Gefängnishotels in Deutschland

Hier kann man Urlaub hinter Gittern machen

Wo früher Menschen ihre Haftstrafen absaßen, wird heute Urlaub gemacht: Gefängnishotels bieten ihre ganz eigene Art der Erholung. Und im Gegensatz zu den einstigen Bewohnern, haben die Gäste heute die Freiheit, jederzeit zu gehen. Auch die Zellen sind heute bei Weitem nicht mehr so beklemmend wie damals.

Urlaub hinter schwedischen Gardinen – was wie ein Scherz klingt, ist tatsächlich möglich. Wir zeigen sechs Gefängnishotels in Deutschland.

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Fronfeste, Amberg

Die Fronfeste ist ein Teil der historischen Amberger Stadtmauer - die Stadt in der Oberpfalz galt einst als „festeste Fürstenstad“, weil sie komplett von eben jener Mauer umgeben war. 

Wer im ehemaligen Gefängnis in Amberg übernachtet, für den geht es anders als für die damaligen Insassen rasch wieder nach Hause – jeder Gast bekommt einen Schlüssel zu seiner Zelle

Foto: Verena Wolff

Noch heute sind große Teile der Stadtmauer, die insgesamt 100 Türme hatte, erhalten – und aus dem früheren Gefängnis ist ein schickes Hotel geworden. Bis dahin war es ein langer Weg, wie Geschäftsführer Gerald Stelzer erzählt.„Früher wurden hier die Verbrecher in Gewahrsam genommen, auch gefoltert wurde in der Fronfeste.“ Die Zellen kann man heute selbst auf- und zusperren – mit dem eigenen Schlüssel. Zehn Quadratmeter ist eine Einzelzelle groß, schick eingerichtet und mit einem gläsernen Bad versehen. Zelle 12 allerdings ist nichts für schwache Nerven - hier sind das Waschbecken und die Toilette aus Stahl. 

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Der Zellentrakt in der Fronfeste Amberg sieht nicht gerade einladend aus - dennoch kehren hier regelmäßig Gäste zum Übernachten ein

Foto: Verena Wolff

Außerdem gibt es noch die Zimmer im ersten Stock - die sind nicht nur größer, sondern haben auch richtige Fenster. Dort gibt es Suiten und Themenzimmer, die mit entsprechendem Mobiliar ausgestattet sind. Die Direktoren-Suite ist die größte Räumlichkeit im Gebäude: zwei Zimmer, 33 Quadratmeter. 

Doch die Amberger Fronfeste ist nicht das einzige Hotel, das hinter den Mauern eines früheren Knasts untergebracht ist.

Fronveste, Meiningen

Im thüringischen Meiningen gibt es ein Hotel fast gleichen Namens, die „Fronveste“. Das Gefängnis wurde im Jahr 1845 gebaut, vor rund einem Jahrzehnt begann dann der Umbau zu einem Hotel. Die Wände der Zellen wurden durchgebrochen, damit größere Räume entstehen. Es gibt 39 Zimmer, alle modern eingerichtet. In der „Fronveste“ findet zum Beispiel ein Knastessen mit Sträflingsanzügen statt, bei dem die Gäste ihr „Menü“ mit sauren Gurken, Wasser und Brot begehen. 

Die Zahl auf dem Vorhang in der Zelle der Fronfeste Amberg sieht aus, als sei sie mit Blut aufgemalt. Das verstärkt noch einmal das beklemmende Gefühl beim Besuch des Gefängnishotels.

Foto: Verena Wolff

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Das andere Haus VIII, Berlin

Im Osten Berlins liegt „Das andere Haus VIII“ - heute ein Hotel mit fünf minimalistisch eingerichteten Zimmern. Vor fast 140 Jahren wurde der Bau als „Arresthaus für männliche Corrigenden“ errichtet, zu DDR-Zeiten war es die Krankenstation des Gefängnisses Rummelsburg. „Seehotel“ nannte man das Haus einst spöttisch, denn der gesamte Komplex liegt an der Rummelsburger Bucht mit Blick auf die Halbinsel Stralau. Zwischen 2005 und 2007 wurde das Haus renoviert, seither werden fünf frühere Zellen vermietet - heute allerdings ohne Gitter vor den Fenstern. 

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„Das Andere Haus VIII“ liegt im Berliner Stadtteil Lichtenberg. Das Hotel, das einmal ein Gefängnis war, liegt direkt an der Rummelsburger Bucht.

Foto: Andrea Warnecke

Gefängnishotel Petershagen

Auch im niedersächsischen Petershagen können Besucher in einem alten Gefängnis schlafen. Das Gebäude ist mehr als 100 Jahre alt, bis 1978 saßen hier noch Verbrecher ein. Die Zellentüren sind noch original, und die Einrichtung ist fast so wie früher. Frühstück bekommen die „Insassen“ in der Gaststätte „Zur freien Zelle“, die sich im Gebäude des Alten Amtsgerichtes befindet.

Gefängnishotel Hillesheim

In Hillesheim in der Vulkaneifel gibt es noch schwere, eisenbeschlagene Türen und wuchtige Mauern: Dort ist das Knasthotel im früheren „Königlich Preußischen Amtsgericht zu Trier in Hillesheim“ untergebracht, das im Jahr 1860 erbaut und 107 Jahre später zum Hotel „Zum Amtsrichter“ wurde. 

Schwer sind die Eisentüren im Hotel „Alcatraz“ in Kaiserslautern - in 36 ehemaligen Zellen können Gäste übernachten

Foto: Alcatraz Hotel

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Hotel Alcatraz, Kaiserslautern

In Kaiserslautern hat ein Hotel eine Anleihe beim Namen eines der berühmteste Gefängnisse der Welt genommen: Das Hotel „Alcatraz“ ist in der einst maroden Justizvollzugsanstalt neben dem Japanischen Garten entstanden. 57 Zimmer gibt es in dem Hotel, darunter 36 Zellen mit schweren Eisentüren, Gittern vor den Fenstern und Waschbecken und Toilette im Zelleneck - ohne Abtrennung.

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