Lost Places von Deutschland bis China

Die 11 schaurig-schönsten verlassenen Orte der Welt

Verlassene Orte haben oft etwas Düsteres, Geheimnisvolles, klebt hier doch die Geschichte von zum Teil Jahrzehnten an den Wänden. Immer mehr Fotografen, sogenannte Urban Explorer, erkunden diese sogenannten Lost Places. Was sie von dort mitbringen, sind beeindruckende Aufnahmen und schaurige Geschichten. Eine Auswahl der 11 schönsten vergessenen Orte.

1. Verlassenes Kasino in Rumänien

Schon von Weitem sieht man es auf dem Bulevardul Regina Elisabeta, das Cazinoul din Constanța – das Kasino von Constanta in Rumänien. Das prunkvolle Haus am Schwarzen Meer wurde 1910 eröffnet und wurde schon bald zu einem Wahrzeichen des Landes. Vermögende Familien aus ganz Europa, zum Teil auch mit royalem Hintergrund, spielten hier um Geld, amüsierten sich, tanzten und feierten. Während des Zweiten Weltkrieges diente das Kasino zeitweise als Krankenhaus, während des Sozialismus war das einstige Kasino gar ein Restaurant.

Das Kasino in Rumäniens Hafenstadt Constanța

Foto: Romain Veillon

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Aufgrund wirtschaftlicher Probleme musste das Jugendstil-Haus 1990 schließen. Seit 26 Jahren steht es nunmehr leer. Im Februar 2015 fotografierte der Franzose Romain Veillon das Kasino. Zu TRAVELBOOK sagte er damals: „Wenn man weiß, dass es eines der berühmtesten Kasinos Europas war, fühlt man sich privilegiert, genau dort sein zu können und seine einstige Schönheit mit eigenen Augen zu sehen.“ Was ihn am meisten beeindruckt hat, waren der Ballsaal und die Treppe. Mit seinen Fotos hofft er nun, das Vorhaben der Stadt zu unterstützen und viele Menschen auf den Verfall aufmerksam zu machen.

Wer mehr über das Kasino in Constanta erfahren will, bitte hier klicken.

Der Stuck bröckelt, die Tapeten und Wandverzierungen sind beschädigt

Foto: Romain Veillon

2. Menschenleeres Dorf in Kanada

Die Räume in Kanadas Geisterstadt Kitsault wirken, als wäre die Zeit in ihnen stehen geblieben. Zwar ist das Dorf, 1300 Kilometer nördlich von Vancouver, direkt an der Grenze zu Alaska, schon seit 1982 verlassen, die gesamte Infrastruktur im Dorf ist aber noch vorhanden, ebenso sind die Gebäude und ihre Räumlichkeiten so eingerichtet, als lebten noch Menschen darin.

In Kitsault ist der Rasen vor den Wohnhäusern frisch gemäht

Foto: Chad Graham

Das Dorf war ursprünglich als attraktiver Wohnort für Minenarbeiter gedacht. Doch kaum war die Stadt fertig, sank der Preis für Molybdän, das Metall das dort abgebaut wurde, und die Mine wurde geschlossen. Was blieb, war eine Geisterstadt, die vor einigen Jahren renoviert und erneuert wurde und bis heute bewacht und gepflegt wird. Der Fotograf Chad Graham ist einer der wenigen Menschen, die Kitsault in den vergangenen Jahrzehnten betreten durften. Gegen eine Gebühr von 20 kanadischen Dollar und in Begleitung des Wärters durfte er die Stadt 2010 fotografisch erkunden. „Es war sehr aufregend“, sagte er TRAVELBOOK, „außer uns war keine Menschenseele da.“

Wer mehr über Kitsault in Kanada erfahren will, bitte hier klicken.

Bücher gibt es reichlich in der Bibliothek von Kitsault – nur die Leser fehlen

Foto: Chad Graham

3. Vergessene Raumfähren in Kasachstan

Was der Fotograf Ralph Mirebs in der kargen Landschaft Kasachstans in einem verlassenen Hangar fand, kann man ohne Übertreibung als spektakulär bezeichnen: zwei Raumfähren, die sich ganz offensichtlich seit Jahrzehnten in einer Art Dornröschenschlaf befanden.

