Roadtrip durchs Heilige Land

Das sind die 10 Top-Ziele für Bibel-Fans

Lange Haare, Bart, ein weißes Gewand und Sandalen – so stellen wir uns Jesus vor. Er war Wanderprediger, Wunderheiler und vor allem eines sagte er von sich selbst: Er sei der Sohn Gottes. So steht es in der Bibel. Wer auf den Spuren Jesu durchs „Heilige Land“ wandeln will, findet hier zehn passende Orte dafür. Eine Art Roadtrip für Bibel-Fans.

Von Sira Huwiler

Viele verehrten ihn, für andere war diese Behauptung Gotteslästerung. Und deshalb starb er schließlich in Jerusalem am Kreuz. Doch Jesus soll drei Tage später wiederauferstanden sein. Aus dem Glauben an Jesus als Sohn Gottes und seiner Wiederauferstehung entstand damals eine neue Weltreligion: das Christentum. Tausende Gläubige pilgern seither jedes Jahr nach Israel, in das heilige Land, in dem Jesus Christus laut neuem Testament gelebt haben soll. Wir stellen die zehn Top-Ziele für Jesus- Touristen und Bibel-Fans vor.

1. Geburtsort Bethlehem

Ein großer Stern über Bethlehem soll einst die Botschaft der Geburt Jesu in die Welt hinaus getragen haben. Die Geburtsgrotte ist heute das Pilger-Highlight. Ab dem Jahr 326 entstand über ihr die Geburtskirche. Jesus soll nämlich nicht in einem Stall, wie man sich ihn üblicherweise vorstellt, geboren worden sein, sondern in eben dieser Höhle. Ein silberner Stern markiert die Stelle der Geburt. Pilger greifen traditionell durch ein Loch und berühren den blanken Felsen, auf dem die Krippe damals gestanden haben soll.

Der Altar über der „Geburtsstelle“ Jesu Christi

Foto: Getty Images

Auch bei Bait Sahur, einer palästinensischen Stadt ein paar Kilometer östlich von Bethlehem, erinnern verschiedene Kirchen-Grotten an die frohe Botschaft der Geburt Jesu. Auf der Dachkuppel der „Kapelle auf den Hirtenfeldern“ symbolisiert ein Stern seine Ankunft. In einigen Höhlen werden Gottesdienste gefeiert, zu der speziell zur Weihnachtszeit Gläubige in Scharen kommen.

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2. Taufstelle im Jordan

Am Fluss Jordan, der eine natürliche Grenze zum Nachbarland Jordanien bildet, soll Jesus von Johannes getauft worden sein. Bei Quasr el-Yahud, in der Gegend um Jericho, nördlich des Toten Meeres, kann man oft weiß gekleidete Pilger beobachten, die im Jordan baden oder sich selbst und ihre Kinder im schmalen Wüsten-Fluss taufen lassen. Von einer Plattform aus hat man einen guten Blick über das Gewässer nach Jordanien, wo unter anderem die Klosterkirche Johannes des Täufers mit ihrem prunkvoll-goldenen Kuppeldach steht.

Taufritual im Fluss Jordan

Foto: Getty Images

3. Berg der Versuchung

Nach seiner Taufe soll Jesus auf dem Berg in der Wüste 4o Tage gefastet haben. Der Hügel heißt in der Bibel „Berg der Versuchung“, weil der Teufel Jesus hier in Versuchung geführt haben soll. Heute ragt hier, rund drei Kilometer nordwestlich von Jericho, das griechisch-orthodoxe Versuchungskloster Quarantal aus dem Felsen. Mit einer Seilbahn kommt man hinauf und kann die Orte der Versuchung erkunden. Ein Knieabdruck im Steinboden markiert die Stelle, an der Jesus gebetet haben soll.

