Auch ohne Reservierung!

9 Tricks, wie man im Zug garantiert einen Sitzplatz findet

Bahnfahren ist bequem – vorausgesetzt man hat einen Sitzplatz. Doch nicht jeder kann oder will eine kostenpflichtige Sitzplatzreservierung vornehmen. Wie man auch ohne zu reservieren ziemlich sicher im Zug sitzen kann.

4,50 Euro kostet eine Sitzplatzreservierung bei der Bahn – pro Strecke. Für manch einen ist das schlicht zu teuer, andere sparen sich das Geld aus Prinzip, und wieder andere entscheiden sich womöglich zu kurzfristig für einen Zug, um überhaupt noch einen Platz reservieren zu können. Je nach Uhrzeit oder Tag hat man es ohne Reservierung aber unter Umständen schwer, einen freien Platz zu finden. Wie das trotzdem gelingt, zeigen unsere neun Tipps.

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1. Den richtigen Zeitpunkt wählen

Wer sich das Geld für eine Sitzplatzreservierung sparen möchte, sollte wenn möglich bestimmte Züge meiden, die generell voller sind als andere. „Im Fernverkehr besteht die größte Nachfrage in der Regel am Sonntagnachmittag, Montagmorgen und Freitagnachmittag“, erklärt Daniela Bals, Pressesprecherin bei der Deutschen Bahn, auf TRAVELBOOK-Anfrage. Bei der Online-Reiseauskunft der Bahn werden Züge, die stark nachgefragt sind, entsprechend gekennzeichnet, sodass man auf Alternativen ausweichen kann. Besonders voll wird es freitags ab etwa 14 Uhr, wenn die Wochenendpendler sich auf den Weg nach Hause machen oder Kurztrips übers Wochenende anstehen. „Wenn man bei der Reiseplanung mit dem Tag etwas flexibel ist, dann hat man am Samstag eine höhere Sitzplatzgarantie als am Freitagnachmittag, sagt DB-Sprecherin Bahls. Ebenso findet leichter einen Platz, wer am Freitagmorgen oder besonders spät am Abend fährt. 

2. IC statt ICE fahren

Die Bahn setzt zu den besonders stark frequentierten Zeiten Entlastungszüge sein. Das sind meistens Intercity-Züge, die zwischen den beliebteren ICE-Zügen fahren. Die ICs sind zwar länger unterwegs, dafür aber leerer und meistens auch günstiger.

Stoßzeiten meidet man am besten. Am Freitagnachmittag kommen zu den Tagespendler noch die Wochenendpendler hinzu.

Foto: Getty Images

2. früheren bahnhof wählen

Bei einigen Städten lohnt es sich, an einem früheren Bahnhof einzusteigen. In Berlin zum Beispiel starten viele Fernzüge am Ostbahnhof, wo vergleichsweise wenige Menschen einsteigen. So kann man sich in aller Ruhe einen freien, nicht reservierten Platz suchen, bevor der Zug am Berliner Hauptbahnhof hält und die Massen zusteigen. In Hamburg lohnt es sich, bereits in Altona oder am Dammtor einzusteigen, beide Bahnhöfe liegen vor dem Hauptbahnhof. Und in Frankfurt sollten Reisende, die nach Norden fahren, schon ab dem Airport-Bahnhof auf Sitzplatzsuche gehen.

4. Früh da sein

Dieser Tipp empfiehlt sich für Züge, die ab einem bestimmten Bahnhof ihre Fahrt erst starten. Diese stehen oft schon eine längere Zeit vor Abfahrt zum Einsteigen bereit. Wer früh da ist, steigt also als einer der ersten ein und hat genug Puffer, um sich einen freien Platz zu suchen.

Manchmal stehen die Züge eine Weile am Bahnhof, bevor sie losfahren. Dann lohnt es sich, früher da zu sein.

