Forscher rätseln

San Franciscos Seelöwen spurlos verschwunden

Sie gehören zu San Francisco wie die Golden Gate Bridge, Alcatraz oder die Lombard Street: die Seelöwen vor dem Pier 39. Doch nun sind sie die Tiere alle verschwunden – und Wissenschaftler rätseln.

Von Vanessa Günther

Wer regelmäßig das Pier 39 in San Francisco besucht, wundert sich seit vergangener Woche vor allem über eins: die Stille. Sonst brüllen hier immer die Seelöwen, die zu den Top-Sehenswürdigkeiten gehören. Doch seit Freitag sind die Tiere weg. Zurückgelassen haben sie verschmutzte Holzdocks – und enttäuschte Touristen, die auf ein Foto gehofft hatten.

Erstmals waren die Seelöwen 1989 nach einem Erdbeben am Hafenpier aufgetaucht. Grund: Dort fühlten sie sich sicherer. Sie blieben und vermehrten sich. Zwischenzeitlich waren es bis zu 1700 Tiere, zuletzt waren es rund 600. Die Bucht ist ein Paradies für die Seelöwen: Neben reichlich Nahrung finden sie hier Schutz vor Wetter, Strömungen und natürlichen Feinden wie etwa Haien. Über die Jahre  entwickelten sich die Meeressäuger zu einer echten Attraktion, die die Touristen zum Pier zieht. Die vielen glotzenden Menschen störten die lebenslustigen Tiere bislang nicht, schließlich bedeutete der Besucheransturm gleichzeitig auch Futter.

Dass im Sommer meist weniger Tiere auf dem Pier tummeln, ist nicht ungewöhnlich. Schließlich wandern die Seelöwenweibchen um diese Zeit fast 600 Kilometer zur südlichen Küste Kaliforniens, um dort ihren Nachwuchs großzuziehen. Die Männchen jedoch halten währenddessen die Stellung und warten auf die Heimkehr ihrer Partner. Dass jetzt alle Tiere verschwunden sind, ist ungewöhnlich. So ungewöhnlich, dass die Nachricht jetzt um die Welt geht.

„Das ist wirklich mysteriös“, wundert sich laut „Welt.de“ etwa Shawn Johnson vom „Marine Mammal Center“, eine Einrichtung in Sausalito, die sich um kranke Meeressäuger kümmert. „Seltsam“ findet auch die Biologin Monica DeAngelis von der National Oceanic and Atmospheric Administration das Verschwinden. Schließlich bleiben sonst immer genügend Tiere zurück.

Die Chance, dass die Seelöwen aber bald wieder am Pier zu sehen sein werden, stehen gut. Denn schon einmal kam es vor, dass die Population mit einem Schlag verschwand: Das war Ende 2009. Es dauerte etwa drei Monate, dann kehrten die Tiere, offenbar vom Heimweh gepackt, wieder zurück. Eine Erklärung für das Verschwinden gibt es bis heute nicht, lediglich Vermutungen. So glauben einige Forscher, dass die Tiere damals auf der Suche nach Futter in den Norden gezogen seien.

Die Betreiber des Pier 39 jedenfalls sehen im jetzigen Verschwinden nichts Ungewöhnliches. Die Tiere würden jedes Jahr zu den Kanalinseln ziehen, „das ist total normal“, so ein Mitarbeiter auf Nachfrage von TRAVELBOOK. Einige Tiere seien sogar am Pier geblieben, meint er. Nur: Auf dem Foto sieht es ziemlich leer aus.

Keine Seelöwen am Pier 39

Foto: dpa

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Wussten Sie, dass...

... die schönste Art, San Francisco zu erkunden, immer noch eine Fahrt im Cable Car ist? Seit 1873 rattert die historische Straßenbahn mit 15 Stundenkilometer durch die  Innenstadt.


... am Pier 39 Tausende von Seelöwen kreuz und quer übereinander liegen? Die haben sich 1989 dort angesiedelt, keiner weiß warum. Sieht putzig aus, aber der Geruch!


... der Name der Stadt spanischen Ursprungs ist und San Francisco nach dem Heiligen Franziskus, Franz von Assisi, benannt wurde?


... es über 40 Hügel in der Stadt gibt?


... in den Muir Woods, 15 Kilometer nördlich der Stadt, die letzten Giganten des Küstenmammutbaums, der höchsten Baumart der Erde, stehen? Der Älteste soll 1100 Jahre alt sein. Er ist an die 80 Meter hoch.


... nur 20 Kilometer von San Francisco entfernt die nette Universitätsstadt Berkeley liegt, einst Wiege der Protestbewegung gegen den Vietnamkrieg? Schöne Boutiquen und Cafés. Lohnt einen Besuch!

Bloss nicht...

... im Hochsommer nach San Francisco fahren und sich über das Wetter ärgern. Denn dann hängen oft die berüchtigten Nebelschwaden über der Stadt und von der Golden Gate ist fast nichts zu sehen. Die Einheimischen raten zu Oktober/November, dann sei es immer sonnig (aber auch kühl).


... im Cable Car die Glocke läuten. Die ist nur fürs Personal. Wer aussteigen will, ruft „Next stop, please“.


... spontan Alcatraz besuchen wollen. Die legendäre Gefängnisinsel, Schauplatz spannender Hollywoodfilme und heute ein Museum, ist ein Lieblingsziel der Amerikaner. Wer die Karten nicht mindestens eine Woche im Voraus bestellt, hat keine Chance, kurz mal mit dem Boot zur Insel gefahren zu werden.


... knauserig beim Trinkgeld sein. In den USA sind 15 Prozent des Rechnungsbetrags Standard.


... das Auto abstellen, ohne den Gang einzulegen, ohne die Parkbremse zu ziehen und ohne die Räder so einzuschlagen, dass sie zum Kantstein weisen. Sonst gibt es Strafzettel von der Polizei.

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