Tanzen verboten, Erektionen müssen mit Handtuch verdeckt werden…

Die absurden Nackt-Regeln für Südafrikas einzigen FKK-Strand

Der Mpenjati Beach ist vor Kurzem offiziell zum komplett textilfreien FKK-Strand ernannt worden – dem ersten Südafrikas. Doch offensichtlich tat man sich ein wenig schwer mit der neu gewonnenen Freizügigkeit, wie einige der 19 Regeln zeigen, die für den Strand gelten. Da heißt es unter anderem, dass man Tanzen unterlassen und Männer etwaige Erektionen bitte mit dem Handtuch verdecken sollten.

Die Freikörperkultur ist in Deutschland heutzutage schon gar nicht mehr wegzudenken. Während die Nackedeis mittlerweile nicht nur beim Baden, sondern auch beim Wandern oder auf Kreuzfahrten ihren Bedürfnissen legal nachkommen dürfen, sind andere Länder noch arg zugeknöpft – mancherorts wird man gar bestraft, wenn man sich in der Öffentlichkeit zum Nacktbaden entblößt. Einen entscheidenden Schritt ins FKK-Paradies wagt nun Südafrika.

Der Mpenjati Beach, nördlich von Port Edward in der östlichen Provinz KwaZulu-Natal gelegen, ist im Herbst von der Hibiscus Coast Stadtverwaltung zum ersten offiziellen FKK-Strand des Landes ernannt worden. Dahinter steht die hiesige Organisation KwaZulu Natal Naturist Association (KZNNA), die unter anderem mit einer Petition für einen textilfreien Strand kämpfte – zum Grauen vieler Anwohner. Laut der Initiative ist der Strand jedoch schon seit 20 Jahren gemeinhin als FKK-Strand bekannt, viele würden für nackte Aktivitäten extra aus dem ganzen Land und der Welt anreisen.

Auch Südafrikaner sehnen sich nach legaler Freikörperkultur am Strand (Symbolfoto)

Foto: Getty Images

So neu das Nacktbaden für die Südafrikaner auch sein mag, so absurd sind einige der hierfür erlassenen Regeln, die das Online-Portal „Thrillist.com“ auflistet. Insgesamt 19 Vorschriften müssen die FKK-Anhänger demnach zukünftig an dem etwa 500 Meter langen Abschnitt zwischen dem Trafalgar und dem Palm Beach befolgen. Viele der Regeln sind nicht ungewöhnlich und gelten an den meisten Nudistenstränden weltweit oder zumindest zur Etikette unter den FKK-Anhängern.

Doch in einem Punkt wurde in Südafrika nun das geregelt, was unter Nudisten oftmals für Unsicherheit sorgt. Wie geht Männer damit um, wenn sie versehentlich eine Erektion bekommen? Was im Internet vor allem in Foren eifrig diskutiert wird, hat in Südafrika eine Regelung. Man(n) solle die Erektion bitte verstecken: „Wir wissen, dass das manchmal unkontrolliert passiert. Ein einfaches Handtuch zum Verdecken, und keiner wird es merken“, heißt es laut „Thrillist.com“ in dem Kodex.

Viele der anderen Vorschriften entsprechen dem mehr oder weniger international geltenden Kodex der FKK-Jünger: So dürfe man andere am Strand nicht anstarren, und – natürlich – ist das Fotografieren ohne Einwilligung der anderen Personen am Strand verboten. Auch obszöne Gespräche solle man unterlassen sowie aufreizendes Tanzen, wobei Poledancing laut „Thrillist“ als Beispiel angeführt wird, was dann doch ziemlich absurd erscheint.

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Außerdem legen einige Regeln nahe, dass hier wohl der Begriff „nackt“ mit „Sex“ gleichgesetzt wird. So besagen die Richtlinien, dass beispielsweise keine Erotika, also sexuell anregende Gegenstände, am Strand mitgeführt werden dürften. Wildes Rumfummeln oder gar Petting sind, wie zumeist an FKK-Stränden, selbstverständlich auch am dem Nacktstrand in Südafrika illegal. Ebenso ist der Hinweis, man solle aus hygienischen Gründen nur auf seinem eigenen Handtuch sitzen, internationaler Standard. Wiederum skurril ist jedoch die explizite Erwähnung, dass man am Strand nicht auf anderen Genitalien sitzen oder diese anfassen sollte. Und man fragt sich zwangsläufig, inwieweit diese Regel nicht ohnehin schon durch ein Sex- oder Petting-Verbot abgedeckt ist.

Ab dem Frühjahr 2015 soll der Mpenjati Beach nun ganz offiziell nur noch komplett hüllenlos betreten werden, wie die südafrikanische Stadtverwaltung auf TRAVELBOOK-Nachfrage bestätigt hat. Und so verwirrend die Regeln klingen, so konfus war auch der Informationsfluss bei der Kommunikation, denn innerhalb der Behörde blieb die Zuständigkeit für den neuen FKK-Strand bis zum Schluss ungeklärt. 

Letztendlich fragt man sich, wie manche der grotesken FKK-Regeln schließlich umgesetzt oder deren Missachtung bestraft werden sollen. Mit einer Erektions-Polizei etwa? Kaum denkbar.

Finden Sie, dass man bestimmte Regeln für Nudisten-Strände so explizit aufschreiben sollte? Oder reicht es, dass FKK-Anhänger sich schlichtweg an die ohnehin schon geltenden Benimmregeln halten? Schreiben Sie uns doch unten im Kommentarfeld!

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