Foto: Getty Images

5. Auf den richtigen Wagen setzen

Die Bahn verteilt die Sitzplatzreservierungen in den Zügen nicht willkürlich, sondern nach einem bestimmten Schema. „In der Regel wird ein Zug vom Speisewagen ausgehend reserviert“, so DB-Sprecherin Daniela Bals zu TRAVELBOOK. „Als erstes werden Plätze in den Wagen der 1. und 2. Klasse reserviert, die sich unmittelbar neben dem Speisewagen befinden.“ Im Umkehrschluss heißt das: Mit einem Gerücht, das sich hartnäckig hält, räumt die DB-Sprecherin allerdings auf: „Es gibt keinen Wagen, der von Reservierungen ausgeschlossen ist.“

6. Schlau am Bahnsteig platzieren

Tipp 5 führt automatisch zu Tipp 6: Platzieren Sie sich am Bahnsteig so, dass sie beim Einfahren des Zuges an dessen Anfang bzw. Ende stehen. Die aktuelle Wagenreihung für einen Fernverkehrszug zeigt der Wagenstandsanzeiger an, der sich auf jedem Bahnsteig befindet. Bei Kopfbahnhöfen macht es ohnehin Sinn, möglichst ans hintere Ende des Bahnsteigs zu laufen, da eilige oder bequeme Fahrgäste zuerst in die Wagen steigen werden, die am Anfang stehen. Hier finden sich zudem eher die Wagen der 1. Klasse.

Am Wagenstandsanzeiger (links im Foto) kann man nachsehen, wo der Wagen mit dem Bordrestaurant zum Stehen kommt. Davon sollte man sich möglichst weit weg platzieren.

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7. Comfort- oder Express-sitze nutzen

In vielen Zügen gibt es einen eigenen Sitzplatzbereich für Kunden, die eine „bahn.comfort“-Karte besitzen. Diese Plätze sind oben an der Reservierungsanzeige speziell gekennzeichnet und können von jedem Reisenden eingenommen werden, wenn kein „bahn.comfort“-Kunde Anspruch darauf erhebt. Genauso verhält es sich mit Express-Sitzen. Das sind Plätze, die noch bis kurz vor der Abfahrt reserviert werden können und mit „Ggf. freigeben“ gekennzeichnet sind.

8. ins Kinderabteil setzen

Fast alle ICE und die meisten EC/IC-Züge haben ein Kleinkindabteil, dass Familien mit Babys und Kindern bis drei Jahre reservieren können. Manchmal findet sich dort noch ein freier Platz, und wer nett fragt, darf dort in der Regel sitzen. Allerdings muss man dann eventuelles Kindergeschrei aushalten oder sich mit Ohrstöpseln und Kopfhörern dagegen wappnen.

Ruhe findet man im Kinderabteil nicht unbedingt. Dafür aber vielleicht einen Sitzplatz

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9. Plätzchen, wechsle dich!

Halten Sie auf der Anzeigeleiste im Wagen nach Plätzen Ausschau, die erst ab einem späteren Bahnhof reserviert sind. Ist dieser Bahnhof erreicht, steigen sicher andere Fahrgäste aus, deren Platz Sie dann einnehmen können – sofern diese nicht auch reserviert sind. Alternativ können Sie anfangs auch im Bordrestaurant/-bistro sitzen und sich später umsetzen, wenn der Zug leerer wird. Aber bestellen sollten Sie der Höflichkeit halber schon etwas – was wiederum die Frage aufwirft, ob Sie dieses Geld nicht besser gleich in eine Platzreservierung investiert hätten.

Und wenn man trotz allem am Ende keinen freien Sitzplatz findet? DB-Sprecherin Daniela Bahls empfiehlt, sich in diesem Fall an die Zugbegleiter zu wenden. „Sie haben den besten Überblick und wissen, wo im Zug noch ein Platz frei ist.“

Wenn alle Stricke reißen, findet sich ein freies Plätzchen zur Not auch im Türbereich oder auf dem Gang

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