Trauminsel in Ostafrika

6 gute Gründe für einen Urlaub auf Sansibar

Es gibt Orte auf der Welt, deren Name allein uns schon träumen lässt: von Urlaub, paradiesischen Stränden, exotischen Gewürzen. Sansibar ist ein solcher Ort, obwohl ihn einige mit dem gleichnamigen Restaurant auf Sylt verwechseln. Hier ist explizit das Original gemeint: die Trauminsel in Ostafrika. TRAVELBOOK hat sechs gute Gründe, warum man einmal auf Sansibar gewesen sein muss.

Eigentlich ist es ziemlich unfair, dass Sansibar hierzulande vor allem mit einer deutschen, wenngleich sehr schönen Insel in Verbindung gebracht wird: Sylt. Dort nämlich eröffnete 1978 am gleichnamigen Küstenabschnitt – übrigens ein FKK-Strand – ein kleiner Kiosk, der bald zu einem Restaurant und letztlich Kult wurde. Und so bekommt, wer bei Google Sansibar eintippt, als Wortkombination denn auch „Sylt“ vorgeschlagen – und: „Schuhe“, was dem immer weiter wachsenden Imperium der Restaurantbetreiber geschuldet ist, die nun offenbar auch Treter verkaufen.

Und das 7400 Kilometer Luftlinie von Sylt entfernte Original-Sansibar, der Sehnsuchtsort mit dem so klangvollen Namen vor der Küste Ostafrikas?

Mehr als zehn Jahren ist es her, da war Sansibar plötzlich wieder im Bewusstsein von Mainstream-Deutschland. Comedian Oliver Pocher hatte es irgendwie geschafft, Teamchef der dortigen Fußballnationalmannschaft zu werden. Denn obwohl die Insel offiziell zu Tansania gehört, hat sie einen halbautonomen Status – und eben auch eine eigene Fußballauswahl, die zwar nicht sonderlich erfolgreich ist, aber wichtig für die Identität der Sansibarer. Am Strand, in den engen Gassen der Insel-Hauptstadt Stone Town: Überall sieht man die Männer stolz das Nationaltrikot tragen. Fragt man sie nach Oliver Pocher, zucken sie unwissend mit den Schultern und geben sich bescheiden. „Unsere Mannschaft ist nicht so gut“, sagen sie – und lächeln.

Man freut sich über die Besucher, scheint es. Zuletzt war befürchtet worden, dass es immer weniger werden würden. Denn das muslimisch geprägte Sansibar, das sich einst dafür rühmte, ein Ort zu sein, wo Religionen friedlich miteinander leben, war in den vergangenen Jahren wegen Übergriffen auf christliche Würdenträger und Einrichtungen in den Schlagzeilen gewesen. Dahinter steckt eine radikale Gruppe Islamisten, welche die Abspaltung vom Festland fordert.

Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen Sansibars; viele Jobs hängen mehr oder weniger direkt davon ab. Entsprechend groß war bei vielen auf der Insel die Freude, als Anfang Juli Qatar Airways seinen Erstflug von Doha nach Sansibar bestritt und die Route offiziell ins Streckennetz aufnahm. Man hofft darauf, dass sich durch die direkte Verbindung ins reiche Katar auch wirtschaftlich etwas für das Archipel tut.

Und natürlich möchte man mehr Urlauber auf Unguja und Pempa, den beiden größeren Inseln, die zusammen Sansibar ergeben und gemeinsam in etwa der Fläche des Saarlands entsprechen: rund 2500 Quadratkilometer. Die Mehrheit, circa 900.000 Einwohner, lebt auf Unguja, die meist mit Sansibar gleichgesetzt wird.

Oft sind es Backpacker oder Safari-Urlauber, die vom afrikanischen Festland hierher kommen, um noch ein paar Tage am Strand zu entspannen, bevor es zurück in die Heimat geht, mittlerweile zieht es viele auch direkt auf die Insel, aus Europa sind es vor allem Italiener, Franzosen, Deutsche und Briten.

Sansibar lohnt sich tatsächlich für viel mehr als nur einen Zwischenstopp. Sechs gute Gründe, warum man unbedingt einmal Urlaub auf der Insel machen sollte.

1. Die paradiesischen Strände

Zwei der laut Tripadvisor 25 schönsten Strände Afrikas findet man hier: Nakupenda, nicht weit von Sansibar-Stadt im Westen der Insel entfernt, und Paje im Osten, ein Hotspot für Kitesurfer.

Viele Küstenabschnitte sind touristisch noch kaum erschlossen, zuweilen spaziert man kilometerweit und trifft lediglich auf Muscheln suchende Kinder und Frauen, die Kokosnüsse im Sand vergraben oder nach drei Monaten wieder ausbuddeln, wenn sie durch das Meerwasser so weich geworden sind, dass ihre Fasern genutzt werden können. Fischer segeln in ihren Dhows (traditionelle Boote) über das Wasser.

