Von Alaska nach Argentinien

Paar lässt alles hinter sich, um mit Schulbus durch Amerika zu fahren

Einmal durch ganz Amerika fahren, und zwar vom Norden in Alaska ganz in den Süden nach Argentinien: Felix Starck und seine Freundin Selima Taibi wollen sich diesen Traum erfüllen und haben sich gemeinsam mit ihrem Hund Rudi auf den Weg gemacht- Nicht irgendwie, sondern in einem umgebauten Schulbus. Doch ob ihr Plan aufgeht, und wo letztendlich ihr Ziel sein wird, wissen die beiden auch nach sechs Monaten ihres Trips nicht. Eine Geschichte über Träume, Spontaneität und die Liebe zum Reisen.

Eine erfolglose Wohnungssuche in Berlin brachte Felix Starck und seine Freundin Selima Taibi auf eine Idee: Warum eigentlich in Deutschland bleiben? Warum nicht endlich ein Abenteuer wagen, auf das sie schon „immer Bock“ hatten, wie sie selber sagen: von Alaska nach Argentinien reisen, einmal entlang der Panamericana quer durch Amerika, sozusagen von oben nach unten – und das alles in einem alten, umgebauten Schulbus.

Mit Reisen kennt sich Felix aus. Sein letztes Abenteuer führte ihn zwischen 2013 und 2014 einmal um die Welt. Nicht irgendwie, sondern auf dem Fahrrad. In zwölf Monaten legte er dabei 18.000 Kilometer zurück und bereiste 22 Länder (TRAVELBOOK berichtete). Eine selbstgefilmte Doku mit dem Titel „Pedal the World“ war sogar in einigen Programmkinos zu sehen.

Es war also nur eine Frage der Zeit, bis er sich wieder auf den Weg machen würde. Von langer Hand geplant war der jetzige Amerika-Trip dennoch nicht. Von der Idee bis zum Abflug vergingen gerade einmal zwei Wochen. In dieser kurzen Zeit lösten Felix und Selima ihre Wohnung in Berlin auf und verkauften viel von ihrem Besitz, um die Reise zu finanzieren.

Seit Februar dieses Jahres sind die beiden nun schon unterwegs, derzeit noch in Kanada, rund 1000 Kilometer östlich vor der Grenze zu Alaska. Sie befinden sich auf dem Weg von North Carolina, wo sie den Bus kauften und in Schuss brachten, ganz in den Norden, wo das eigentliche Abenteuer starten soll. Doch das hatte zuvor längst begonnen, spätestens am 4. Februar, als sie in Hot Springs den Bus übernahmen. Dabei immer an ihrer Seite: Rudi, der Berner Sennenhund. Auf Facebook, Youtube und ihrem Blog begleiten sie das Projekt. Titel: „Expedition Happiness“.

Hund Rudi genießt die Fahrt

Foto: Felix Starck, expedition-happiness.com

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Beim Bus-Umbau ging alles schief

Gekauft haben Selima und Felix den Bus von Deutschland aus, umgebaut haben sie ihn aber erst vor Ort – und dabei „ging einfach alles schief“, so Felix zu TRAVELBOOK. „Ich hatte zuvor noch nie eine Steckdose angeschlossen oder einen Bus verkabelt.“ Selima war es dann, die den Handwerker-Part übernahm, Felix dokumentierte den Umbau mit der Kamera und assistierte ihr.

So sah der Bus während des Umbaus aus

Foto: Felix Starck, expedition-happiness.com

Im Nachhinein bezeichnen sie den Kauf übers Internet als „nicht die klügste Idee“: Der Bus war rostiger als auf den Bildern erkennbar, und auch bei der Höhe des Innenraums hatten sie sich verschätzt: „Man muss sich zwar nicht bücken, aber strecken darf man sich auch nicht“, so Felix, der den 13 Meter langen Bus auch fährt – Selima, die Sängerin ist, und unter dem Künstlernamen Mogli bereits ein Album veröffentlicht hat, übernimmt die musikalische Unterhaltung von der Couch aus.

Sitze, Bodenbelag und Nägel: Das alle musste erst mal raus aus dem Bus

Foto: Felix Starck, expedition-happiness.com

So cool sieht der Bus heute aus

Knapp drei Monate hat es gedauert, um den rostigen Schulbus in ein Gefährt zu verwandeln, das nicht nur außergewöhnlich cool aussieht, sondern auch mit jedem Detail ausgestattet ist, das eine Reise wie diese möglichst komfortabel macht: von einer kleinen Sitzecke samt Stühlen, Tisch und einem Sofa über eine Küche, eine Mini-Toilette bis hin zu einem gemütlichen Bett im hinteren Teil des Wagens ist alles dabei. Ein selbstgemachtes Wohnmobil sozusagen.

So cool sieht der Bus heute von innen aus

Foto: Felix Starck, expedition-happiness.com

In einem Video führt Felix durch jede Ecke des Busses:

Apropos Bett: Wo schläft man, wenn man mitten in der Wildnis unterwegs ist? „Meistens pennen wir irgendwo im Nirgendwo“, so Felix. Alternativ auch auf einem Campingplatz, um Wasser und Strom aufzufüllen.

Auch ein gemütliches Bett darf im Bus nicht fehlen

Foto: Felix Starck, expedition-happiness.com

Das genaue Ziel ist noch unbekannt

Ob sie die komplette Strecke entlang der Panamericana, welche von Alaska bis Feuerland fast den ganzen amerikanischen Kontinent miteinander verbindet, wirklich hinter sich bringen, wissen die beiden zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie Felix TRAVELBOOK verrät. „Es gibt keinen Plan!“, erklärt Felix. Und selbst wenn sie gerne bis nach Argentinien kommen würden, man muss auch mit dem Unvorhergesehen rechnen. „Die Distanzen sind enorm, und bei so einem alten Bus kann immer etwas schief gehen. Eigentlich kann sogar immer alles schief gehen“, sagt der Globetrotter. Und normalerweise würden die Busse nach 100.000 Kilometern auf dem Schrottplatz landen – ihn zu einem Wohnmobil umzubauen, „gilt als eher verpönt“.

Einmal in Alaska angekommen, wollen Selima, Felix und Rudi über Kanada zurück in die USA, um dann weiter nach Mexiko zu fahren – „ab dann beginnt das echte Abenteuer, wir sprechen beide kein Wort Spanisch“, sagt Felix. Eine weitere Herausforderung wird die Verschiffung von Panama nach Kolumbien sein. Doch Felix zeigt sich optimistisch, und sagt: „Wird schon schief gehen.“

Die buseigene Mini-Toilette

Foto: Felix Starck, expedition-happiness.com

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Begegnung mit einem Bären

Eines der Highlights ihrer Reise, an deren Ende erneut eine Doku entstehen soll, hatten Selima, Felix und Rudi bereits: Beim Abendessen sahen sie vom Bus aus einen Grizzlybär. „Wir haben beide schon sehr viel von der Welt gesehen, aber wenn plötzlich ein ausgewachsener Grizzly drei Meter neben deinem Bus frisst, ist das ein magischer Moment“, schwärmt Felix. Und fügt hinzu: „Das war das schönste Abendessen meines Lebens!“

Diesem Bär begegneten Selima, Felix und Rudi in Kanada

Foto: Felix Starck, expedition-happiness.com

Wer das Abenteuer von Selima, Felix und Rudi verfolgen will, kann das auf der Homepage expedition-happiness.com tun, oder auch auf ihrem Facebook- oder Youtube-Account.

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