Ernte wird die Knolle getrocknet und zu Pulver verarbeitet

Foto: Getty Images

Weitere Artikel rund um das Thema Essen finden Sie hier auf unserer Seite „Weltspeisen“!

Das Maca-Pflänzchen habe ich übrigens nicht gekauft, dafür aber ein großes Glas Maca-Pulver, das ich löffelweise in Smoothies, Gebäck, Müsli und Power-Riegel mische.

Hier meine drei Maca-Rezepte:

1. Super-Shake (vegan)

Zutaten für 1 Glas

  • 1/2 Banane
  • eine Handvoll frische Beeren (z.B. Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren)
  • Ingwer nach Bedarf
  • einige Spritzer Saft von der Limette
  • etwa 200 ml Reismilch (alternativ geht auch Mandelmilch, Sojamilch etc.)
  • 1/4 TL Maca-Pulver

Zubereitung

1. Die Banane und einen Schluck Reismilch in ein Mixgerät geben und bei niedriger Stufe zu einem Brei pürieren.

2. Klein geschnittener Ingwer, gewaschene Beeren, Limettensaft und Maca-Pulver dazugeben. Mit Reismilch auffüllen und alles erneut pürieren. Fertig.

Statt Stulle: Beeren-Shake mit Maca-Pulver

Foto: Friederike Koenig

2. Maca-Muskel-Müsli-Riegel (vegan, glutenfrei)

Das Grundrezept zu den Paleo-Power-Riegeln finden Sie hier. Ich habe es etwas abgewandelt.

Zutaten

  • 150 g Mandeln
  • 150 g getrocknete Pflaumen
  • 150 g getrocknete Datteln
  • 1 EL Kokosöl
  • 1 EL Kokosraspel
  • 1 TL Maca-Pulver

Zubereitung

1. Die Mandeln im Ofen 10 bis 15 Minuten rösten, anschließend abkühlen lassen.

2. Mandeln, Pflaumen und Datteln in einem Zerkleinerer so lange häckseln bis eine grobe Masse entsteht.

3. Das flüssige Kokosöl sowie die Kokosraspel und das Maca-Pulver dazugeben und noch einmal kurz mixen.

4. Die Masse dann auf eine Frischhaltefolie streichen und mit den Fingern zu einem Quadrat formen.

5. Das „Päckchen“ bis zum Verzehr in den Kühlschrank stellen. Dann in Riegel-Streifen schneiden.

Auch in Müsli-Riegeln macht sich Maca gut. Sie können die Zutaten hier beliebig erweitern (z. B. mit Zimt) oder variieren

Foto: Friederike Koenig

3. Ungebackener Maca-Schoko-Kuchen

Zutaten

  • 50 g Mandeln
  • 50 g Pflaumen
  • 50 g Datteln
  • 20 g getrocknete Wassermelone (in Deutschland schwer zu bekommen, ich habe sie aus Bangkok. Alternativ gehen auch getrocknete Aprikosen oder Cranberrys.)
  • 2 EL Schoko-Drops
  • 1 EL Honig (alternativ: etwas Agaven-Dicksaft)
  • 2 EL Kokosöl
  • 1 EL Kokosraspel
  • 1-2 TL (rohes) Kakaopulver
  • 1 TL Maca-Pulver

Zubereitung

1. Mandeln, Pflaumen, Datteln und Wassermelone in einen Zerkleinerer geben und etwa zwei Minuten häckseln.

2. Schoko-Drops dazugeben und noch mal mixen.

3. Honig, flüssiges Kokosöl, Kokosraspel, Kakaopulver und Maca-Pulver unterheben und alles so lange zerkleinern, bis eine feine, gleichmäßige Masse entsteht (im Gegensatz zu den Müsli-Riegeln sollten hier keine ganzen Nussstücke mehr zu sehen sein).

4. Die Masse auf Frischhaltefolie verteilen und zu einem kleinen Kastenkuchen formen.

5. Den Kuchen bis zum Verzehr in den Kühlschrank stellen. Anschließend in Kuchenstücke schneiden.

Mein aphrodisierender Schokokuchen

Foto: Friederike Koenig

Weitere Informationen zur Autorin finden Sie hier: www.friederike-koenig.de

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Hier kocht Friederike

Am Anfang war der Apfelkuchen. Ein ganz besonderer: mit Karamell, Quark und Streuseln – viermal gebacken, damit jede Schicht perfekt wird. Selbst schuld, wenn man so etwas lauwarm den Kollegen an einem Montagmorgen serviert. Denn seither gehören nicht mehr nur Tastatur, Stift und Zettel zu meinem Redaktionswerkzeugen, sondern auch Kochlöffel und Schürze.

In meiner Kolumne „Friederikes Weltspeisen“ koche ich Rezepte aus aller Welt nach, teile mit euch Fotos von den coolsten Streetfood-Märkten und verrate euch, in welchen Restaurants ihr mich zurzeit antreffen könnt.

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