Strand-Alltag auf Sansibar: mit dem Fahrrad über den Strand, mit dem Dhow auf Fischfang

Foto: Getty Images

In Bwejuu, etwas nördlich von Paje, sieht man Männer auf der Suche nach Oktopussen bei Ebbe Hunderte Meter ins flache Meer hineinlaufen, bis zum vorgelagerten Riff.

Ein Fischer in Bwejuu hat einen Oktopus gefangen – oder war's umgekehrt?

Foto: Getty Images

Nur ein paar Resorts gibt es hier, meist im traditionellen Stil gebaut, aber durchaus luxuriös. Vor allem wohlhabendere Touristen kommen hierher, wo sich an manchen Nächten eine einzigartige Kulisse bietet. „Wir haben hier zwar keinen Sonnenuntergang, dafür können wir den Mond aufgehen sehen“, erzählt Jaume Vilardell i Margarit, der als Group General Manager für die drei direkt nebeneinander liegenden Resorts Breezes, The Palms und Baraza verantwortlich ist. Wie einen riesiger Ball sieht man ihn am Horizont aufsteigen und das Meer erleuchten.

Die Alternative zum Sonnenuntergang: ein Mondaufgang

Foto: Getty Images

Die am besten bewerteten Hotels in Bwejuu

2. Das Unesco-WeltKulturerbe Stone Town

Stone Town ist, wie es klingt: nicht aufpoliert, voller Kontraste. Seit 2000 gehört die Altstadt von Sansibar-Stadt, deren Häuser größtenteils aus Korallenstein sind, zum Unesco-Weltkulturerbe. Doch wer hier aufwendig restaurierte Häuser und Straßen erwartet, wird enttäuscht sein. Für solche Maßnahmen fehlt meist das Geld, und wenn, dann sind es häufig private Investoren, die vereinzelt historische Gebäude restaurieren, wie etwa das Beispiel der Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten Residenz „Mambo Msiige“ zeigt, in der Anfang 2015 das Hotel Park Hyatt eröffnete. Ansonsten ist Stone Town noch ursprünglich.

Tagsüber verirrt man sich schnell in den schmalen Gassen, links und rechts reihen sich Läden aneinander, in denen afrikanisches Handwerk, Gewürze und bunte Tücher (Kangas für Frauen, Kikoys für Männer) verkauft werden. Irgendwann landet man fast zwangsläufig auf dem Darajani-Markt, wo Obst und Gemüse sowie frischer Fisch und Fleisch verkauft wird. „Für manche Touristen kann der Anblick und der Geruch gewöhnungsbedürftig sein“, erklärt Reiseführer Rashid.

Es gibt in Stone Town einige Sehenswürdigkeiten, darunter das House of Wonders, ein Ende des 19. Jahrhunderts gebauter Sultanspalast. „Es war das erste Gebäude Sansibars, das Strom und fließendes Wasser hatte“, erzählt Rashid, weshalb es als Haus der Wunder gegolten habe.

Über dieses Gebäude staunten die Sansibarer: das House of Wonders

Foto: Getty Images

In unmittelbarer Nähe zum House of Wonders befindet sich die Old Fort, die alte Festung. Sie wurde zwischen 1698 und 1701 errichtet, direkt nachdem die Portugiesen verschwanden, die 200 Jahre lang hier geherrscht hatten.

Einer der Top-Sehenswürdigkeiten in Stone Town: die alte Festung (Old Fort)

Foto: Getty Images

Heute wird der Platz innerhalb der Festung für Konzerte genutzt und zum Verkauf von Souvenirs. Auch das Touristenbüro hat es sich hier eingerichtet.

Nachts ist die Altstadt verhältnismäßig dunkel, es gibt nur wenige Bars, was daran liegt, dass mehr als 90 Prozent der Bevölkerung muslimischen Glaubens sind und Alkohol – wenn überhaupt – meist nur hinter verschlossenen Türen konsumiert wird. Für Touristen gibt es diesbezüglich zwar keine Einschränkungen, doch zum Feiern ziehen die meisten dann doch die Bars der Hotels vor, wo sich ohnehin das Nachtleben abspielt. Entsprechend leer sind die Gassen; vereinzelt sieht man Sansibarer, die vor den Häusern sitzen, plaudern und Bao spielen: ein afrikanisches Brettspiel.

Etwas belebter geht es abends auf dem Forodhani-Food-Markt am Wasser zu. Es duftet nach gegrilltem Fisch, Gewürzen und Meerwasser. Auch die Einheimischen kommen gern, um die berühmte Sansibar-Pizza – eine Art Calzone – zu essen.

Lokale Spezialitäten auf dem Forodhani-Nachtmarkt in Stone Town

Foto: Getty Images

4. Das Essen – und die Gewürze!

Araber, Inder, Europäer: Sansibar hat in seiner auch durch das düstere Kapitel des  Sklavenhandels bewegten Geschichte viele Einflüsse erlebt, die sich heute im Essen widerspiegeln. Eintöpfe, Currys, Reisegerichte wie Pilau und Fisch in allen denkbaren Varianten – veredelt mit den Gewürzen, die auf der Insel so zahlreich zu finden sind. Kardamom wird fast immer den Gerichten – übrigens auch dem Kaffee – beigemengt, mitunter auch Nelken oder Zimt. Doch das Gewürz drängt sich nie in den Vordergrund und verleiht dem Geschmack immer die richtige Note.

