Nacktwanderwege in Deutschland

Hier lässt man FKK freien Lauf

Die Freikörperkultur (FKK) ist eine Lebenseinstellung, mit der sich viele Menschen vor allem im Nordosten Deutschlands identifizieren. Nach längst etablierten FKK-Stränden gibt es seit über drei Jahren auch offizielle Wanderwege, auf denen sich Nudisten alleine oder in nackter Gesellschaft als Teil der Natur fühlen können.

Nicola Otto Von Nicola Otto

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In Deutschland gibt es zwei offizielle Nacktwanderwege

Viele erkunden nur mit einem Rucksack bekleidet die Natur, bepackt mit Proviant und einem Handtuch – nicht nur für ein spontanes Bad im See, sondern auch, um sich bei Pausen hinsetzen zu können. Allerdings braucht man einen rückenfreundlichen Rucksack, der nicht scheuert. Ist man lange unterwegs, ist Kleidung selbstverständlich trotzdem unerlässlich für den Fall, dass man irgendwo einkehren muss.

Die Naturisten sehen im Nacktwandern buchstäblich den Weg, viele zusätzliche Eindrücke wie Wind, Sonnenstrahlen oder Regen intensiver zu erleben – mehr als Textilträger es je könnten. Wer diese Gefühle nicht alleine erleben möchte, kann sich zahlreichen Wanderguppen anschließen. Es gibt allerdings auch zwei offizielle Nacktwanderrouten.

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Der Harzer Naturistenstieg

Ein Wegweiserschild in Wippra unterhalb der Talsperre verweist auf den 18 Kilometer langen Wanderweg für FKK-Fans

Foto: dpa picture alliance

Der erste offizielle Nacktwanderweg wurde im Mai 2010 vom Gastwirt und Campingplatz-Betreiber Heinz Ludwig im Harz ins Leben gerufen. Der „Harzer Naturistenstieg“ befindet sich zwischen Wippra und Dankerode (Sachsen-Anhalt).

Wanderer auf dem Harzer Naturistenstieg

Foto: dpa picture alliance

Die Strecke ist 18 Kilometer lang und führt von Dankerode aus über die Leuschner Brücke durch das Wippertal zur Wippertalssperre und zurück. Damit es zu keinen peinlichen Situationen kommt, ist der Pfad gut ausgeschildert: „Willst Du keine Nackten sehen, willst Du hier nicht weitergehen!“ Die Wanderkarte ist für 2,95 Euro erhältlich. Diese sowie weitere Informationen bekommen Sie hier.

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Eine Gruppe von Nudisten auf dem Harzer Naturistenstieg

Foto: dpa picture alliance

Naturistenweg Undeloh

Weiter nördlich in der Lüneburger Heide, etwa 50 Kilometer südlich von Hamburg, befindet sich Deutschlands zweiter offiziell anerkannter Nacktwanderweg. Hier können sich seit 2012 FKK-Freunde über den etwa 10 Kilometer langen Naturistenweg Undeloh freuen. Start- und Endpunkt liegt bei einem Waldparkplatz südwestlich von Wesel in Richtung Wehlen, und auch ein Rastplatz befindet sich auf der Strecke.

Die ursprüngliche Länge von 16 Kilometern wurde allerdings gekürzt, da Wanderer im Adamskostüm die Wege verlassen hatten und quer durch das Naturschutzgebiet der Heide gelaufen sind. Der Startpunkt ist zwar mit einem Schild gekennzeichnet, dann ist der Weg allerdings aus Naturschutzgründen nicht weiter markiert. Ganzjährig kann der Weg genutzt werden – ob nackt oder angezogen, bleibt dem Wanderer selbst überlassen.

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In Brandenburg war ein dritter Nacktwanderweg geplant

Auch in Brandenburg war ein Nacktwanderweg geplant, und zwar südwestlich von Berlin im brandenburgischen Trebbin (Teltow-Fläming) geplant. Doch die Idee wurde mittlerweile auf Eis gelegt.

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Regeln für Nacktwanderwege

In Deutschland gibt es klare Regeln, damit ein Wanderweg zur FKK-Route werden darf: Die mit Schildern ausgewiesene Nacktwandererstrecke muss abseits der Straßen liegen und auch einen Rast- oder Parkplatz haben, auf dem sich die Wanderer aus- und anziehen können. Mögliche Grundstücksbesitzer, die Polzei und Forstverwaltung müssen zudem einwilligen. Wandert man also auf den ausgewiesenen offiziellen Wegen oder in einer genehmigten Gruppentour, steht dem nackten Vergnügen nichts im Wege.

Feste Schuhe und eine Karte gehören auch beim Nacktwandern zur Ausrüstung

Foto: dpa picture alliance

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FKK-Wanderwege in Europa

Anders als in Deutschland ist das Nacktwandern in vielen anderen europäischen Ländern illegal und kann mit einer Geldbuße bestraft werden, etwa in der Schweiz oder in Großbritannien. In Österreich ist Nacktwandern offiziell erlaubt – allerdings muss der Wanderer dafür Sorge tragen, dass „der öffentliche Anstand“ gewahrt bleibt, zum Beispiel indem er stark frequentierte Routen und Plätze meidet.

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