Von Amrum bis Sylt

12 Nordseeinseln im Urlaubs-Check

Urlaub an der deutschen Nordseeküste? Nichts leichter als das. Am besten auf einer Insel. Die Auswahl ist groß: Sylt, Baltrum oder Borkum? Welche ist die richtige für wen? TRAVELBOOK führt Sie auf das richtige Eiland.


Suchen Sie auf einer Insel eher die absolute Ruhe oder steht Ihnen der Sinn nach Party? Mögen Sie es eher überschaubar oder weitläufig? Sind Sie eher der sportliche oder gemütliche Typ? Wie auch immer die Antworten ausfallen, eins ist klar: Es gibt ganz sicher die passende Nordsee-Insel für Ihren Urlaubstyp.

Die deutschen Nordsee-Inseln auf einem Blick:

Sylt

Ganz oben in Nordfriesland liegt Sylt. Sie ist mit fast 100 Quadratkilometern die größte Nordseeinsel. Man nennt sie auch die „Côte d’Azur Deutschlands“ und für viele ist sie der Sehnsuchtsort schlechthin, etwa für „Die Ärzte“, die vor vielen Jahren ins Mikro schluchzten: „Ich will zurück nach Westerland.“ Zurück nach Sylt, das wollen ja viele, wie die zahlreichen Insel-Sticker auf deutschen Karosserien zeigen – als würde das Auto mit dessen Hilfe den Weg schneller auf die Insel finden. Aber was ist so toll an Sylt, das doch vor allem eines ist: teuer. Und überdies – so sagen die Vorurteile – voller Schnösel? Auf diese Frage gibt es viele Antworten. „Die Ärzte“ zum Beispiel sagen so: „Es ist zwar etwas teurer, dafür ist man unter sich. Und ich weiß, jeder Zweite hier ist genauso blöd wie ich.“

Sylt ist prima für Golfer und Jogger, für Schriftsteller und Poeten, für Ärzte und Juristen, für Familien und Singles, für Wellnessjünger und Wellenreiter; für Gourmets und Frischluftfanatiker, für Autospotter und Vögelgucker; etc.

Sylt ist eher nichts für Menschen, die sich in der Gesellschaft wohlhabender Mitbürger unwohl fühlen.

Sonnenuntergang auf Sylt

Foto: getty images

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Amrum

Sie können sich nicht entscheiden, ob Sie zum Wanderurlaub ins Gebirge oder zum Strandurlaub an die Küste wollen? Dann auf nach Amrum. Denn hier kommt man nicht nur mit Flipflops, sondern auch mit Wanderschuhen weit. Die nordfriesische Insel südlich von Sylt gilt als waldreichste Nordseeinsel und Kniepsand auf der Westseite des Eilands als einer der größten Strände Europas. Apropos Wandern: Im 19. Jahrhundert wanderte mehr als ein Viertel der Amrumer Bevölkerung aus, weshalb heute mehr Amrum-Stämmige in den USA leben als auf Amrum.

Amrum ist prima für Wanderer und Strandurlauber; für Vogelgucker und Pflanzenbestimmer; für Ruhesucher und Heiratswillige; sowie für alle, die Seefahrergeschichten schätzen.

Amrum ist eher nichts für Partypeople.

Strand von Amrum

Foto: getty images

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Föhr

Man nennt sie die „Friesische Karibik“ oder auch „die grüne Insel“. Denn die Insel hat nicht nur kilometerlange weiße Sandstrände, sondern durch ihre Lage im Windschatten von Amrum und Sylt auch eine recht üppige Vegetation. Doch nicht nur Natur gibt es hier: 8.500 Events zählt der Veranstaltungskalender jährlich – und bedient damit wohl so gut wie jeden Geschmack. Wie Pellworm war übrigens auch Föhr einst Teil des Festlands – bis im 14. Jahrhundert die Trennung erfolgte.

Föhr ist prima für Wattwanderer und Robbengucker; für Sportler und Spazierer; für Karibik-Fans und Muschelsammler; sowie für Menschen, die es lieber nicht ganz so windig wünschen.

Föhr ist eher nichts für Leute, die sich an der Nordsee ordentlich durchpusten lassen wollen.

Strandkörbe auf Föhr

Foto: getty images

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Pellworm

Als im 11. Jahrhundert die Alte Kirche gebaut wurde, gehörte Pellworm noch zum Festland. Erst schwere Sturmfluten machten aus dem Landstrich eine Insel. Eine sehr besondere: Denn Sandstrände sucht man hier vergeblich. Die einzige Badestelle ist eine grüne Wiese im Süden der Insel. Eine Promenade gibt es nicht – und auch Touristen machen sich rar. Wer herkommt, lobt die absolute Ruhe, die man hier findet, oder glaubt, ein „Klein-Irland“ entdeckt zu haben: Schließlich besteht die Insel zu zwei Dritteln aus grünen Wiesen. Und auf denen stehen 3500 Schafe und 1000 Kühe rum.

