Das Geheimnis von Oak Island in Kanada

Liegt auf dieser Insel ein Schatz begraben?

Um kaum eine andere Insel ranken sich so viele Rätsel und Mythen wie um Oak Island in Kanada. Auf dem gerade mal 0,57 Quadratkilometer kleinen Eiland in der Mahone Bay soll ein geheimnisvoller Schatz begraben sein, nach dem schon seit mehr als 200 Jahren gesucht wird. Es gibt tatsächlich einige Indizien dafür, dass irgendetwas tief unter der Insel vergraben liegt – doch bislang hat sich noch jeder Schatzsucher die Zähne daran ausgebissen, und sogar einige Todesopfer hat es schon gegeben. Möglicherweise steht das Geheimnis von Oak Island jetzt kurz davor, gelüftet zu werden.

Angelika Pickard Von Angelika Pickardt

Von außen betrachtet wirkt Oak Island recht unspektakulär. Und doch zieht das gerade mal 1,5 Kilometer lange und etwa einen Kilometer breite Inselchen, das von Bäumen bewachsen und einer steinigen Küste umgeben ist, Abenteurer aus aller Welt geradezu magisch an.

Alles begann, so jedenfalls ist es überliefert, im Jahr 1795, als drei Jugendliche auf Oak Island einen geheimnisvollen Schacht entdeckten. Damals war die Insel unbewohnt, weshalb der Fund umso rätselhafter erschien. Die Jungen begannen zu graben und stießen auf Schieferplatten sowie mehrere Schichten Holzstämme. In neun Metern Tiefe kamen sie nicht weiter und mussten aufgeben.

Was liegt unter dieser unscheinbaren Insel vor Kanadas Ostküste begraben? Dieser Frage gehen Schatzsucher seit mehr als 200 Jahren nach

Foto: History Channel

Doch das Rätsel um den von Menschenhand gemachten Schacht ließ die drei Jugendlichen nicht mehr los. Einer von ihnen, John Smith, kaufte schließlich das Grundstück um den Schacht, und im Jahr 1804 begannen die inzwischen erwachsenen Männer erneut zu graben, diesmal mit finanzieller Unterstützung einer ortsansässigen Firma und neuester Technologie. Bis auf 30 Meter Tiefe drangen die Schatzsucher vor und fanden dort unten neben weiteren Holzstämmen und Lehm auch eine Schieferplatte mit merkwürdigen Zeichen darauf.

Auch Bündel von Kokosfasern kamen beim Graben zum Vorschein. Von diesem Zeitpunkt an stand für die Männer fest: Hier musste ein Piratenschatz vergraben liegen. Denn mit Kokosfasern wurde einst zerbrechliche Fracht auf Schiffen geschützt, und in Kanada selbst gab es keine Kokosnüsse.

Eines Nachts jedoch lief die Grube mit Wasser voll – und das, obwohl man am Vorabend in inzwischen 32 Meter Tiefe endlich wieder auf einen Widerstand gestoßen war. Alle Abpumpversuche scheiterten – von unten kam immer wieder Wasser nach. Auch ein zweiter, zur Entlastung gebauter Schacht lief voll. Weil inzwischen das Geld ausgegangen war, gaben die Männer ihre Suche schließlich auf.

Der Fluch von Oak Island

40 Jahre lang interessierte sich niemand mehr für die Grube auf Oak Island. Dann startete eine Firma einen neuen Versuch mit noch moderneren Hilfsmitteln und noch mehr Geld. Es wurden Kanäle gegraben, Dämme gebaut, der Schacht untertunnelt und letztlich ein riesiger Teil der Insel umgegraben – alles vergebens. Dutzende weitere Schatzsucher versuchten danach ihr Glück, doch außer einem Stück Ziegenhaut mit einem darauf geschriebenen Buchstaben trat nichts Nennenswertes mehr zu Tage. Weil immer mehr Geld in die Schatzsuche floss, aber alle damit nur arm wurden, erhielt die Grube schließlich den Beinamen „Money Pit“ („Geldgrube“).

Die Grabungsstelle um den Schacht im Jahr 1931

Foto: Wikipedia/Richard McCully

Doch die Grube forderte nicht nur Unmengen Geld, sondern im Laufe der Zeit auch immer mehr Todesopfer. Bereits nach dem zweiten Toten sprachen die Einwohner um die Insel vom „Fluch von Oak Island“, und die Legende kam auf, dass erst sieben Menschen sterben müssten, bis die Insel ihr Geheimnis endlich preisgibt. Bislang sind sechs Menschen bei der Schatzsuche auf Oak Island ums Leben gekommen, in der Grube ertrunken oder von Gasexplosionen getötet.

Zwei Schatztruhen auf dem Grund?

Nach mehr als 30 Jahren Grabungsstillstand und teils erbitterten Rechtsstreits um die Insel erwarben im Jahr 2006 schließlich vier Männer, darunter die US-Brüder Rick und Marty Lagina, jenen Teil von Oak Island, auf dem sich der Schatz befinden soll. Im Februar 2013 starteten die Legina-Brüder mit ihrem Team die „Expedition Oak Island“. Ihre Mission, bei der es natürlich darum geht, den geheimnisvollen Schatz endlich zu heben, wird vom History Channel begleitet und ist seit Oktober 2014 auch auf dem deutschen Pay-TV-Sender History zu sehen.

Und tatsächlich ist das aktuelle Expeditionsteam schon erfolgreicher als jeder Schatzsuchende in den 200 Jahren vor ihnen: Als sie in der letzten Episode der ersten Staffel mithilfe von Metalldetektoren die gefluteten Schächte Zentimeter für Zentimeter absuchen, finden die Lagina-Brüder eine spanische Kupfermünze aus dem 17. Jahrhundert. Ist das der endgültige Beweis dafür, dass tatsächlich ein uralter Schatz unter Oak Island vergraben liegt?

Die Brüder Marty (vorne rechts) und Rick Lagina (dahinter) lassen zusammen mit ihrem Team ein Sonargerät in die Tiefe der „Money Pit“ hinab

Foto: History Channel

Und es wird noch spannender: In der zweiten Staffel, die bisher nur in den USA ausgestrahlt wurde, lassen die Schatzsucher ein Sonargerät in eine unterirdische Kammer in mehr als 200 Meter Tiefe hinab. Das Gerät offenbart, dass zwei „mittelgroße rechteckige Objekte“ am Boden der „Money Pit“ stehen. Handelt es sich möglicherweise um zwei Schatztruhen?

Verständlicherweise wollte die TV-Produktionsfirma auf TRAVELBOOK-Nachfrage nicht verraten, wie es mit der Suche weitergeht. Man darf also weiter gespannt sein, ob die kleine kanadische Insel ihr Geheimnis endlich preisgibt – oder ob am Ende alle Schatzsucher einem Luftschloss nachgejagt sind. Sollte letztlich tatsächlich kein Schatz zu finden sein, bleibt dennoch die Frage, wer sich einst die Mühe machte, unter Oak Island ein ausgeklügeltes Schachtsystem anzulegen – und vor allem: warum?

Hier geht es zum großen Kanada-Special auf TRAVELBOOK.

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