Rund 6700 Quadratkilometer groß ist das Kosmodrom von Baikonur, wo der Fotograf Ralph Mirebs diesen Hangar fand

Foto: Ralph Mirebs

Das riesige Gelände des Kosmodroms im kasachischen Baikonur, auf dem der Fotograf den Fund machte, ist etwa zweieinhalb mal so groß wie das Saarland – bei den Raumfähren handelt es sich um Relikte des sowjetischen Raumfahrtprogramms „Buran“ (Schneesturm), das die Kommunisten 1974 als Reaktion auf das Space Shuttle der NASA ins Leben gerufen hatten. Hier in der Steppe hatten die Sowjets fast 20 Jahre lang versucht, ein dem US-amerikanischen Modell ähnliches Shuttle zu entwickeln. Doch zu mehr als einem unbemannten Raumflug um die Erde am 15. November 1988 kam es nicht.

In dem Gebäude befinden sich zwei Prototypen von Raumfähren (auf dem Foto vorne und im Hintergrund), die im Rahmen des Buran-Weltraumprogramms (1974 bis 1993) entstanden sind

Foto: Ralph Mirebs

Mirebs glaubt, so erzählte er es TRAVELBOOK, dass der Hangar  im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion und dem Ende des Weltraumprogramms geschlossen worden sei. Die Besitzverhältnisse seien zwischenzeitlich recht komplex gewesen, weswegen die Raumfähren damals womöglich nicht verschrottet worden seien.

Wer mehr über den Hangar in Kasachstan erfahren will, bitte hier klicken.

4. Spuk-Hotel im Schwarzwald

In den 1930er-Jahren gingen im Schlosshotel Waldlust in Freudenstadt im Schwarzwald Könige und die Weltprominenz ein und aus. Darunter auch Stars wie die weltbekannten Stummfilm-Schauspieler Douglas Fairbanks und Mary Pickford.

Seit 2005 steht das einstige „Schlosshotel Waldlust“ in Freudenstadt leer. Spuken soll es hier schon seit Jahrzehnten.

Foto: Sira Huwiler

Seine fulminante Blütezeit hatte das Hotel im Familienbetrieb unter Adele B., genannt „Adi“. Sie war die gute Seele des Hauses, lockte mit Tanzveranstaltungen und Kongressen die illustre Gesellschaft. 1949 soll Adi im Hotel gewaltsam zu Tode gekommen sein. Seither treibe sie hier ihr Unwesen, heißt es.

Mit dem Zweiten Weltkrieg und Adis Tod war dann auf einen Schlag alles vorbei. Das Haus wurde zu einem Lazarett umfunktioniert. Viele Menschen verloren damals hinter den prunkvollen Mauern des Schlosshotels ihr Leben. Das Waldlust erlangte nie wieder den Weltruhm, den es einst hatte. Heute ist das einstige Nobel-Hotel verlassen – und verflucht, wie manche sagen.

Wer mehr über das einstige Schloßhotel Waldlust erfahren will, bitte hier klicken.

Manche Räume sind noch erstaunlich gut erhalten

Foto: Sira Huwiler

5. Geisterdorf in Kroatien

Es liegt gerade einmal eine halbe Stunde vom schillernden Zentrum Hvars mit seinen Jachten, Restaurants, Ateliers und Schmuckläden entfernt und doch taucht man in Malo Grablje in eine völlig andere Welt. In dem kroatischen Geisterdorf lebten bis vor rund 50 Jahren noch 180 Menschen, bevor es alle wegen eines winzigen Wesens verließen. Die Reblaus, ein Schädling, wütete in den Weinfeldern Europas bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts und zerstörte ganze Landschaften.

Malo Grablje liegt auf der kroatischen Insel Hvar. Beim Anblick der Kirche St. Theodor glaubt man kaum, dass das Dorf verlassen ist.

Foto: Friederike Koenig

Als die Plage auch das Dorf Malo Grablje erreichte, die Weinreben und Lavendelfelder zerstörte und damit auch die Existenzen der Bewohner, mussten sie gehen. 23 Familien, 180 Menschen, zogen ins nahe gelegene Milna. Und obwohl sie nur zwei Kilometer, bestehend aus Schotterwegen und Berghängen, von ihrem alten Zuhause trennten, kehrten sie nie zurück, sondern bauten sich an der Küste ein neues Leben auf.

Wer mehr über Malo Grablje erfahren will, bitte hier klicken.