Pellworm ist prima für Ruhesucher und Irland-Fans; für Heiratswillige (mehr als 300 Paare feiern jährlich Hochzeit auf Pellworm, die meisten auf dem Leuchtturm) und Menschen, die einem herkömmlichen Strandurlaub ohnehin nichts abgewinnen können.

Pellworm ist eher nichts für Strandnixen und Sandburgenbauer.

Schafe auf Pellworm

Foto: getty images

Lesen Sie auch: Pellworm in der Nordsee – Die Insel, die man liebt, oder hasst

Wangerooge

„Gott schuf die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt“, ist am Schiffsanleger zu lesen – es ist das Motto der Insel. Denn hier geht es gemächlich zu. Kein Wunder, braucht man doch vom Wattenmeer im Süden bis zum Strand an der Nordseite gerade mal zehn Minuten. Zu Fuß. Denn Autos gibt es auch auf der östlichsten der Ostfriesen-Inseln nicht. Da die Insel nicht besonders groß ist, kann es hier im Sommer dennoch recht eng werden. Aber am besten kommt man ohnehin im Herbst: Denn Wangerooge gehört zu den besten Plätzen, um den Vogelzug zu beobachten.

Wangerooge ist prima für Ruhesucher und Vogelgucker; für Bernsteinsucher und Schiffegucker; für Helgolandausflügler und Strandspaziergänger.

Wangerooge ist eher nichts für Langstreckenläufer, es sei denn diese laufen gern im Kreis.

Blick auf Wangerooge

Foto: getty images

Lesen Sie auch: Wangerooge – der Geheimtipp in der Nordsee

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Spiekeroog

Diese Insel ist offenbar gemacht für Präsidenten: Gustav Heinemann, Richard von Weizsäcker und Johannes Rau verbrachten hier gern ihre Urlaube. Rau hatte sogar ein Ferienhaus auf der Insel, ließ sich hier trauen (1982) und zum Ehrenbürger ernennen (2000). Was die Staatsoberhäupter auf Spiekeroog suchten? Ruhe natürlich. Und die gibt es hier in einer Qualität wie an kaum einem anderen Ort. Denn auf der Insel sind nicht nur Autos verboten, sogar die Anzahl von Fahrrädern versucht man gering zu halten: Es gibt keinen Fahrradverleih und viele Straßen sind für Radler gesperrt. Das typische Transportmittel für Gepäck und Kleinkinder: der Bollerwagen. Achja, dass Spiekeroog als einzige der sieben bewohnten ostfriesischen Inseln keinen Flugplatz hat, versteht sich dann natürlich von selbst.

Spiekeroog ist prima für Ruhesucher und Staatspräsidenten; für Waldspaziergänger (der vergleichsweise große Baumbestand ist untypisch für eine Nordseeinsel) und Eisenbahnfreaks (hier verkehrt die letzte Eisenbahn, die von Pferden gezogen wird) sowie für Camper (es gibt einen Zeltplatz im Westteil der Insel).

Spiekeroog ist eher nichts für Menschen, für die Entschleunigung ein Graus ist.

Blick auf den Strand von Spiekeroog

Foto: getty images

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Langeoog

Die „lange Insel“ (oog heißt friesisch Insel) verfügt über insgesamt 14 Kilometer Strand und eine höher gelegte Promenade, von der man einen herrlichen Blick genießt auf das Meer und die Nachbarinseln. Fernglas nicht vergessen! Vor allem nicht am Ostzipfel von Langeoog, dem Osterhook, wo man auf den nahen Seehundbänken Robben gucken kann – und auch die Nachbarinsel Spiekeroog ins Visier nehmen. Eine der bekanntesten Insulanerinnen ist übrigens Lale Andersen, die mit dem Lied Lili Marleen weltberühmt wurde und viele Jahre im „Sonnenhof“, einer früheren Wehrmachtsbaracke, wohnte. 1972 wurde sie auf dem Dünenfriedhof Langeoogs begraben, 2005 bekam sie ein eigenes Denkmal.

Langeoog ist prima für Robbengucker und Strandmenschen; für Sportbegeisterte und Wattwanderer; für Lili-Marleen-Fans und  Ruhesucher.

Langeoog ist eher nichts für Partypeople.

Zum Strand auf Langeoog

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Baltrum

Wem sogar Spiekeroog zu trubelig ist, der fahre nach Baltrum. Hier gibt es nämlich tatsächlich keine Fahrräder (Autos sowieso nicht). Man nimmt die Kutsche. Oder läuft zu Fuß – was bei einer Insellänge von 5,5 Kilometern kein Beinbruch ist. Baltrum ist die kleinste der ostfriesischen Inseln und heißt angeblich so, weil man „bald rum“ ist. Es gibt zwei Dörfer (Westdorf und Ostdorf) und auch bei den Straßen hat sich niemand den Kopf über Namen zerbrochen, die Häuser werden einfach nach und nach durchnummeriert – das älteste hat die kleinste Nummer, das jüngste die höchste. Für ein paar Geräusche sorgen neben dem Meer noch die Kreuzkröte, auch „Baltrumer Nachtigall“ genannt – und die regelmäßigen Singfeste in den Dünen.