4. Kafarnaum am See Genezareth

Auf dem See Genezareth soll Jesus eines seiner größten Wunder vollbracht haben und über das Wasser gegangen sein. Das Gewässer im nordisraelischen Gebiet Galiläa liegt 212 Meter unter dem Meeresspiegel und ist damit der am tiefsten gelegene Süßwassersee der Welt. Kafarnaum, ein Ort am Nordwest-Ufer, gilt als die „Stadt Jesu“. Hier soll er seine ersten Jünger kennengelernt haben: Johannes, Andreas, Petrus und Jakobus sollen hier aufgewachsen sein. In keiner Stadt soll Jesus laut Bibel häufiger gepredigt haben als hier.

Der See, über den Jesus einst gelaufen sein soll

Foto: Getty Images

Archäologen entdeckten einen Raum aus dem 1. Jahrhundert vor Christus, den man besichtigen kann. In diesem „Haus des Simon Petrus“ sollen sich Jesus und seine Jünger sogar häufig aufgehalten haben.

Über der Stadt erhebt sich der „Berg der Seligpreisung“ mit atemberaubendem Blick auf den See. Die „Kirche der Seligpreisungen“ erinnert an die Bergpredigt von Jesus.

5. Brotvermehrungskirche in Tabgha

Tabgha, rund drei Kilometer westlich von Kafarnaum, stellt den Ort dar, an dem Jesus aus fünf Broten und zwei Fischen 5000 Menschen ernährte. Die Brotvermehrungskirche mit ihren weltbekannten Mosaiken erinnert heute an die sogenannte „Speisung der 5000“. Ein Felsenstück unter dem Altar stellt angeblich den Ort dar, an dem Jesus die Brote und Fische vor der Vermehrung abgelegt hat.

Im Innenraum der Brotvermehrungskirche

Foto: dpa Picture Alliance

Nur ein paar Meter weiter kann man die Primatskapelle besichtigen. Hier soll Jesus nach seiner Auferstehung erschienen sein, um mit seinen einstigen Jüngern ein Mahl zu halten und Petrus die geistliche Führung des Christentums zu übertragen.

Tipp:
Über die gleichen Steine wandern wie Menschen zu Zeiten Jesu kann man auf dem Jesus- Trail. Er führt rund 65 Kilometer zwischen dem See Genezareth und Nazareth in Galiläa.

6. Nazareth

Hier soll Jesus aufgewachsen sein. Auf einer Anhöhe steht die katholische „Verkündigungsbasilika“ mit der Verkündigungsgrotte, in der laut Bibel Erzengel Gabriel Maria erschien und der Jungfrau mitgeteilt hat, dass sie den Sohn Gottes erwartet.
Es heißt: „Hier ist das Wort Fleisch geworden.“ Die dreischiffige Kirche ist das größte christliche Gotteshaus im Nahen Osten und auch wegen seiner außergewöhnlichen Bauweise einen Besuch wert.

Die heutige Verkündigungsbasilika wurde 1969 eingeweiht und ist bereits das fünfte Gotteshaus über der Verkündigungsgrotte

Foto: Getty Images

7. Abu Gosh

Als einer von insgesamt drei Orten erhebt Abu Gosh, rund 13 Kilometer nordwestlich von Jerusalem, den Anspruch, der biblische Ort Emmaus zu sein, wo Jesus seinen Jüngern nach der Auferstehung zum ersten Mal erschienen sein soll. Die Auferstehungskirche erinnert daran.

8. Berg Zion

Auf dem Hügel südwestlich der Altstadtmauern Jerusalems liegt der prächtige „Abendmahlssaal“, der aus dem 14. Jahrhundert stammt und von Franziskanern erbaut wurde. In solch einem Raum auf dem Zionsberg sollen Jesus und seine Jünger am Vorabend der Kreuzigung das letzte Abendmahl gefeiert haben. Dieser Ort gilt als Keimzelle der christlichen Tradition und wird von Juden zugleich als Grabstätte von König David verehrt. Heute ist der Raum ein Museum und kann besichtigt werden.