Neben intakten Häusern sieht man in dem Dorf auch überall Ruinen

Foto: Friederike Koenig

6. Verlassener Disney-Park in Florida

Es ist ein trauriges Schicksal, das „River Country“ ereilt hat: Am 20. Juni 1976 eröffnete in einer kleinen Stadt in Florida, Bay Lake, Disneys erster Wasserpark mit Pools, Rutschen, Schaukeln und weiteren Attraktionen für Familien. Der Park bekam das Wasser für die Attraktionen aus dem angrenzenden See – er war in die Natur eingebettet und von Wald umgeben. 2001 schloss der Vergnügungspark für immer seine Pforten.

Nur bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass sich unter den Pflanzen und Blumen eine Wasserrutsche versteckt. Fotos wie diese aus dem Inneren des River Country Wasserparks gelangen dem Fotografen Seph Lawless.

Foto: Seph Lawless

Gründe dafür gibt es viele, bestätigt ist davon keiner. Einer davon: ausbleibende Besucher. Ein anderer: ein Parasit in dem eigentlich gefilterten Wasser. Fakt ist, dass der Wasserpark River Country am 20. Januar 2005 bekanntgab, nicht wiedereröffnen zu wollen. Seitdem liegt er brach – und die Natur holt sich mit jedem Jahr mehr von dem Ort zurück.

Dem US-Fotografen Seph Lawless aus Cleveland (Ohio) sind Aufnahmen gelungen, die das traurige Schicksal des Wasserparks dokumentieren. Zu TRAVELBOOK sagte er im März 2016: „Ich war schockiert, und es hat mich traurig gemacht zu sehen, dass ein Unternehmen wie Disney die alten Teile des Parks nicht für einen anderen Zweck nutzt oder sie ordnungsgemäß abreißt.“

Wer mehr über River Country erfahren will, bitte hier klicken.

Das einst klare, gefilterte Seewasser gleicht heute einer moderigen Brühe

Foto: Seph Lawless

7. Horror-Insel in New York

Das Hell Gate („Höllentor“) ist eine Meerenge im East River zwischen der Bronx und Queens, in der dermaßen gefährliche Strömungen herrschen, dass hier Ende des 19. Jahrhunderts Hunderte Schiffe sanken. Auch heute noch gilt dieser Teil des East River als besonders schwierig zu befahren. Genau hier liegt die kleine Insel North Brother Island. Auf ihr stehen mehrere Gebäude, doch die sind längst überwuchert von Pflanzen.

Die 5,3 Hektar große Insel North Brother Island im East River mitten in New York hat eine düstere Vergangenheit

Foto: Google Maps

Ende des 19. Jahrhunderts war hier ein Quarantäne-Krankenhaus errichtet worden – die hygienischen Zustände damals müssen katastrophal gewesen sein, es mangelte an medizinischen Geräten und an Personal. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die Stadt North Brother Island zunächst für etwa sieben Jahre als Wohnprojekt für Kriegsveteranen, die in New York City studierten. Später sollen auf der isolierten Insel junge Drogenabhängige auf Entzug gesetzt worden sein. Angeblich wurden Heroinabhängige so lange in den Klinikräumen eingesperrt, bis sie „clean“ waren.

Im Jahr 1964 schloss die Klinik für immer ihre Pforten. Bis auf Weiteres bleibt North Brother Island also unbewohnt und für die Öffentlichkeit gesperrt.

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Die Natur ergreift mehr und mehr Besitz von den alten Gemäuern, die Böden sind von Moos bewachsen

Foto: 2E

8. Trostloser Freizeitpark in Japan

Normalerweise tobt in Freizeitparks das Leben, überall ist Kinderlachen zu hören, Jauchzen und Gekreische. Genau so muss es vor vielen Jahren auch im „Nara Dreamland“ im Süden Japans gewesen sein. Doch als die Besucher ausblieben, schloss der Vergnügungspark für immer seine Pforten. Heute überwuchern Pflanzen die Achterbahnen und Karussells.

Wo sich einst vermutlich Schlangen bildeten, ist heute kein Mensch mehr zu sehen: der Eingang zum Nara Dreamland

Foto: Romain Veillon

Dem französischen Fotografen Romain Veillon ist es gelungen, in beeindruckenden Bildern festzuhalten, was heute noch vom Park geblieben ist: verlassene Fahrgeschäfte, von Sträuchern und Bäumen überwuchert, und Bodenpflanzen, die sich ihren Weg durch die Attraktionen bahnen.

