Nicoya in Costa Rica

Das Geheimnis der Ortes, wo die ältesten Menschen der Welt leben

Es gibt Orte auf der Erde, an denen die Menschen im weltweiten Vergleich wesentlich länger leben als anderswo. Zu diesen sogenannten „Blue Zones“ gehört auch die Nicoya-Halbinsel im Nordwesten Costa Ricas. Doch was ist das Geheimnis hinter der Langlebigkeit der Einheimischen?

81 Jahre – so alt werden laut der WHO-Weltgesundheitsstatistik 2015 Menschen in Deutschland, die im Jahr 2013 geboren wurden – wobei Männer eine Lebenserwartung von 79 und Frauen von 83 Jahren haben.

Auf der Nicoya-Halbinsel im Nordwesten Costa Ricas werden die meisten der rund 132.000 Einwohner älter als 90 Jahre, so die Daten des Centro Cetroamericano de Población (CCP), was das Gebiet zu einer der wenigen „Blue Zones“ (z. Dt. Blaue Zone) weltweit macht. Mit dem Begriff werden jene Orte auf der Welt bezeichnet, in denen Menschen überdurchschnittlich alt werden – zum Teil sogar das 100. Lebensjahr überschreiten. Neben der Halbinsel in Zentralamerika zählen Okinawa in Japan, Sardinien in Italien, Ikaria in Griechenland und Loma Linda in den USA (Kalifornien) ebenfalls zu den Blauen Zonen.

Eine Hundertjährige aus dem kalifornischen Loma Linda am Steuer ihres Autos

Foto: Getty Images

Der US-amerikanische Autor Dan Buettner („The Blue Zones: 9 lessons for living longer from the people who've lived the longest“) begab sich 2004 gemeinsam mit Langlebigkeitsforschern für eine Reportage für das US-Magazin „National Geographic“ auf Spurensuche und besuchte  eben diese Orte, in denen die Menschen messbar länger lebten.

Nach ihren Reisen in die „Blue Zones“ wurden Faktoren identifiziert, die für die hohe Lebenserwartung verantwortlich sein könnten. Dabei habe man herausgefunden, „dass der Lebensstil von allen Einwohnern der Blauen Zonen in genau neun Punkten übereinstimmten“, heißt es auf der Webseite „bluezones.com“. „Power 9“ nannte man diese Verhaltenweisen denn auch, die den Menschen offenbar ein besonders langes Leben bescheren.

Üppige Natur und Öko-Tourismus: Dafür ist die „Blaue Zone“ Nicoya bekannt

Foto: Getty Images

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Nicoyas Geheimnis für ein langes Leben

Was ist also das Besondere an Nicoya, seinen Einwohnern und deren Lebensweise? Was ist das Geheimnis ihres langen Lebens? Wie Wissenschaftler und Demografen herausgefunden haben wollen, sind es alltägliche Rituale und eine grundsätzlich konstante Lebensweise. Konkret sollen die folgenden Merkmale ausschlaggebend sein: eine natürliche Art, sich im Alltag zu bewegen (keine Besuche von Fitnessstudios, stattdessen Gartenarbeit und Ähnliches), die Vermeidung von Hektik, Lebensfreude, eine maßvolle Ernährung, Obst und Gemüse, Wein, Glaube und Vertrauen, Familie und das Leben als Teil einer Gruppe, in die man perfekt hineinpasst.

Gene, so die Wissenschaftler, bestimme die Lebenserwartung nur weniger als zu 25 Prozent.

Menschen fischen in Malpais

Foto: Getty Images

„Glaube und Familie spielen eine große Rolle in der Kultur der Menschen in Nicoya“, heißt es auf der Webseite „bluezones.com“ weiter. Auch der plan de vida, der Lebensplan oder Lebenszweck, ist entscheidend. 

Zudem äßen die Einwohner Nicoyas „wenig bis gar keine industriell verarbeiteten Lebensmittel, dafür viele tropische Früchte, die reich an Antioxidantien sind“, heißt es weiter. Es soll aber einen Faktor geben, der nur auf Nicoya zu finden ist: das besondere Wasser, das reich an Calcium und Magnesium ist, und vor Herzkrankheiten schützen und kräftige Knochen fördern soll.

Neben ernährungsbedingten Eigenschaften ist es auch das soziale Leben, das den Einwohnern Nicoyas zu einem langen Leben verhelfen soll. Sie leben mit ihren Kindern und Enkelkindern unter einem Dach und unterstützen sich gegenseitig. Die „Hundertjährigen“ heißt es, kriegen regelmäßig Besuch von ihren Nachbarn – sie wissen also, was es heißt, zuzuhören, zu erzählen, lachen und Spaß zu haben. Sie sind bis ins hohe Alter Teil der Gesellschaft und voll integriert.

Besonderheit Zentralamerika

Dass ein Ort in Zentralamerika unter den Top 5 der Orte mit der höchsten Lebenserwartungen auftaucht, mag auf den ersten Blick verwundern. Während weite Teile Asiens und Südeuropas für ihre traditionellen Anbauweisen von Nahrungsmitteln, ihr gesundes Essen und deren Zubereitung bekannt sind, tauchen viele süd- und mittelamerikanische Länder und Städte eher in Negativ-Rankings auf  – allen voran Mexiko, wo Fettleibigkeit und daraus resultierende Folgeerkrankungen bei Kindern und Erwachsenen ein großes Problem darstellt.

Hinzu kommt das Leben in Ballungszentren, das beispielsweise mit viel Hektik, Lärm und einer hohen Dichte von Abgasen verbunden ist – alles Faktoren, die sich auf Dauer negativ auf die Lebenserwartung auswirken können.

Costa Rica hingegen, dessen männliche Bürger sogar mit die höchste Lebenserwartung der Welt haben, ist das komplette Gegenteil. Das Land sowie auch die Nicoya-Halbinsel sind bekannt für die üppige Natur mit Stränden, Wäldern und einer riesigen Artenvielfalt. Auch wurde der nachhaltige Tourismus in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut.

Es scheint also, als hätten immer mehr Menschen in Costa Rica noch etwas anderes erkannt: dass man sich die Natur bewahren sollte.

Schildkrötenbabys am Strand von Ostional

Foto: Getty Images

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