Auf dem Zionsberg liegen mehrere historische Stätten, darunter die Dormitio-Abtei, das Davidsgrab und der katholische Friedhof mit dem Grab von Oskar Schindler

Foto: dpa Picture Alliance

9. Ölberg und Garten Gethsemane

Im Garten Gethsemane, am Fuße des einst von Olivenbäumen gesäumten Ölbergs, soll Jesus in der Nacht vor seiner Kreuzigung gebetet haben, ehe er von Judas verraten und verhaftet wurde. Uralte Olivenbäume und bunte Blumen machen den Garten zu einem paradiesischen Ort. Die „Kirche aller Nationen“ oder auch „Todesangstbasilika“ am Rande des Gartens entstand durch Spenden von Menschen aus aller Welt und erinnert an die Angst Jesu vor seinem bevorstehenden Leidensweg. Neben ihr befindet sich das Mariengrab, wo die Mutter von Jesus einst begraben worden sein soll, bevor sie in den Himmel aufstieg.

Der Ölberg ist heute mit verschiedenen Kirchen, unter anderem der evangelischen „Himmelfahrtskirche“, sowie Tausenden jüdischen Grabsteinen bedeckt. Von einem Plateau aus hat man einen unvergleichlichen Blick auf die Altstadt Jerusalems und den Tempelberg.

Wunderschön anzusehen: der Ölberg mit dem Garten Gethsemane

Foto: Getty Images

10. Jerusalems Altstadt: Via Dolorosa und Grabeskirche

Der Leidensweg Christi durch die enge Altstadt Jerusalems führt entlang der Straße Via Dolorosa. Kapellen, Kirchen und Kreuze markieren die 14 Stationen, die Jesus mit dem Kreuz auf dem Rücken durchlaufen haben soll. Viele Pilgergruppen gehen den symbolischen Weg mit hölzernen Kreuzen, die man am Anfang der Via Dolorosa mieten kann, nach. Der Leidensweg gipfelt in der Grabeskirche. Sie wurde auf dem Golgathafelsen errichtet. Hier soll Jesus gekreuzigt und bestattet worden sein.

Eine Frau betet an einer der 14 Stationen auf der Via Dolorosa

Foto: Getty Images

Die Kirche ist ein magischer Ort und lockt streng gläubige Christen aus aller Welt an. Im Eingangsbereich steht ein Salbungsstein, auf dem der Leichnam Jesu gewaschen und für die Bestattung vorbereitet worden sein soll. Im Innern finden sich zahlreiche Schreine und kleine Kapellen verschiedener christlicher Konfessionen – und jede Gruppierung praktiziert hier ihre eigenen Rituale.

Routen-Tipp:
Wer in einem Urlaub alle Jesus-Hotspots sehen möchte, kann beispielsweise mit dem Mietwagen das heilige Land erkunden. Israel gilt weitestgehend als sicher für Selbstfahrer. Vor der Einreise in palästinensische Gebiete im Westjordanland (z. B. Bethlehem und Jericho) sollte man sich allerdings erkundigen, welches die sicherste Route ist und ob der Autoanbieter Grenzübertritte zulässt. Jerusalem sollte man sich als Highlight für den Schluss aufsparen.

Folgende Route bietet sich also an: Bethlehem Totes Meer und Taufstelle am Jordan bei Quasr el-Yahud Jericho und Berg der Versuchung See Genezareth mit Kafernaum und Tabgha Nazaret Abu Gosh Jerusalem mit Ölberg, Berg Zion, Via Delorosa und Grabeskirche.

Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise für Israel und die palästinensischen Gebieten im Westjordanland (z. B. Bethlehem und Jericho), finden Sie auf den Seiten des Auswärtigen Amtes.

In der eng bebauten Altstadt von Jerusalem herrscht eine ganz besondere Atmosphäre

Foto: Getty Images

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