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Studie

Geringer Flugverkehr während des Lockdowns hat Klima beeinflusst

Flugverkehr Klima
Viel Flugverkehr schadet dem Klima. Kondensstreifen von Flugzeugen können sich zu größeren Zirruswolken ausbreiten.Foto: Getty Images

Weniger Flugverkehr wirkt sich positiv auf das Klima aus. Forscher verzeichnen während des weltweit harten Lockdowns eine geringere Erderwärmung. Die Ergebnisse der Studie im Überblick.

Viel Flugverkehr schadet dem Klima, da dadurch die Erderwärmung angetrieben wird – und dies nicht nur durch die Treibhausgasemissionen, sondern auch durch zusätzliche Wolken. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universität Leipzig, des Imperial College London und des Institut Pierre-Simon Laplace in Paris. Sie haben untersucht, in welchem Ausmaß durch Flugzeuge verursachte Zirruswolken (Eiswolken in großer Höhe) während des weltweiten harten Lockdowns zwischen März und Mai 2020 entstanden und verglichen die Werte mit denen im gleichen Zeitraum vergangener Jahre, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität Leipzig.

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Neun Prozent weniger Zirruswolken während des Lockdowns

Die Forscher um Johannes Quaas, Professor für Theoretische Meteorologie an der Universität Leipzig, werteten demnach Satellitenaufnahmen zur Wolkenbildung auf der Nordhalbkugel im Zeitraum vom März bis Mai 2020 aus. Anschließend verglichen die Wissenschaftler diese mit Aufnahmen aus denselben Zeiträumen der Vorjahre. „Die Zeit des Lockdowns auf Grund der COVID-19-Pandemie bot eine einmalige Gelegenheit, Wolken in Flugverkehrskorridoren bei sehr unterschiedlich starkem Verkehrsaufkommen zu vergleichen. Die Auswertung der erhobenen Daten zeigt, dass während des weltweiten Lockdowns neun Prozent weniger Zirruswolken entstanden, die noch dazu zwei Prozent weniger dicht waren“, erläutert Quaas.

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Die Studie belege somit eindeutig, dass die durch Flugzeuge verursachten Kondensstreifen zu zusätzlichen Zirruswolken führten und einen Einfluss auf die Erderwärmung haben. „Um den erwärmenden Effekt auf das Klima zu lindern oder gar zu vermeiden, könnten Flugrouten in Zukunft so angepasst werden, dass eine Zirruswolkenbildung vermieden wird, beispielsweise durch eine Entzerrung der Flugkorridore”, so der Professor für Theoretische Meteorologie an der Universität Leipzig.