Mittels Gesichterkennung

Lufthansa testet neue Technologie, um Boarding zu beschleunigen

Lufthansa Boarding
Die Lufthansa testet eine neue Technologie, mit der der Einsteigeprozess ins Flugzeug deutlich beschleunigt werden soll
Foto: dpa Picture Alliance

Die Lufthansa testet derzeit in den USA eine neue Technologie, mit der das Boardingverfahren deutlich beschleunigt werden soll.

Der Boardingpass könnte bei der Lufthansa künftig der Vergangenheit angehören – zumindest in den USA. Wie die deutsche Airline am Montag mitteilte, wird seit dieser Woche am Flughafen von Los Angeles ein neues Boardingverfahren mittels Gesichtserkennung getestet. „Dadurch soll der Einsteigeprozess vereinfacht und beschleunigt werden“, erklärt Lufthansa-Sprecherin Sandra Kraft auf Nachfrage von TRAVELBOOK.

Nutzung von Daten der US-Zollbehörde

Die Tests erfolgen in Zusammenarbeit mit der US-Zollbehörde US Costums and Border Protection (US CBP). „Hintergrund ist, dass die US-Zollbehörde für ihre Kontrollen ohnehin schon die biometrische Erfassung vornimmt“, sagt Kraft. Diese Daten würden nun für den Boardingprozess testweise genutzt.

Passagiere müssen bei dem neuen Verfahren nicht mehr die Bordkarte vorzeigen, sondern werden einer Gesichtserkennung unterzogen. Am Gate wird das Gesicht des Fluggastes mit einer Kamera gescannt und mit den Fotos abgeglichen, die in der Datenbank des CBP hinterlegt sind. Nach wenigen Sekunden kann der Passagier dann, sofern er erkannt wurde, ins Flugzeug einsteigen.

Nur 20 Minuten für 350 Passagiere

Am Flughafen von Los Angeles waren die ersten Tests der Lufthansa-Sprecherin zufolge erfolgreich.

Wenn die Testphase in L.A. weiterhin gut läuft, will die Lufthansa das Verfahren auch auf weitere US-Flughäfen ausweiten. Auch andere Airlines testen laut „CN Traveler“ bereits das Boarding via Gesichtserkennung, etwa Jetblue und Delta. Ob auch in Deutschland Passagiere irgendwann biometrisch erfasst werden, ist noch unklar. Immerhin werden einem Bericht des „Focus“ zufolge an einigen deutschen Airports wie Berlin oder Frankfurt bereits Gesichtsscanner bei der Passkontrolle eingesetzt. Für das sogenannte „EasyPass-System“ müssen sich Reisende jedoch vorab registrieren.