Baltrum ist prima für Ruhebedürftige und Kurzstreckenläufer; für Sänger und Fußgänger; für Familien mit kleinen Kindern und rüstigen Großeltern.

Baltrum ist eher nichts für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind.

Dünen auf Baltrum

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Borkum

Der Walfang hatte der westlichsten der ostfriesischen Inseln im 18. Jahrhundert einigen Wohlstand gebracht. Und: die Schiffe, die hier vor der Insel kenterten – denn die angeschwemmte Fracht konnte behalten, wer sie fand. „Friedhof der Schiffe“ nannte man das Borkumriff auch. Heute lebt man auf Borkum vorwiegend vom Tourismus, und das auch nicht schlecht. Denn die größte Ostfriesen-Insel hat nach Norderney die meisten Urlauber. Und vielleicht zieht ja gerade die aufregende Vergangenheit die Leute an – die kleinen Piraten und Glücksucher, die im Sand nach Schätzen buddeln.

Borkum ist prima für Allergiker (erste allergikerfreundliche Insel Europas); für Radler (130 km Radwege) und Kitesurfer; für Nachwuchskicker (die Hannover-96-Fußballschule öffnet für Kids von 6 bis 14 Jahren) und überhaupt: für Sportbegeisterte.

Borkum ist eher nichts für Menschen, die das Festland in der Nähe brauchen: Borkum liegt 30 Kilometer vor der Küste, also: ganz weit draußen.

Strandkörbe auf Borkum

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Norderney

Hier entstand 1797 das erste Seebad der Ostfriesischen Inseln. Und seitdem hat sich der Tourismus prächtig entwickelt. Heute zählt Norderney von allen Nordsee-Inseln die meisten Touristen, genauer: 3,3 Millionen Übernachtungen pro Jahr bei 6000 Einheimischen. Und die vielen Urlauber finden hier nahezu alles, was sie brauchen: von einem lebendigen Stadtzentrum bis zum stillen Plätzchen abseits des Rummels. Auch shoppen kann man hier gut. Und der Strand, er ist so weit und breit, dass man fast denken könnte, in der Wüste gelandet zu sein.

Norderney ist prima für Familien mit kleinen Kindern (die Strände sind herrlich flach). Für Golfer und Gaumenfreudensuchende. Für Reiter und Radler. Für  Wanderer und Wassersportler. Für Partykönige und Shoppingqueens.

Norderney ist eher nichts für Menschen, die sowieso lieber in die Berge fahren. Alle anderen werden hier sicher glücklich.

Strand auf Norderney

Foto: getty images

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Juist

Man kann aus einem Schokoriegel „die längste Praline der Welt“ machen und aus einer recht schmal geratenen Insel: „die längste Sandbank der Welt“. So geschah es mit Juist, der mit 17 Kilometern längsten der ostfriesischen Inseln. Doch nicht genug. Seit den 1990er-Jahren wird die Insel von der Kurverwaltung auch noch mit dem Zusatz Töwerland versehen, was sich aus dem mittelniederländischen Wort töver ableitet und so viel wie „Zauber“ bedeutet. Noch so eine Besonderheit: Egal ob Lebensmittel, Möbel oder Baustoffe – den Transport übernehmen Pferdefuhrwerke. Motorisiert sind nur die Feuerwehr, das Rote Kreuz und die beiden Ärzte, die Post hat ein Elektrofahrzeug

Juist ist prima für Wattwanderer und Vogelgucker; für Menschen mit Atembeschwerden und Hautproblemen; für Radler und Reiter; für Seehunde und ihre Freunde.

Juist ist nichts für Camper! Auf der Insel gibt es keinen Campingplatz und das „wilde Campen“ oder Zelten ist ausdrücklich untersagt. Auch für passionierte Autofahrer ist die autofreie Insel nicht unbedingt geeignet.

Pferde auf Juist

Foto: getty images

Die besten Hotels auf Juist


Helgoland

Die Insel liegt so weit von der Küste weg (40 km), dass sie für manche fast aus dem Blickfeld gerät. Dabei hat Helgoland natürlich seinen ganz besonderen Reiz. Die lange Anreise, bei der man sogar noch zollfrei einkaufen kann, sorgt dafür, dass man sich schon fast im Ausland, auf jeden Fall aber ziemlich weit weg fühlt. Vor allem für Ornithologen ist Helgoland das Paradies: Mit 432 nachgewiesenen Vogelarten ist das Eiland vermutlich der „artenreichste Ort“ in Europa. Und was man hier natürlich auch prima beobachten kann: Robben! Und: Robbenbabys! Den niedlichen Nachwuchs kann man hier aus 30 Metern Sicherheitsabstand bestaunen, so nah kommt man ihnen vermutlich nirgendwo anders in Deutschland.

Helgoland ist prima für Vogelgucker und Robbenspotter; für Einkäufer und Eintänzer; für Badegäste und Windfanatiker; für Shanty-Fans und Trachtenträger.

Helgoland ist eher nichts für Menschen, die gar nicht so weit weg wollen.

Robbe am Strand von Helgoland

Foto: getty images

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