Was mit der Anlage passieren soll, ist laut Veillon ungewiss. Der Park soll erst 2015 von einem anderen Unternehmen aufgekauft worden sein, doch bis dato wurde er weder abgerissen noch wiedereröffnet. „Niemand kennt bislang die Pläne für die Zukunft“, sagt Veillon zu TRAVELBOOK. Bis dahin entscheidet wohl die Natur über das weitere Schicksal des Parks.

Wer mehr über Nara Dreamland erfahren will, bitte hier klicken.

Pflanzen schlängeln sich über den Boden und ranken sich um ein Fahrgeschäft aus überdimensional großen Tassen

Foto: Romain Veillon

9. Folter-Knast in Estland

Bis 2002 galt Patarei als das schrecklichste Militärgefängnis in ganz Estland. Es gibt nur Schätzungen, wie viele Menschen hier in mehr als 80 Jahren Gefängnis-Geschichte gefoltert und deportiert worden oder gar ums Leben gekommen sein sollen.

An der Küste Estlands in Tallin steht das ursprünglich als Festung erbaute Gefängnis Patarei

Foto: Getty Images

Seit 2007 gilt der Ort zwar offiziell als Kulturzentrum, aber eine Erkundung sorgt bei Besuchern noch immer für Gänsehaut: Manche der verrosteten Betten sind heute noch bezogen, in die Zellenwände sind Striche eingekerbt, anhand derer die Gefangenen sich damals Kalender machten.

Es gibt überdies nicht Wenige, die felsenfest behaupten, in Patarei würde es spuken, die Geister der verlorenen Seelen würden noch immer das Gebäude heimsuchen. Doch auch wenn solche Geschichten wohl eher ins Reich der Märchen gehören – eine unheimliche Aura hat dieser Ort dennoch.

Wer mehr über das Gefängnis in Estland erfahren will, bitte hier klicken.

Bis zu 5000 Gefangene waren hier zeitweise untergebracht. Als das Gefängnis 2002 geschlossen wurde, waren es noch 1200, die hier ihr Dasein fristeten. Inzwischen bröckelt überall der Putz.

Foto: Getty Images

10. Grünes Geisterdorf in China

Es ist der wohl schönste Geisterort der Welt: ein kleines Dorf auf der chinesischen Insel Shengshan, wo sich wilder Wein breitgemacht hat und Häuser unter sich versteckt. Und so sieht es aus wie die chinesische Interpretation des Grimmschen Märchens vom Dornröschen, nur, dass bei der Übersetzung offenbar aus den Rosen Weinreben wurde, und aus dem Schloss eine Fischerhütte.

Perfekt getarnt: die Häuser des verlassenen Fischerdorfes auf der Insel Shengshan

Foto: Getty Images

Denn einst lebten hier Fischer und ihre Familien, doch sie zogen auf das Festland, weil es aufgrund der kürzeren Transportwege zu den Händlern einfach besser ist, dort zu arbeiten, statt auf der abgelegenen Insel. Ihre Häuser ließen sie zurück. Doch leer blieben sie nicht: Die Natur hielt hier Einzug.

Wer mehr über das Dorf auf Shengshan erfahren will, bitte hier klicken.

Blick von oben auf das verlassene Fischerdorf

Foto: Getty Images

11. Schauriger Knast in Frankreich

Es ist ein schauriger Ort, den Romain Veillon im Norden Frankreichs fotografiert hat. Ein Gefängnis, in dem bis vor wenigen Jahren noch rund 370 Menschen inhaftiert waren. 2011 öffneten sich die Türen der Zellen. Nicht aber, weil alle Gefängnisinsassen in die Freiheit entlassen wurden, sondern weil das Gebäude baufällig war und geschlossen werden musste. Die Insassen wurden zum Teil auf andere Gefängnisse verteilt. Heute ist das Gebäude verlassen.

In diesem Gefängnis in Frankreich saßen einmal rund 370 Inhaftierte ihre Strafen ab. Seit 2011 ist es geschlossen und steht leer.

Foto: Romain Veillon

Dinge, die Rückschlüsse auf die Persönlichkeiten der damals Inhaftierten geben können, sind bis heute in der ehemaligen Haftanstalt zu sehen: So hängt zum Beispiel in einer Zelle ein großformatiges Poster an der Wand, auf dem ein weißer Strand, das türkisfarbene Meer und unzählige Palmen zu sehen sind.

Wer mehr über das Gefängnis in Frankreich erfahren will, bitte hier klicken.

Ein Poster von einem paradiesischem Strand hängt noch an der Wand

Foto: Romain Veillon

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