Ohnehin sollte man auf Sansibar unbedingt eine der Farmen besuchen, wo Muskat, Pfeffer, Nelken, Kardamom, Zimt, Ingwer, Vanille und vieles mehr angebaut wird, die im Laufe der Jahrhunderte zum Teil von Händlern hergebracht wurden und hier so gut gedeihen. Die Gewürze werden noch heute in die Welt exportiert und von den Sansibarern als Naturmedizin verwendet: Zimtwurzeln gegen Atemwegsbeschwerden, Nelken bei Zahnschmerzen oder Zahnfleischbluten, Kardamom zur Beruhigung, Muskat als Aphrodisiakum.

Zimt, Nelken, Chili, Kardamom: Sansibar ist berühmt für seine Gewürze

Foto: Getty Images

4. Sansibars Superstar: „Butterfly“

Man trinkt ihr Wasser, verwendet das Fruchtfleisch und die Milch fürs Essen, nutzt die Fasern zur Herstellung von Seilen und Dämmung – die Kokosnuss ist aus dem Alltag der Sansibarer kaum wegzudenken. Das Ernten ist durchaus gefährlich: sowohl für denjenigen, der die bis zu 30 Meter hohen Palmen hochklettert als auch für diejenigen, die unten vorbeigehen und, wenn sie Pech haben, die rund 2 Kilo schwere Nuss auf den Kopf bekommen. Auf Sansibar singen die Männer deshalb bei der Kokosnussernte. So hören Passanten schon von Weitem, wo Gefahr droht. „Butterfly“ hat es mit seiner Stimme zum Superstar Sansibars geschafft. „Jeder  kennt ihn auf der Insel“, sagen die Arbeiter auf der Spice Farm, wo Butterfly die Kokospalmen besteigt, und Urlauber lieben seine akrobatische Show, bei der der Kokosnusspflücker, mittlerweile fast 50, den kenianischen Hit „Jambo Bwana“ in den Dschungel trällert.

5. Sansibar hat Die wohl coolste Bar der Welt

Wer von Bwejuu weiter in Richtung Norden geht, kommt nach etwa fünf Kilometern an ein Restaurant – oder Bar, je nach Uhrzeit –, das viele bereits von Facebook oder woanders her kennen: The Rock. Auf einem Felsen mitten im Meer ist es gebaut, bei Flut bringt ein Boot die Gäste rüber. Mehrere improvisierte, wasserdichte Kabel sorgen für Wifi, Strom und Wasser.  Drinnen ist es recht spartanisch eingerichtet, doch allein das Gefühl, beim Essen und Trinken auf einem kleinen Eiland aus Stein zu sitzen, ist unbezahlbar.

Das wohl coolste Restaurant der Welt: The Rock am Strand von Michamvi Pingwe im Osten

Foto: Getty Images

6. Sansibar als Alternative zu den Malediven & Seychellen

In den vergangenen Jahren haben auf Sansibar zahlreiche neue Resorts und Hotels eröffnet. Immer mehr Urlauber, vor allem Paare, entdecken die Insel als Alternative zu den Malediven und Seychellen, die vielen zu einseitig sind. Auf Sansibar gibt es im Vergleich zu den beiden anderen Urlaubsparadiesen im Indischen Ozean ein viel ausgeprägteres Eigenleben. Der Alltag dreht sich hier nicht nur um den Tourismus, was natürlich auch bedeutet, dass Urlauber vielerorts noch mit einer wenig ausgebauten Infrastruktur rechnen müssen. Gleichzeitig macht dies den Charme aus: den eines nicht immer perfekten Paradieses, das noch Orte bietet, die entdeckt werden wollen.

Sicherheit auf Sansibar

Die Beziehungen zwischen den Religionsgruppen seien angespannt, schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Seite: „Reisenden wird empfohlen, Demonstrationen und Menschenansammlungen zu meiden. Es wird zu erhöhter Vorsicht und Wachsamkeit auf öffentlichen Plätzen sowie beim Besuch von touristischen Sehenswürdigkeiten und religiösen Stätten geraten.“

Anreise

Von Deutschland aus gibt es nur einen Direktflug nach Sansibar: einmal wöchentlich mit Condor ab Frankfurt/Main. Weitere Airlines, die die Route bedienen und auf dem Abeid Amani Karume International Airport fünf Kilometer von Sansibar-Stadt landen, sind unter anderen:

  • Alitalia (via Rom)
  • Arkefly (via Amsterdam)
  • Ethiopian Airlines (via Addis Abeba oder Dar es Salaam)
  • Jetairfly (via Brüssel)
  • Qatar Airways (via Doha)
  • Oman (via Maskat)

Die Reise wurde unterstützt von Qatar Airways. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit

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