Achtmal heller als der echte

China plant künstlichen Mond

China
Der echte Mond (hier rechts im Bild) soll in der chinesischen Stadt Chengdu bald Konkurrenz von einem künstlichen bekommen
Foto: Getty Images

Es klingt wie ein Aprilscherz – doch China plant anscheinend tatsächlich, einen künstlichen Mond ins All zu schießen. Der Satellit soll achtmal heller strahlen als der echte Erdtrabant und in einer chinesischen Großstadt Beleuchtungsprobleme beheben.

Diese himmelsstrebenden Pläne verkündete jetzt Wu Chunfeng, Chef der Firma „Chengdu Aerospace Science and Technology Microelectronics System Research Institute“ in der chinesischen Zeitung „People’s Daily“. Die Tests dafür hätten bereits vor mehreren Jahren begonnen, und nun sei die entsprechende Technologie ausgereift.

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Mit seinem Licht, das heißt durch eine spezielle Beschichtung reflektierte Sonnenstrahlen, soll er einen Radius von 10 bis 80 Kilometern bescheinen können und so die Straßenbeleuchtung in der Provinzhauptstadt von Sichuan in diesen Bereichen ersetzen. Völlig unklar ist jedoch, wie sich der künstliche Mond und sein Licht auf das Verhalten der lokalen Tierwelt auswirken würde. Dem halten die Befürworter entgegen, das Licht des künstlichen Mondes sei vergleichbar mit dem der Abenddämmerung und werde deshalb auf Tiere keinerlei schädlichen Einfluss haben.

Auch Russland wollte einen künstlichen Mond

Laut „Wired“ halten Kritiker des Plans auch dagegen, der Satellit würde den ohnehin bereits knappen Platz in der Erdumlaufbahn weiter reduzieren. Demnach sei die aberwitzige Idee der Chinesen auch nicht der erste Versuch der Erschaffung eines künstlichen Mondes – so habe sich Russland bereits mit einem ähnlichen Projekt befasst, das aber wegen eines Unfalls eingestellt worden sei.

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Die Idee, mit künstlichem Licht eine Stadt aufzuheben wurde aber auf andere Weise bereits umgesetzt. Beispielsweise  in der norwegischen Stadt Rjukan: Da normalerweise im Herbst keinerlei Sonne mehr in das Tal fällt, in dem Rjukan liegt, reflektieren computergesteuerte Spiegel es seit 2013 so, dass eine Fläche von 100 Quadratmetern permanent beschienen ist.

 

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